Was ich alles schreiben wollte, kurz vor meinem Abflug, zu meinem Abflug, an meinem ersten Tag, nach ein paar Tagen. Und jetzt... bin ich wie geflashed. Ich kann absolut nichts sagen, nur, dass ich grad nichts weiss, nich, wies mir geht, nicht, was ich in den naechsten Stunden (Tagen, Wochen,...) vorhabe, nicht, welches deutsche Essen am besten schmeckt. Von einer Welt in die andere geworfen, uebernacht, und dann soll man damit zurechtkommen? Wer weiss, was in den naechsten Tagen kommt, hoffentlich gewinne ich meinen Kopf bald zurueck.
Liebe Gruesse, wenn wir uns noch nicht gesehen haben, dann wird das wahrscheinlich bald passieren. Krass oder? Wie kurz ein Jahr doch ist und wie schnell alles vorbei geht...
Sonntag, 7. August 2011
Donnerstag, 23. Juni 2011
Geniessen.
Wieder einmal ist mir aufgefallen, dass es Zeit wird fuer einen Blogeintrag, denn so wie ich realisiert habe, war der letzte an einem sehr sehr schlechten Tag geschrieben, und wenn ihr jetzt denkt, dass es mir den ganzen letzten Monat so ging, dann is das sehr falsch, weil so gings mir absolut nicht.
Zugegeben, in der Schule habe ich momentan nich so die riesen Freude. Ich kann gar nicht beschreiben, wieso eigentlich nicht, denn meine Kinder sind alle samt sehr sehr cool und ich hab sie so sehr ins Herz geschlossen. Und sie mich auch, denn meistens, wenn ich eher nach Hause gehe, betteln sie mich, dass ich doch noch laenger bleiben soll und sind dann voll traurig, wenn ich mich dann doch irgendwann losreissen kann. Trotzdem sitz ich dann meistens im Unterricht, immer mit einem Blick auf die Uhr, und warte, bis es denn entlich um 12 ist. Aber da die Zeit hier in Kenya anscheinend zirka drei Mal so schnell vergeht, ist das auch kein grosses Problem und sehr bald ist es auch schon nachmittags. Was ich die ganze Zeit so treibe weiss ich auch gar nicht so richtig. Irgendwie vergehen die Tage immer so wahnsinnig schnell und fast jeden Abend kann ich sagen, dass ich viel erlebt habe.
Das die Zeit so unheimlich schnell vergeht, ist mir schon immer aufgefallen, nur dass es jetzt irgendwie noch viel krasser ist. Jeden Freitag hab ich das Gefuehl, dass nach zwei Tagen schon wieder Wochenende ist und nach ein paar Stunden, so fuehlt es sich an, ist dann schon wieder Sonntag Abend. So sitz ich jetzt auch hier und wenn ich die Wochen zaehle, dann verbleiben mir noch 6. 6 Wochen, was fuer ein Witz. Davon bin ich nur noch 2 Wochen arbeiten, dann haben wir unser Endseminar und dann noch 21 Tage, um die letzte Zeit noch ein bisschen zu geniessen und uns von allen und allem zu verabschieden. Auf Arbeit kommt jetzt schon immer ein anderer Lehrer mit in die Klasse, damit wir langsam Uebergabe machen koennen und wenn ich Waschmittel oder Aehnliches kaufe, dann nur noch die kleine Packung mit dem (schrecklichen) Gedanken "Es lohnt sich nicht mehr." Ich merke langsam, wie es dem Ende zugeht und kann es einfach nicht fassen. Immer mehr hab ich das Gefuehl, dass ich unbedingt hier bleiben will, immer staerker spuere ich, wie ich diesen Ort hier mit allem, was dazu gehoert, sehr sehr doll ins Herz geschlossen habe und jetzt soll es auf einmal vorbei sein. Dass ich nicht lache.
