Hallo meine Lieben!
Ich moechte euch allen frohe und behuetete Weihnachten wuenschen. Bleibt gesegnet und habt eine schoene und vor allem entspannte Zeit!
Weihnachten ist, wie ihr euch das wohl schon denken koennt, fuer mich dieses Jahr sehr anders. Um ehrlich zu sein hatte ich schon ein bisschen Angst, weil ich irgendwie wusste, dass ich Pulsnitz, das Krippenspiel, meine Familie und ueberhaupt Weihnachten sehr vermissen werde. Normalerweise muesste ich gerade auf dem Weg zum Jungegemeinderaum sein und mich entweder schwarz anmalen, wie ich das ja schon manchmal am 24. Dezember gemacht habe, oder irgendwelche anderen verrueckten Vorbereitungen erledigen (langweilig war uns ja in den letzten Jahren nie kurz vor der Auffuehrung – wiwe ist es dieses Jahr?). Und nomalerweise waere ich gerade auch voll aufgeregt, so wie alle anderen Krippenspieler. Aber dieses Jahr sitz ich eben auf einem wunderschoenen Balkon mit Blick aufs Meer in kurzen Sachen, sing laut „I’m gonna live forever“ und trinke Kaffee. Mein Eis is leider schon alle, aber Essen werden wir heute noch viel, denn mit zwei anderen Freiwilligen hier in Mombasa wollen wir heute abend Kartoffelbrei mit Moeren und Erbsen (oh man, ihr koennt euch nicht vorstellen, wie sehr ich mich schon drauf freue) kochen. Ausserdem wollen wir die Kekse, die wir am Mittwoch mit Nina gebacken haben (wir haben tatsaechlich einen OFEN – gefunden) essen und dabei ordentlich entspannen. Natuerlich auf der Dachterrasse. Wie gesagt, mein Weihnachten wird anders, aber mittlerweile freue ich mich drauf und ich denk es wird schoen.
Allgemein hab ich den Eindruck, dass Weihnachten hier in Kenia nicht wirklich von grosser Bedeutung ist. Nur wirklich selten habe ich irgendwas gesehen, von dem man in Deutschland ab September nur so ueberstroemt wird: Weihnachtsschmuck in allen moeglichen Ausgaben, Gluehwein, Tannanbaeume die leuchten, Kerzen, Plaetzchen, Pfefferkuchen, Weihnachtsmaerkte und eigentlich alles, was sonst noch dazu gehoert. Ausserdem wird hier von den allermeisten erst am 25. gefeiert. Also waehrend man in Deutschland wahrscheinlich gerade wieder auf eine veraenderte Welt trifft, ist hier heute ein Tag wie jeder andere (und vergesst nicht: es ist Hochsommer). Das das so ist, hat zwei Gruende: Erstens sind ueber die Haelfte der Menschen, die hier leben, Muslime und zweitens haben viele Leute, so wie mir gesagt wurde, einfach nicht das Geld, um gross zu feiern.
Fuer morgen haben wir geplant, an unseren Lieblinsstrand mit Picknick und – natuerlich - Badesachen zu fahren.
Um euch nur kurz ueber meine momentane Situation aufzuklaeren: Ich habe Ferien, war schon in Tanzania und Nairobi Urlaub machen, bin aus meiner alten Gastfamilie ausgezogen und wohn gerade uebergangsweise bei einer deutschen Freiwilligen, die spontan nach Mombasa uebergesiedelt ist (das ist uebrigens dort, wo wir heute auch feiern werden – schoene Wohnung mit zwei Dachterassen, Balkon, zwei Baedern und Kueche).
Natuerlich werde ich mich bemuehen, euch bald mehr von meinen letzten Wochen zu berichten, aber jetzt moechte ich euch ersteinmal schoene Feiertage und ein erholendes Weihnachten wuenschen.
Mit sonnigen, afrikanischen Gruessen,
eure Ruth
Freitag, 24. Dezember 2010
Montag, 6. Dezember 2010
Muslimischer Feiertag
Am 16. November hatten wir wieder ein Eid in Kenia - einen muslimischen Feiertag.
Ich war mit meiner Gastmutter bei der Familie ihres Ehemanns und hab einigen Spass mit den Kindern gemacht, um uns ein bisschen zu beschaeftigen. Bilder zeig ich natuerlich nur von den anstaendigen Sachen...
Gegessen wird meistens auf dem Fussboden und alle von einem Teller
und zur Feier des Tages gab es sogar mal Cola.
Die Kinder haben sich natuerlich wahnsinnig gefreut.
Manche muessen das mit dem Essen eben noch lernen.
Zum Abwaschen,Saubermachen und Kochenhaben die meisten Familien,
wenn sie nicht ganz arm sind, meistens eine Magd oder einen Knecht.
Links koennt ihr meine Gastmutter sehen, die beiden anderen Frauen
sind Verwandte von ihr.
Viele Muslime moegen es, wenn es immer schoen viel glitzert.
Und was natuerlich nie irgendwo fehlen darf ist der Fernseher.
Hier gucken wird grad Tom and Cherry - ich bin riesen Fan geworden!
meine Arbeit
Jetzt entlich bekommt ihr mal ein paar Bilder zu sehen, wo ich arbeite:
Das ist unsere allgemeine Mitarbeitersammelstelle, wo gekocht,
ausgeruht, gequatscht, diskutiert und gelacht wird.
Wenn wir mit ein paar von unseren Kindern ueber Nacht auf Arbeit bleiben,
dann schlafen wir ungefair so ... mit Strohmatten auf Steinfussboden.
