Hallo meine Lieben!
Ich moechte euch allen frohe und behuetete Weihnachten wuenschen. Bleibt gesegnet und habt eine schoene und vor allem entspannte Zeit!
Weihnachten ist, wie ihr euch das wohl schon denken koennt, fuer mich dieses Jahr sehr anders. Um ehrlich zu sein hatte ich schon ein bisschen Angst, weil ich irgendwie wusste, dass ich Pulsnitz, das Krippenspiel, meine Familie und ueberhaupt Weihnachten sehr vermissen werde. Normalerweise muesste ich gerade auf dem Weg zum Jungegemeinderaum sein und mich entweder schwarz anmalen, wie ich das ja schon manchmal am 24. Dezember gemacht habe, oder irgendwelche anderen verrueckten Vorbereitungen erledigen (langweilig war uns ja in den letzten Jahren nie kurz vor der Auffuehrung – wiwe ist es dieses Jahr?). Und nomalerweise waere ich gerade auch voll aufgeregt, so wie alle anderen Krippenspieler. Aber dieses Jahr sitz ich eben auf einem wunderschoenen Balkon mit Blick aufs Meer in kurzen Sachen, sing laut „I’m gonna live forever“ und trinke Kaffee. Mein Eis is leider schon alle, aber Essen werden wir heute noch viel, denn mit zwei anderen Freiwilligen hier in Mombasa wollen wir heute abend Kartoffelbrei mit Moeren und Erbsen (oh man, ihr koennt euch nicht vorstellen, wie sehr ich mich schon drauf freue) kochen. Ausserdem wollen wir die Kekse, die wir am Mittwoch mit Nina gebacken haben (wir haben tatsaechlich einen OFEN – gefunden) essen und dabei ordentlich entspannen. Natuerlich auf der Dachterrasse. Wie gesagt, mein Weihnachten wird anders, aber mittlerweile freue ich mich drauf und ich denk es wird schoen.
Allgemein hab ich den Eindruck, dass Weihnachten hier in Kenia nicht wirklich von grosser Bedeutung ist. Nur wirklich selten habe ich irgendwas gesehen, von dem man in Deutschland ab September nur so ueberstroemt wird: Weihnachtsschmuck in allen moeglichen Ausgaben, Gluehwein, Tannanbaeume die leuchten, Kerzen, Plaetzchen, Pfefferkuchen, Weihnachtsmaerkte und eigentlich alles, was sonst noch dazu gehoert. Ausserdem wird hier von den allermeisten erst am 25. gefeiert. Also waehrend man in Deutschland wahrscheinlich gerade wieder auf eine veraenderte Welt trifft, ist hier heute ein Tag wie jeder andere (und vergesst nicht: es ist Hochsommer). Das das so ist, hat zwei Gruende: Erstens sind ueber die Haelfte der Menschen, die hier leben, Muslime und zweitens haben viele Leute, so wie mir gesagt wurde, einfach nicht das Geld, um gross zu feiern.
Fuer morgen haben wir geplant, an unseren Lieblinsstrand mit Picknick und – natuerlich - Badesachen zu fahren.
Um euch nur kurz ueber meine momentane Situation aufzuklaeren: Ich habe Ferien, war schon in Tanzania und Nairobi Urlaub machen, bin aus meiner alten Gastfamilie ausgezogen und wohn gerade uebergangsweise bei einer deutschen Freiwilligen, die spontan nach Mombasa uebergesiedelt ist (das ist uebrigens dort, wo wir heute auch feiern werden – schoene Wohnung mit zwei Dachterassen, Balkon, zwei Baedern und Kueche).
Natuerlich werde ich mich bemuehen, euch bald mehr von meinen letzten Wochen zu berichten, aber jetzt moechte ich euch ersteinmal schoene Feiertage und ein erholendes Weihnachten wuenschen.
Mit sonnigen, afrikanischen Gruessen,
eure Ruth
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