Mein derzeitiges Leben besteht eigentlich daraus, zu feiern, zu entspannen, ueber Gott, die Welt und Afrika zu diskutieren und philosophieren und sich mit Freunden auf die unterschiedlicheste Art und Weise die Zeit zu vertreiben. Am Wochenende gehen wir oft tanzen, letzten Sonntag waren wir am Srand, morgen koch ich mit Freunden fuer die ganze Bande. Zwischendurch sind wir immer noch fleissig am Mangos essen, Film gucken, quatschen, durch die Stadt laufen und gestern warn wir sogar mal im Fitnessstudio. Wenn man dann vielleicht noch ungefair weiss, was fuer Musik ich so zu Zeit hoere, dann merkt man wohl, dass sich mein Leben gerade schon sehr von meinem deutschen unterscheidet...
Meine Gefuehle momentan kann ich einfach nicht beschreiben, ihr sollt nur wissen, dass es mir unglaublich gut geht. Alles scheint (meistens) so perfekt und wenn ich Probleme auf Arbeit hab, dann zaehlt das irgendwie nichts, weil das von allem, was es sonst so gibt, wieder voll weggewischt wird. Ich bin einfach nur so dankbar, dass es mich auf diesen Teil der Erde geschickt hat!
Ich hoffe, ihr habt auch eine wunderschoene Zeit! Wie ich weiss, ist Pfingsten, der Kirchentag und die erste Heuernte schon vorbei? Unbegreiflich...
Ganz liebste Gruesse aus dem fernen Afrika,
eure Ruth
Zugegeben, in der Schule habe ich momentan nich so die riesen Freude. Ich kann gar nicht beschreiben, wieso eigentlich nicht, denn meine Kinder sind alle samt sehr sehr cool und ich hab sie so sehr ins Herz geschlossen. Und sie mich auch, denn meistens, wenn ich eher nach Hause gehe, betteln sie mich, dass ich doch noch laenger bleiben soll und sind dann voll traurig, wenn ich mich dann doch irgendwann losreissen kann. Trotzdem sitz ich dann meistens im Unterricht, immer mit einem Blick auf die Uhr, und warte, bis es denn entlich um 12 ist. Aber da die Zeit hier in Kenya anscheinend zirka drei Mal so schnell vergeht, ist das auch kein grosses Problem und sehr bald ist es auch schon nachmittags. Was ich die ganze Zeit so treibe weiss ich auch gar nicht so richtig. Irgendwie vergehen die Tage immer so wahnsinnig schnell und fast jeden Abend kann ich sagen, dass ich viel erlebt habe.
Das die Zeit so unheimlich schnell vergeht, ist mir schon immer aufgefallen, nur dass es jetzt irgendwie noch viel krasser ist. Jeden Freitag hab ich das Gefuehl, dass nach zwei Tagen schon wieder Wochenende ist und nach ein paar Stunden, so fuehlt es sich an, ist dann schon wieder Sonntag Abend. So sitz ich jetzt auch hier und wenn ich die Wochen zaehle, dann verbleiben mir noch 6. 6 Wochen, was fuer ein Witz. Davon bin ich nur noch 2 Wochen arbeiten, dann haben wir unser Endseminar und dann noch 21 Tage, um die letzte Zeit noch ein bisschen zu geniessen und uns von allen und allem zu verabschieden. Auf Arbeit kommt jetzt schon immer ein anderer Lehrer mit in die Klasse, damit wir langsam Uebergabe machen koennen und wenn ich Waschmittel oder Aehnliches kaufe, dann nur noch die kleine Packung mit dem (schrecklichen) Gedanken "Es lohnt sich nicht mehr." Ich merke langsam, wie es dem Ende zugeht und kann es einfach nicht fassen. Immer mehr hab ich das Gefuehl, dass ich unbedingt hier bleiben will, immer staerker spuere ich, wie ich diesen Ort hier mit allem, was dazu gehoert, sehr sehr doll ins Herz geschlossen habe und jetzt soll es auf einmal vorbei sein. Dass ich nicht lache.