Zum Glueck kann man das Fenster nicht zumachen,
denn wenn 20 Leute schlafen verbrauchen die ganz schoen viel Sauerstoff.
Auf der Matte rechts neben der, wo das Maedchen draufsteht,
hab ich geschlafen - natuerlich ohne Decke und Kopfkissen.
So kochen wir immer - das in dem grossen Topf sind Mahamri: soooo lecker!
Wenn wir Reis kochen, dann muss der vorher gesaeubert werden - das heisst,
wir suchen den ganzen Dreck raus. Das kann dauern...
(wie beim Getreide aussortieren fuers Brotbacken - errinnerst du dich, Mutti?)
Bei der Essensausgabe: EinProblem, wo ich nie dachte, dass es das geben kann:
Hier wird das Essen eben immer mengenmaessig frei nach Gefuehl ausgeteilt.
Manchmal ist dann nur das Essen alle, bevor alle Teller gefuellt sind
und dann hat man das Problem.
Ich hab ihnen vorgeschlagen, vorher die Portionen zu zaehlen
und dann zu kalkulieren, so dass es aufgeht.
Das haben sie nicht so ganz verstanden - Kenianer haben es oft nicht so mit planen,
selbst, wenn es sich nur um ein paar Minuten handelt...
Mittwoch, 10. November 2010
Neues zum 3-Monats-Tag
Hallo hallo.
Mal wieder ein paar Neuigkeiten von mir.
Am naechsten Montag bin ich nun schon genau 3 Monate hier, was nicht nur bedeutet, dass mein Visum abgelaufen ist. Das allerdings ist fuer uns Deutsche grad ein etwas groesseres Problem, denn wir wissen noch nicht, ob es so einfach ist mit dem Verlaengern und eventuell muessen wir das dann auch bezahlen. Nun ja, die Leute von unserer Organisation hier vor Ort sind eben richtige Kenianer – das bedeutet, sie sind etwas planlos und ziemlich entspannt – und da sind wir nun wieder einmal an der Reihe, uns selber zu kuemmern.
Wenn ich so realisiere, dass jetzt schon ein Viertel von meinem ganzen Jahr rum ist, merk ich, dass die Zeit wirklich schnell vergeht. Aber ich hab noch Einiges vor in den naechsten Monaten. Zum Beispiel wollen wir in drei Wochen nach Lamu – auf eine kleine Insel an der Nordkueste Kenias – fahren, zu irgend einem Kulturfestival. Viel weiss ich nicht darueber, aber Eselwettrennen hat sich auf jeden Fall lustig angehoert. Ausserdem hab ich mir vorgenommen, ein bisschen das Land zu erkunden, vielleicht eine Volunteerkollegin, die im Landesinnere wohnt, besuchen – sie weiss noch nichts davon – oder was mir sonst noch so einfaellt.
Wo ich Weihnachten verbringe weiss ich auch noch nicht. Merlins Gastfamilie hat mich nach Malindi – zirka zwei Stunden Busfahrt von Mombasa entfernt – eingeladen, aber Merlin hatte einen Motorradunfall. Das Krankenhaus vor Ort hat ihr offenes Bein wieder irgendwie zusammengeflickt, aber sehr ungruendlich und in Kenias Hauptstadt Nairobi haben sie es dann noch mal aufgemacht und es noch mal versucht. Merlin hat jetzt entschieden, nach Deutschland zu zurueckzufliegen...
Wo ich nun dran gewohnt war, dass es im Oktober und November kalt wird, dass man ueberall Weihnachtskitsch findet und dass man Pfefferkuchen isst wird es in Mombasa gerade Sommer. Wie ihr vielleicht wisst, war das Wetter bis jetzt immer sehr warm hier, immer so um die 30 Grad. Nachts war es auf jeden Fall schoen, einen Ventilator im Zimmer zu haben und eine Bettdecke war meistens nur ueberfluessig und ich hab gern drauf verzichtet, trotzdem bin ich frueh durchgeschwitzt aufgewacht. Jetzt aber wird es Sommer... Auch wenn man so viel Sommer nur geniessen kann ist es immer mal wieder schoen, wenn es regnet. Gestern hat es vormittags angefangen aus Kannen zu schuetten und unser “Klassenraum“ wurde total ueberflutet. Weil unterrichtet nicht mehr moeglich war, auch, weil es so laut durch den Regen war, haben wir uns mit der Nachbarklasse zusammengetan und unendlich viel gesungen. „Rain, rain, go away, come again another day“ hat zwar nicht direkt etwas gebracht, aber es hat riesen Spass gemacht und nachdem wir noch ein bisschen im Schlamm getanzt haben ist das Wetter auch wieder schoen geworden. In solchen Momenten merke ich immer wieder, dass Kinderlachen eines der schoensten Dinge der Welt ist.
Manchmal gehen wir an den Wochenenden aus unseren kenianischen Welten und kommen in die westliche zurueck. So zum Beispiel waren wir vor zwei Wochen auf einem Musikfestival. Nachdem wir erstmal fuer unsere jetzigen Verhaeltnisse wirklich sehr viel Geld geblecht haben, haben wir realisiert, dass ungefair geschaetzte 70 Prozent der Leute weiss waren. Fuer ein Saft hat man ganze 1 Euro 50 bazahlt und fuer einen Buerger haette man 6 Euro opfern muessen. Auch die Bands waren sehr europaeisch und die unendlich vielen Touristen... na ja, sagen wir mal lieber nichts.
Geschlafen haben wir in ganz einfachen, aber gemuetlichen Huetten fuer 4 Euro Uebernachtungskosten und das fruehstuecken und relaxen am Strand am naechsten Tag war auch sehr entspannend.
Letztes Wochenende hab ich viel Zeit in meiner Gastfamilie verbracht. Meine Gastmutter war eben der Meinung, dass ich krank werde, wenn ich soviel unterwegs bin, sie kennt es nicht, dass jemand viel unternimmt und nicht nur das ganze Wochenende zu Hause ist. (Normaler bin ich am Wochenende nicht da)
Freitag Abend hat sie mir dann gesagt, dass wir morgen Mittag zu einer muslimischen Hochzeit gehen. Da war ich natuerlich erst mal ziemlich aufgeregt, schon alleine, weil ich nicht wusste, was ich denn ueberhaupt anziehen soll. Aber als wir dann am naechsten Tag hingegangen sind, war alles etwas unspektakulaerer als ich es mir vorgestellt habe.
Als wir angekommen sind, sind wir in eine riesige Halle gegangen, wo mehrere hundert Musliminin gegessen haben. Maenner habe ich nicht gesehen, wie gesagt, die feiern getrennt. Nachdem meine Gastmutter und ihre Schwester wirklich unzufrieden mit dem Essen waren und wir noch ungefair eine halbe Stunde gewartet haben sind wir dann auch schon wieder gegangen. Ich hab weder die Braut noch den Braeutigam gesehen und es hat auch niemand zu irgendwelcher Musik getanzt so wie sie es mir vorher beschrieben haben, abgesehen davon, dass es gar keine Musik gab, aber wir waren auch nur eine Stunde da. Ich lass mich mal von der naechsten Hochzeit ueberraschen, aber ich hab auf jeden Fall mal wieder gelernt, dass die Muslime es ein bisschen anders handhaben mit dem heiraten...
Was ich in den letzten Tagen wieder einmal ziemlich stark gemerkt hab ist, dass das Essen hier wirklich richtig lecker ist, auch wenn es irgendwie nichts mit unseren deutschen Malzeiten zu tun hat. Von fettigem Fladenbrot ueber frisches Gemuese bis hin zu suessen, frittierten Teigtaschen mag ich eigentlich fast alles. Mittlerweile ist es auch normal, dass man mal die Rester von Gestern zum Fruehstueck isst – zum Beispiel Reis oder Kartoffeltomatensosse und was wir in Deutschland unseren Tieren verfuettern essen wir hier als Hauptgang und fast jeden Tag: Mais.
Ausserdem wuerde hier wohl niemand seinen Tee ohne den zwei Essloeffeln – das ist eher unter- als uebertrieben – Zucker trinken und auch wenn viel Kaffe aus Afrika kommt – trinken tut den hier irgendwie niemand.
Nun ja, schon alleine um zu lernen, wie man das alles kocht wird es sich gelohnt haben, nach Kenia gegangen zu sein.
Das wars jetzt erst mal wieder von mir. Ich wuensch euch viele schoene naechste Tage und Wochen und geniesst eure Weihnachtszeit, Andere werden sie dieses Jahr vermissen!
Liebe Gruesse aus Afrika,
Ruth
Sonntag, 3. Oktober 2010
Eingelebt
So, jetzt ist mal wieder Zeit für einen Blogeintrag.
Gerade ist Samstag Abend und ich bin sehr geschafft, weil ich in letzter Zeit wirklich viel unterwegs bin. Früh geh ich gegen 6:15 Uhr auf Arbeit und komme gegen 5 wieder, meistens is die Zeit zu knapp, um noch nach Hause zu gehen und deswegen lauf ich direkt zum Büro, wo wir Kiswahiliunterricht haben, wenn wir dann mit Nina und Manuel noch ein bisschen gequatscht haben und ich dann in meiner Gastfamilie ankomme ist es meistens gegen 8 oder 9. Zeit zum Tagebuch schreiben oder lesen bleibt meistens nicht mehr, weil ich mir ein Bett mit meiner Gastmutter teile und wenn sie ins Bett geht muss ich meistens auch, ausserdem ist dann kein Zimmer mehr frei, wo ich sitzen kann, denn in den anderen Zimmern schlafen meine Gastschwestern und damit ist kein Platz mehr für mich, um abends noch was zu machen. Eine kleine 2-Raumwohnung ist eben ziemlich wenig für sechs Leute, aber wir kommen damit gut zurecht, man muss sich eben sehr an die anderen anpassen, aber das ist wirklich okay so.
Allgemein ist es ziemlich krass, in einer muslimischen Familie zu wohnen, weil man jeden Tag Dinge erfährt, von denen man nicht dachte, dass es wirklich wahr sein kann.
Heute wurde mir zum Beispiel erzählt, dass bei einer Hochzeit Männer und Frauen getrennt feiern. Mittags sitzen die Männer zusammen und essen und abends tanzen die Frauen, selbst Braut und Bräutigam sind getrennt zu ihrer Hochzeit, denn wenn ein Mann unter den Frauen am Abend wäre, dann könnten sie nicht ausgiebig tanzen und Spaß haben. Der Bräutigam holt seine Braut dann irgendwann ab und sie fahren alleine nach Hause. Aber wehe, Männer und Frauen, die nicht verheiratet sind, kommen in Kontakt miteinander. Natürlich gibt es im Islam auch keine Beziehungen vor der Ehe und als ich gefragt hab, wie man dann seinen richtigen Partner finden soll, ohne ihn vorher kennen zu lernen (selbst bei Familienfeiern sind Männer und Frauen meistens getrennt) wurde mir gesagt, dass man sich (einfach) einen raussucht – da erklärt sich natürlich von selbst, warum die Männer viele Frauen heiraten.