Mein derzeitiges Leben besteht eigentlich daraus, zu feiern, zu entspannen, ueber Gott, die Welt und Afrika zu diskutieren und philosophieren und sich mit Freunden auf die unterschiedlicheste Art und Weise die Zeit zu vertreiben. Am Wochenende gehen wir oft tanzen, letzten Sonntag waren wir am Srand, morgen koch ich mit Freunden fuer die ganze Bande. Zwischendurch sind wir immer noch fleissig am Mangos essen, Film gucken, quatschen, durch die Stadt laufen und gestern warn wir sogar mal im Fitnessstudio. Wenn man dann vielleicht noch ungefair weiss, was fuer Musik ich so zu Zeit hoere, dann merkt man wohl, dass sich mein Leben gerade schon sehr von meinem deutschen unterscheidet...
Meine Gefuehle momentan kann ich einfach nicht beschreiben, ihr sollt nur wissen, dass es mir unglaublich gut geht. Alles scheint (meistens) so perfekt und wenn ich Probleme auf Arbeit hab, dann zaehlt das irgendwie nichts, weil das von allem, was es sonst so gibt, wieder voll weggewischt wird. Ich bin einfach nur so dankbar, dass es mich auf diesen Teil der Erde geschickt hat!
Ich hoffe, ihr habt auch eine wunderschoene Zeit! Wie ich weiss, ist Pfingsten, der Kirchentag und die erste Heuernte schon vorbei? Unbegreiflich...
Ganz liebste Gruesse aus dem fernen Afrika,
eure Ruth
Sonntag, 22. Mai 2011
Was fuers Auge
Es ist mal wieder Zeit, euch ein paar Bilder zu zeigen. Leider habe ich in meinem letzen Urlaub wirklich nur sehr wenige Bilder gemacht, auch wenn es eigentlich echt genug zum Festhalten gegeben haette. Naja, ich hoffe, ihr habt trotzdem Freude damit...:
Aus dem Bus raus.
Es ist unglaublich, was Kenianer fuer einen CocaColakonsum haben und ich finde es sehr lustig zu sehen, wenn die tausenden von Flaschen antransportiert werden. Das ist uebrigens in Lamu.
Das ist auf unserem Bootstripp, der einfach nur unglaublich schoen war. Wir sind ins noch verlasserene Nichts gefahren und haben geangelt, geschnorchelt, entspannt. Die Herrschaften haben, auf dem Boot, fuer uns gekocht und es war sooo lecker!
Als wir dann, ungefair eine Woche nach dem Lamuurlaub, in Meru gelandet sind, gab es einfach zu viele Wolken am Himmel, sodass ich den Mt. Kenya nicht sehen konnte, aber wir hatten trotzdem einen schoener Ausblick wie ich finde.
Solche Huettchen gibt es irgendwie ueberall, aber nicht jede hat diese Aufschrift...
Am Elementaitasee waren wir leider nur ungefair zwei Stunden, weil das Wetter schon echt gruselig war und wir die ganze Zeit dachte, dass gleich ein riesen Gewitter loslegen wuerde und damit haben wir nicht allzuviel von den Flamigongs und Zebras gesehen, dafuer habe ich mit meiner Familie telefoniert, auch wenn selbst das sehr in die Hosen ging, denn die Verbindung war so schlecht.
Ein paar Tage spaeter war ich dann in Kampala, wo ich im ersten Backpackerhostel den lieben Niederlaender kennen gelernt habe, der mir freundlicher Weise die halbe Stadt gezeigt hat. Gute Geheimtipps und ein paar unheimlich witzige Stunden, denn er hat, egal wovon er gesprochen hat, bei jedem Satz gelacht.
Eine von Kampalas vielen Strassen.