Was mich auch noch ziemlich schockiert hat war, dass eine Frau, die in ihrer Periode ist, unrein ist und damit nicht beten, nicht fasten und den Koran nicht anfassen darf. Außerdem gehen die Muslime normalerweise nicht in die Disko, weil die Musik „böse“ ist. Dass sie das aber nur sagen und Einige trotzdem gerne tanzen gehen, hab ich mittlerweile schon rausgefunden.
Und auch so ist das Familienleben natürlich total anders als ich es bisher gewohnt war. Zum Beispiel werden die Afrikaner ganz schnell laut beim Reden, zum Anfang dachte ich immer, dass sie streiten, aber das stimmt so nicht, das ist wohl einfach ihre Art zu kommunizieren. Sie verbringen hier auch ganz viel Zeit zusammen, meistens abends und meistens auch vor dem Fernseher, mein Problem dabei ist noch zur Zeit, dass ich nich richtig an den Gesprächen teilnehmen kann, weil sie normalerweise Kiswahili reden, obwohl ich ja sowieso nicht so viel da bin.
Wenn ich es schaffe, dann geh ich sonntags in die Kirche. Das ist dann das Auftanken für die nächste Woche und es ist so genial. Die Menschen stehen zum Singen auf, damit sie besser klatschen und tanzen können und die Kirche ist voll von begeisterten Afrikanern, die während der Predigt „Amen“ und „Hallelujah“ rufen. Meistens singen drei bis vier verschiedene Chöre und als wir das erste mal da waren, sollten wir uns vorstellen und auf ein paar Kiswahilisätze und die Ansage, dass wir für ein Jahr da sind, um armen Menschen zu helfen, haben die Leute begeistert mit Applaus geantwortet. Für mich ist es total faszinierend, wie total die Menschen mit ihrem Herzen dabei sind und ihren Glauben leben. Auch außerhalb der Kirche kriegt man das immer wieder zu spüren, denn man wird immer mal wieder gefragt, ob man Christ oder Muslim ist; zu sagen, dass man nicht an Gott glaubt, würde hier nie in Frage kommen. Davon bin ich wirklich begeistert.
Außerdem geh ich jetzt ab und zu (immer, wenn ich es schaffe) in die Gospelchorprobe, die wirklich anders ist, als ich es gewohnt war. Im letzten halben Jahr haben die eine CD aufgenommen und proben gerade Tanzschritte ein, um im Februar eine DVD zu veröffentlichen. Mitzutanzen macht richtig doll Spaß, auch wenn ich sehr viel aufholen muss, weil die schon viel können, aber ich hab schon viele Komplimente bekommen. Wir rennen und springen die ganze Zeit und man kommt richtig ins Schwitzen. Vielleicht trete ich dem Chor auch bei, auf jeden Fall wurde ich schon oft herzlichst eingeladen. Wenn die Kiswahililessons irgendwann wegfallen, würde der Chor dann an die Stelle rücken.
Letztes Wochenende waren wir mit Nina in Malindi, um zwei weitere Deutsche von AFS zu besuchen, die dort wohnen. Am Samstag waren wir bei Terrys Familie zum Mittag eingeladen und nachmittags haben wir bei Merlin zu Hause einen Obstsalat gemacht. Da ich bei Merlins Familie zu Gast war, haben wir abends zusammen Nudeln gegessen – nach sechs Wochen Nudelpause tat das wirklich richtig richtig gut! – und abends waren wir mit ihren Eltern, die gerade mal 25 und 26 Jahre alt sind, in der Disko, um bis um drei in der Nacht zu tanzen.
Ein Wochenende in einer anderen Gastfamilie hat mal gezeigt, wie unterschiedlich die Afrikaner auch sein können und es war total schön, das andere (christliche) mal kennen zu lernen.
Am Sonntag waren wir am Strand und ich war das erste Mal baden. Der Indische Ozean ist wirklich salzig! Nachdem wir noch ein bisschen durch die Stadt geschlendert sind, war das Wochenende – leider, leider, leider – auch schon wieder vorbei.
Mittlerweile hab ich mich wirklich eingelebt und die Zeit geht so schnell rum. So viele Sachen sind jetzt normal geworden. Ich brauch zum Beispiel gar keine Panik mehr beim Matatu fahren zu haben (zumindest nicht die ganze Zeit) und wenn ich in den Spiegel gucke, wundere ich mich, weiße Haut zu sehen. Außerdem kenne ich jetzt schon die besten Stände wo man Mahamri kaufen kann und weiß ungefair, wo man beim Obstkaufen auf dem Markt am meisten beschissen wird. Die Sonne macht mir immer noch jeden Tag gute Laune und die Röcke, die man als Frau jeden Tag tragen sollte, sind total praktisch und bequem.
Außerdem komme ich immer häufiger ins Gespräch mit Leuten, die ich auf der Straße treffe, auch wenn ich vielleicht mal mehr über deutsches Fußball lernen sollte, denn die meisten Afrikaner wissen hier mehr darüber als ich.
Auch die Liebes- und Heiratsanträge häufen sich und meistens ist es echt zum Lachen, wenn mir zum Beispiel jemand auf der Straße hinterher ruft: „Ah, how are you? I love you!“ oder wenn ich ins Matatu steige und auf einer von rechts kommt “Oh, I love you so much, when I see you than my heart goes down!“ (Dabei darf man nicht vergessen, dass diese Menschen mich vorher noch nie gesehen haben)...
Ihr seht, mir geht’s gut in Kenia und ich fühle mich unheimlich wohl!
Was gibt’s so neues aus Deutschland?
Liebe Grüße aus Afrika und bis bald, die Ruth
Freitag, 24. September 2010
Fotos...
Handmalereien
Chei, mein Gastcousin, Spielcompane und bester Freund, und ich.
Chei und meine Gastcousinen
Es is ziemlich beieindruckend, dass hier jede Frau alles Moegliche
auf ihrem Kopf tragen kann,
egal, ob es 20 Liter Wasser, Stuehle oder Heusaecke sind.
kaum eine Familie hier hat fliessendes Wasser, deswegen gehen die Frauen,
Kinder oder Haushaltsgehilfen jeden Tag zum Wasserholen
die coolen Jungs von nebenan, sie haben Blues im Blut
mal wieder ein Tag am Strand zum entspannen, baden und Leute beobachten
vormittags waren wir beim Beach Cleanup:
4000 Schueler und Freiwillige sind gekommen, um von uns Handschuhe und Muellsaecke
zu bekommen und dann den Strand zu cleanen,
nachher lag trotzdem noch unheimlich viel Muell rum...
mein erstes Bier in Kenia, Tusker, wird wohl mein Lieblingsbier werden
Samstag, 11. September 2010
Afrikaner und Ich
in meiner ersten Woche im Kiswahiliunterricht
mit meinen drei Mitschuelern, die jetzt meine Schueler sind
sie gucken so boese, weil sie nicht so oft fotografiert werden und Angst davor haben
Tanzen mit den Lehrern zur Eroeffnungsfeier der Schule nach den Ferien,
links Mr Juma, dann Md K., Md Eva und Md Ruth
im Hintergrund der kleine Schulchor
selbstbetriebenes "Riesenrat" zum Eid - dem Festival am Ende
von Ramadan
sieht vielleicht harmlos aus, aber wenn man weiss,
dass es nicht kontrolliert, abgesichert oder irgend etwas anderes is,
dann bekommt man auf jeden Fall Herzklopfen!!
30 Shilling (30 Cent) fuer eine Runde
Donnerstag, 26. August 2010
Gastfamilie und sonst so
Ein Hallo aus Afrika!
Seit diesem Freitag wohne ich nun in meiner Gastfamilie, welche aus drei Schwestern im Alter von 34, 17 und 12 Jahren besteht. Die Wohnung ist sehr klein und Sachen wie fließendes Wasser gibt es jetzt auch nicht mehr für mich. Wir waschen uns daher aus einem großen Wassereimer, können auf der Toilette nicht spülen und müssen jeden Tag viele Liter Wasser in den ersten Stock hoch tragen. Auch die Küche ist winzig und besteht nur aus ein paar kleinen Schränken, einem Loch im Boden für das Abwasser und einem winzigen Ofen. Der Rauch steht beim Kochen dann immer im Zimmer und kann nur durch die Fenster nach draußen was der Grund dafür ist, dass manchmal das ganze Haus vor lauter Qualm stinkt.
Im Bad (was ein winziger Raum mit drei Wassereimern ist), in der Küche und auf der Toilette gibt es auch keine geschlossenen Fenster, diese sind nur mit einem Gitter „versperrt“.
Da der Mann der ältesten Schwester (meiner Gastmutter) zur Zeit im Ausland auf Geschäftsreise ist, teile ich mir mit ihr das Schlafzimmer. In dem anderen Zimmer schlafen die beiden anderen Schwestern, aber es wird auch als Wohnzimmer, Esszimmer und Gemeinschaftsraum genutzt. Nachmittags und abends versammeln sich dort alle und gucken zusammen Fernsehen und es ist furchtbar, weil die Sendungen hier sehr sehr schlecht sind...
Mit der Familie komm ich ganz gut zurecht, sie sind sehr freundlich zu mir, eigentlich schon zu freundlich, denn ich darf meistens nicht im Haushalt helfen, bekomm immer den besten Platz vor dem Fernseher und soll als Erste anfangen zu essen. Das kann manchmal sehr belastend sein, aber ich denk, dass lockert sich noch auf. Nur leider unternehmen wir nicht viel. Mir wurde zum Beispiel noch nicht die Stadt, der Strand oder irgend etwas anderes gezeigt und ich muss mich die ganze Zeit selbst beschäftigen was wirklich schwer ist, denn die Gastmutter ist des Öfteren unterwegs – wo, weiß ich auch nicht – und ich kenn mich hier überhaupt noch nicht aus. Ein paar mal waren wir mal kurz bei Verwandten zu Besuch. Dort wurde ich auch immer sehr freundlich aufgenommen und wenn Kinder da sind hab ich auch immer wieder Spaß mit ihnen zu spielen.
Leider sind nur gerade noch Ferien und die Schulen und Kindergärten sind noch geschlossen was bedeutet, dass ich noch nicht arbeiten gehen kann. Gestern bin ich in mein zukünftiges Projekt gegangen um mir das Gebäude mal anzusehen und meine Chefin ein bisschen besser kennen zu lernen und da musste ich leider feststellen, dass dieser Kindergarten wirklich viel Geld hat. Da es nicht das Ziel meines Programmes ist, in Luxuseinrichtungen sich das Leben schön zu machen werde ich wahrscheinlich, noch bevor ich angefangen hab zu arbeiten, meine Arbeitsstelle wechseln müssen. Eventuell komme ich in eine Einrichtung für Waisenkinder, aber das steht jetzt noch nicht ganz fest, zumal ich dann auch meinen Wohnort bzw. meine Gastfamilie wechseln müsste und das sehr umständlich werden würde.