Diese BodaBodas haben wir jeden Tag mehrmals genutzt in Form eines Taxis, nur eben sehr billig, wie man sich das vielleicht schon denken kann. Nur dass sie nicht so ganz unsicher sind. Bei meiner ersten Fahrt schreit ein Freund von hinten: "Hey Ruth, jeden Tag sterben 5 Leute in Kampala aufgrund eines Bodabodaunfalls." Aber irgendwann gewoehnt man sich an alles...
Die zweitgroesste Moschee ganz Ostafrikas, vorallem von innen beeindruckend.
Das sind die ersten Meter des Nils und ein Stueck vom Viktoriasee. Schon schoen...
Naja, das ist jetzt vielleicht nicht die schoenste Bilderauswahl, aber ich konnte meinen Urlaub schon sehr geniessen und dafuer musste eben die Kamera im Rucksack bleiben.
Irgendwie kann ich das, was ich von dem Land gesehen habe, nicht in Worte fassen und auch die Bilder sagen irgendwie nichts darueber aus. Am Krassesten finde ich irgendwie immer wieder, wie anders diese Welt hier ist und das fasziniert mich so. Dieser Ort hier ist mir jetzt schon sehr ans Herz gewachsen!
Aus dem Bus raus.
Es ist unglaublich, was Kenianer fuer einen CocaColakonsum haben und ich finde es sehr lustig zu sehen, wenn die tausenden von Flaschen antransportiert werden. Das ist uebrigens in Lamu.
Das ist auf unserem Bootstripp, der einfach nur unglaublich schoen war. Wir sind ins noch verlasserene Nichts gefahren und haben geangelt, geschnorchelt, entspannt. Die Herrschaften haben, auf dem Boot, fuer uns gekocht und es war sooo lecker!
Als wir dann, ungefair eine Woche nach dem Lamuurlaub, in Meru gelandet sind, gab es einfach zu viele Wolken am Himmel, sodass ich den Mt. Kenya nicht sehen konnte, aber wir hatten trotzdem einen schoener Ausblick wie ich finde.
Solche Huettchen gibt es irgendwie ueberall, aber nicht jede hat diese Aufschrift...
Am Elementaitasee waren wir leider nur ungefair zwei Stunden, weil das Wetter schon echt gruselig war und wir die ganze Zeit dachte, dass gleich ein riesen Gewitter loslegen wuerde und damit haben wir nicht allzuviel von den Flamigongs und Zebras gesehen, dafuer habe ich mit meiner Familie telefoniert, auch wenn selbst das sehr in die Hosen ging, denn die Verbindung war so schlecht.
Ein paar Tage spaeter war ich dann in Kampala, wo ich im ersten Backpackerhostel den lieben Niederlaender kennen gelernt habe, der mir freundlicher Weise die halbe Stadt gezeigt hat. Gute Geheimtipps und ein paar unheimlich witzige Stunden, denn er hat, egal wovon er gesprochen hat, bei jedem Satz gelacht.
Eine von Kampalas vielen Strassen.
Diese BodaBodas haben wir jeden Tag mehrmals genutzt in Form eines Taxis, nur eben sehr billig, wie man sich das vielleicht schon denken kann. Nur dass sie nicht so ganz unsicher sind. Bei meiner ersten Fahrt schreit ein Freund von hinten: "Hey Ruth, jeden Tag sterben 5 Leute in Kampala aufgrund eines Bodabodaunfalls." Aber irgendwann gewoehnt man sich an alles...
Die zweitgroesste Moschee ganz Ostafrikas, vorallem von innen beeindruckend.
Das sind die ersten Meter des Nils und ein Stueck vom Viktoriasee. Schon schoen...
Naja, das ist jetzt vielleicht nicht die schoenste Bilderauswahl, aber ich konnte meinen Urlaub schon sehr geniessen und dafuer musste eben die Kamera im Rucksack bleiben.
Irgendwie kann ich das, was ich von dem Land gesehen habe, nicht in Worte fassen und auch die Bilder sagen irgendwie nichts darueber aus. Am Krassesten finde ich irgendwie immer wieder, wie anders diese Welt hier ist und das fasziniert mich so. Dieser Ort hier ist mir jetzt schon sehr ans Herz gewachsen!