Nun ja, wie ihr merkt, ist gerade noch alles sehr ungewiss und offen und eventuell wird alles anders, als es eigentlich geplant war. Aber das Wetter ist immer noch wahnsinnig schön und die Stadt fasziniert mich immer wieder aufs Neue. Ich freu mich auf jeden Fall, alles besser kennen zu lernen und bin mal gespannt, was noch so alles auf mich zukommt.
Ich hoffe, euch geht es auch gut!
Liebe Grüße aus Afrika, die Ruth
Seit diesem Freitag wohne ich nun in meiner Gastfamilie, welche aus drei Schwestern im Alter von 34, 17 und 12 Jahren besteht. Die Wohnung ist sehr klein und Sachen wie fließendes Wasser gibt es jetzt auch nicht mehr für mich. Wir waschen uns daher aus einem großen Wassereimer, können auf der Toilette nicht spülen und müssen jeden Tag viele Liter Wasser in den ersten Stock hoch tragen. Auch die Küche ist winzig und besteht nur aus ein paar kleinen Schränken, einem Loch im Boden für das Abwasser und einem winzigen Ofen. Der Rauch steht beim Kochen dann immer im Zimmer und kann nur durch die Fenster nach draußen was der Grund dafür ist, dass manchmal das ganze Haus vor lauter Qualm stinkt.
Im Bad (was ein winziger Raum mit drei Wassereimern ist), in der Küche und auf der Toilette gibt es auch keine geschlossenen Fenster, diese sind nur mit einem Gitter „versperrt“.
Da der Mann der ältesten Schwester (meiner Gastmutter) zur Zeit im Ausland auf Geschäftsreise ist, teile ich mir mit ihr das Schlafzimmer. In dem anderen Zimmer schlafen die beiden anderen Schwestern, aber es wird auch als Wohnzimmer, Esszimmer und Gemeinschaftsraum genutzt. Nachmittags und abends versammeln sich dort alle und gucken zusammen Fernsehen und es ist furchtbar, weil die Sendungen hier sehr sehr schlecht sind...
Mit der Familie komm ich ganz gut zurecht, sie sind sehr freundlich zu mir, eigentlich schon zu freundlich, denn ich darf meistens nicht im Haushalt helfen, bekomm immer den besten Platz vor dem Fernseher und soll als Erste anfangen zu essen. Das kann manchmal sehr belastend sein, aber ich denk, dass lockert sich noch auf. Nur leider unternehmen wir nicht viel. Mir wurde zum Beispiel noch nicht die Stadt, der Strand oder irgend etwas anderes gezeigt und ich muss mich die ganze Zeit selbst beschäftigen was wirklich schwer ist, denn die Gastmutter ist des Öfteren unterwegs – wo, weiß ich auch nicht – und ich kenn mich hier überhaupt noch nicht aus. Ein paar mal waren wir mal kurz bei Verwandten zu Besuch. Dort wurde ich auch immer sehr freundlich aufgenommen und wenn Kinder da sind hab ich auch immer wieder Spaß mit ihnen zu spielen.
Leider sind nur gerade noch Ferien und die Schulen und Kindergärten sind noch geschlossen was bedeutet, dass ich noch nicht arbeiten gehen kann. Gestern bin ich in mein zukünftiges Projekt gegangen um mir das Gebäude mal anzusehen und meine Chefin ein bisschen besser kennen zu lernen und da musste ich leider feststellen, dass dieser Kindergarten wirklich viel Geld hat. Da es nicht das Ziel meines Programmes ist, in Luxuseinrichtungen sich das Leben schön zu machen werde ich wahrscheinlich, noch bevor ich angefangen hab zu arbeiten, meine Arbeitsstelle wechseln müssen. Eventuell komme ich in eine Einrichtung für Waisenkinder, aber das steht jetzt noch nicht ganz fest, zumal ich dann auch meinen Wohnort bzw. meine Gastfamilie wechseln müsste und das sehr umständlich werden würde.
Nun ja, wie ihr merkt, ist gerade noch alles sehr ungewiss und offen und eventuell wird alles anders, als es eigentlich geplant war. Aber das Wetter ist immer noch wahnsinnig schön und die Stadt fasziniert mich immer wieder aufs Neue. Ich freu mich auf jeden Fall, alles besser kennen zu lernen und bin mal gespannt, was noch so alles auf mich zukommt.
Ich hoffe, euch geht es auch gut!
Liebe Grüße aus Afrika, die Ruth
Donnerstag, 19. August 2010
Unterwegs mi der Gruppe
Kokosnüsse von der Straße
Bucht in Mombasa und Blick aufs Meer
Gemüse von der Straße für unsereReispfanne
eine Schneiderin beim Rocknähen und ihr "Übersetzer" beim failschen
im Hintergund die berühmten Matatus
Zuchini, Erbsen und ...?
![]() |
| Luxusessen für Deutsche: Bananen, Orangen, Toast mit Marmelade, Eier und frittierte Teigtaschen |
Sonntag, 15. August 2010
Die ersten Eindrücke.
Wir sind nun schon fünf Tage hier in Mombasa und ich kann noch nicht sagen, dass ich mich eingelebt habe. Es ist noch alles viel zu neu. Momentan sind wir noch in der Gruppe und hier in Old Town – direkt am Meer und bekommen jeden Vormittag einen Sprachkurs für fünf Stunden in Kiswaheli. Unser Lehrer ist ein echter Kenianer und richtig gut. Wir lernen und lachen jeden Tag mit ihm sehr viel und konnten die ersten Worte schon in der Öffentlichkeit anwenden. Wenn man auf dem Markt ein paar einheimische Worte sprechen kann wird man auch nur halb so viel über den Tisch gezogen, weil die Leute merken, dass man kein Tourist ist.
Ab um 1 können wir unseren Tag selbst frei gestalten und das ist gar nicht so einfach in einem völlig fremden Land. Außerdem muss man sagen, dass Kenias Küstenzone sehr muslimisch geprägt ist und seit diesem Donnerstag – also seit unserem zweiten Tag – ist Ramadan. Das bedeutet, dass die meisten Menschen hier fasten und dazu zählen auch die Leute, die sich eigentlich ernährsungstechnisch um uns kümmern. Wir versorgen uns also selbst mit Essen und das hieß bis jetzt meistens für 2 Euro im Restaurant sich den Bauch vollhaun oder Obst von der Straße kaufen. Hier isst man viele frittierte Teigsachen, scharfes gekochtes Gemüse, Chapati (Fladenbrot) und natürlich Reis und außerdem isst man gerne mit der (rechten!) Hand.
Nachmittags gehen wir meistens durch die Straßen oder auf den Markt und gucken uns die Stadt an.
Wenn wir auf den Straßen lang laufen und die Menschen, den Verkehr und alles betrachten bin ich jedes Mal wieder wahnsinnig beeindruckt. Das Leben hier ist wirklich anders und ich kann viele Situationen noch nicht einschätzen. Zum Beispiel ist es immer wieder traurig, den bettelnden Menschen „Hapana.“ (nein) oder „Ninataka.“(ich will nicht) sagen zu müssen. Am schlimmsten ist es bei jungen Frauen, die mit ihren Kleinkindern oder Babys auf den Straßen leben. Ich frage mich oft, wie die Menschen von ihrem Miniobststand leben können und damit am Ende noch eine Familie ernähren. Oft sitzen die Menschen auch mit ihren Stühlen an der Straße und gucken einfach nur. Außerdem wird man als Weißer oft angesprochen „we give you a good price“... Aber wenn ich dann die Kinder sehe, die in den engen Gassen und Innenhöfen spielen, und wie die meisten Menschen ganz einfach und simpel leben können denke ich mir oft, dass ich froh bin, hier zu sein.
Gestern sind wir zum ersten Mal an den richtigen Badestrand gefahren und haben uns dazu in die sogenannten Matatus gesetzt. Das sind Kleinbusse, ursprünglich ausgelegt für 9 Mann, die umgebaut wurden. Wenn die Sitzplätze belegt sind, setzt man sich eben bei jemand Anderem auf den Schoß und dann passen auch mal mehr als 20 Leute rein, alles kein Problem. Dafür bezahlt man dann eben auch nur 30 Schillinge (30Cent) und kommt quer durch die gesamte Stadt.
Das Wetter ist noch sehr erträglich mit seinen 30 Grad und es hat auch sogar schon mehrmals geregnet. Es ist eben Winter in Kenia.
Ich hoffe, es geht euch auch gut!?
Schöne grüße aus Afrika, die Ruth
Ab um 1 können wir unseren Tag selbst frei gestalten und das ist gar nicht so einfach in einem völlig fremden Land. Außerdem muss man sagen, dass Kenias Küstenzone sehr muslimisch geprägt ist und seit diesem Donnerstag – also seit unserem zweiten Tag – ist Ramadan. Das bedeutet, dass die meisten Menschen hier fasten und dazu zählen auch die Leute, die sich eigentlich ernährsungstechnisch um uns kümmern. Wir versorgen uns also selbst mit Essen und das hieß bis jetzt meistens für 2 Euro im Restaurant sich den Bauch vollhaun oder Obst von der Straße kaufen. Hier isst man viele frittierte Teigsachen, scharfes gekochtes Gemüse, Chapati (Fladenbrot) und natürlich Reis und außerdem isst man gerne mit der (rechten!) Hand.
Nachmittags gehen wir meistens durch die Straßen oder auf den Markt und gucken uns die Stadt an.
Wenn wir auf den Straßen lang laufen und die Menschen, den Verkehr und alles betrachten bin ich jedes Mal wieder wahnsinnig beeindruckt. Das Leben hier ist wirklich anders und ich kann viele Situationen noch nicht einschätzen. Zum Beispiel ist es immer wieder traurig, den bettelnden Menschen „Hapana.“ (nein) oder „Ninataka.“(ich will nicht) sagen zu müssen. Am schlimmsten ist es bei jungen Frauen, die mit ihren Kleinkindern oder Babys auf den Straßen leben. Ich frage mich oft, wie die Menschen von ihrem Miniobststand leben können und damit am Ende noch eine Familie ernähren. Oft sitzen die Menschen auch mit ihren Stühlen an der Straße und gucken einfach nur. Außerdem wird man als Weißer oft angesprochen „we give you a good price“... Aber wenn ich dann die Kinder sehe, die in den engen Gassen und Innenhöfen spielen, und wie die meisten Menschen ganz einfach und simpel leben können denke ich mir oft, dass ich froh bin, hier zu sein.
Gestern sind wir zum ersten Mal an den richtigen Badestrand gefahren und haben uns dazu in die sogenannten Matatus gesetzt. Das sind Kleinbusse, ursprünglich ausgelegt für 9 Mann, die umgebaut wurden. Wenn die Sitzplätze belegt sind, setzt man sich eben bei jemand Anderem auf den Schoß und dann passen auch mal mehr als 20 Leute rein, alles kein Problem. Dafür bezahlt man dann eben auch nur 30 Schillinge (30Cent) und kommt quer durch die gesamte Stadt.
Das Wetter ist noch sehr erträglich mit seinen 30 Grad und es hat auch sogar schon mehrmals geregnet. Es ist eben Winter in Kenia.
Ich hoffe, es geht euch auch gut!?
Schöne grüße aus Afrika, die Ruth
Mittwoch, 11. August 2010
Angekommen...
HalliHallo!
Gestern Nacht gegen 12 Uhr bin ich entlich nach 24 Stunden unterwegs sein in Mombasa gelandet. Da wir im Flugzeug annähernd gemästet wurden ging es uns ersteinmal ganz gut, abgesehen davon, dass mein gesamtes Gepäck unterwegs verlorengegangen ist und weg war. Den letzten drei Kenianern am Flughafen war das auch recht egal und sie haben mich ersteinmal nach Hause geschickt. Ohne Gepäck, also auch ohne Schlafsack, ohne Schlafsachen und ohne Handtuch (um nach Langem mal wieder duschen zu gehen) haben wir uns dann hingelegt, um zu schlafen.
In dem Haus, in dem wir zu acht untergebracht sind, werden wir von AFSLeuten betreut. Hier gibt es sogar Wasserklo und Dusche (in einem), richtige Betten und allgemein kann man eigendlich von einem Luxusleben reden, was wir hier momentan führen. Nach acht Tagen werden wir dann in Gastfamilien geschickt. Drei von uns (da bin ich dabei) bleiben hier in Mombasa, die anderen werden im Land verteilt.
Als wir gestern nacht mit dem Auto durch die Stadt gefahren sind, war alles wie tod. Abgesehen von den Leuten, die auf der Straße leben, war kein Mensch zu sehen. Im Vergleich dazu ist am Tag richtig viel los. Überall Leute, die an der Straße Bananen oder alte Schule verkaufen oder Kinder, die uns Weißen hinterherrennen, damit wir Ihnen etwas geben. Da war es schon merkwürdig, als ein kleiner Junge heute 10 Minuten neben uns herlief und uns immer wieder anguckte und seine Hand ausstreckte.
Auf den Straßen von Mombasa ist die Hölle los. Eigentlich ist Linksverkehr, aber davon sieht man oft nichts, weil jeder da lang fährt, wo er gerade will. Auch Männer mit Schuppkarren rennen auf den Hauptstraßen rum.
Seit heut nachmittag hab ich mein Gepäck wieder und wir bekommen gerade viel Freizeit um uns alles anzugucken und uns langsam einzugewöhnen. Auch das Meer ist wahnsinnig schön und damit kann ich euch ersteinmal sagen, dass es mir hier gut geht.
Liebe Grüße aus Afrika und bis zum nächsten Mal.
die Ruth
Gestern Nacht gegen 12 Uhr bin ich entlich nach 24 Stunden unterwegs sein in Mombasa gelandet. Da wir im Flugzeug annähernd gemästet wurden ging es uns ersteinmal ganz gut, abgesehen davon, dass mein gesamtes Gepäck unterwegs verlorengegangen ist und weg war. Den letzten drei Kenianern am Flughafen war das auch recht egal und sie haben mich ersteinmal nach Hause geschickt. Ohne Gepäck, also auch ohne Schlafsack, ohne Schlafsachen und ohne Handtuch (um nach Langem mal wieder duschen zu gehen) haben wir uns dann hingelegt, um zu schlafen.
In dem Haus, in dem wir zu acht untergebracht sind, werden wir von AFSLeuten betreut. Hier gibt es sogar Wasserklo und Dusche (in einem), richtige Betten und allgemein kann man eigendlich von einem Luxusleben reden, was wir hier momentan führen. Nach acht Tagen werden wir dann in Gastfamilien geschickt. Drei von uns (da bin ich dabei) bleiben hier in Mombasa, die anderen werden im Land verteilt.
Als wir gestern nacht mit dem Auto durch die Stadt gefahren sind, war alles wie tod. Abgesehen von den Leuten, die auf der Straße leben, war kein Mensch zu sehen. Im Vergleich dazu ist am Tag richtig viel los. Überall Leute, die an der Straße Bananen oder alte Schule verkaufen oder Kinder, die uns Weißen hinterherrennen, damit wir Ihnen etwas geben. Da war es schon merkwürdig, als ein kleiner Junge heute 10 Minuten neben uns herlief und uns immer wieder anguckte und seine Hand ausstreckte.
Auf den Straßen von Mombasa ist die Hölle los. Eigentlich ist Linksverkehr, aber davon sieht man oft nichts, weil jeder da lang fährt, wo er gerade will. Auch Männer mit Schuppkarren rennen auf den Hauptstraßen rum.
Seit heut nachmittag hab ich mein Gepäck wieder und wir bekommen gerade viel Freizeit um uns alles anzugucken und uns langsam einzugewöhnen. Auch das Meer ist wahnsinnig schön und damit kann ich euch ersteinmal sagen, dass es mir hier gut geht.
Liebe Grüße aus Afrika und bis zum nächsten Mal.
die Ruth
Abonnieren
Posts (Atom)
.png)
.png)
.png)
.png)
.png)
.png)
.png)
.png)
.png)
.png)
.png)
.png)