Montag, 9. Mai 2011
Aufgeben?
Hallo schon wieder von mir!
So schnell habe ich noch nie einen neuen Blogeintrag geschrieben und wobei ihr ja alle erst vor zwei Tagen von mir gehoert habt, muss ich mich schon wieder mitteilen.
Als ich heute frueh meinen Wecker gehoert hab, wollte ich absolut nicht aufstehen. Das hat zwei Gruende. Der erste: Zugegeben, ich war in letzter Zeit oft feiern oder hab mit Freunden bis in die Nacht hinein gequatscht. Viel geschlafen hab ich auch nicht und deswegen wundere ich mich nicht, wenn ich muede bin. Der zweite: ich hab es ja in der letzten Rundmail schon geschrieben, dass ich momentan einfach nicht wirklich meinen Platz auf Arbeit finde und es immer wieder schwer fuer mich ist, zu unterrichten, mit den anderen Lehrern zu agieren, mit der Armut umzugehen und das alles am besten noch gut zu meistern. Nach sechs Wochen Pause, hab ich vermutet, wird es dann wohl noch schlimmer werden als sonst.
Als ich dann in die Schule gegangen bin, hab ich mich die ersten fuenf Minuten nicht gut gefuehlt, nach einer halben Stunde dann aber hab ich nicht mehr gewusst, wie ich diesen Tag ueberstehen soll, geschweige denn die naechsten Wochen und Monate. Es war schon so anstrengend, einfach da zu sein. So viel hat mich runtergezogen: die ersten Schlaege auf die Kinder, dann die Vorstellung, heute wieder drei Klassen zu haben, da meine Kollegin nicht da war, der Kommentar einer Lehrerin „du siehst aus, als waerst du in Deutschland gewesen, wie ein richtiger Mzungu (Weisser)“ (genau das will man hier eben nicht sein und dagegen arbeitet man eigentlich immer wieder so hart an). Dann sagte mir Mr. Kassim, dass er mich so vermisst hat und dass er so froh ist, dass ich wieder da bin. Dabei wollte er mich einfach nicht loslassen und kam mit unangenehm nah. Zur Erklaerung: Dieser Mensch raucht, trinkt Alkohol in Mengen, dass er anfaengt, unschuldige Schueler unangebracht zu beschimpfen und zu verpruegeln, hat den Ruf, Frauen und Maedchen sehr zu belaestigen und nutzt es einfach unglaublich aus, dass die Schule ihn braucht. Kurz: ein alter, perverser Sack, vor dem man Angst hat und sich ekelt.
Dann hab ich meine Kinder gesehen. Einige kamen wieder von Weitem angerannt, um mich zu begruessen und haben sich anscheinend wirklich gefreut, mich zu sehen, aber andere haben mir nur einen kurzen Blick geschenkt, um dann schnell wegzugucken. So, wie das Leute machen, die einen nicht kennen. Ich war wohl wirklich lange weg, dass sie mich vergessen haben oder dass die Beziehung, die wir da aufgebaut haben, einfach nicht mehr existiert. Sicherlich kann das wieder werden, aber irgendwie tat es trotzdem unglaublich weh.
Wenn ich jetzt hier in meiner Wohnung bin, weiss ich gar nicht mehr so richtig, was eigentlich so schlimm ist, aber als ich heute frueh auf dem Schulhof stand war ich mir sicher, dass ich nicht laenger bleiben kann. Ich wusste einfach, dass ich da weg muss und alles nicht laenger aushalten kann.
Als ich mit meinem Direktor geredet habe, schien der sehr verstaendnisvoll, auch wenn es ihn wohl doch verwirrt hat, als ich vor ihm in Traenen ausgebrochen bin. Er wollte mich aufmuntern und meinte, dass er nie gedacht haette, dass ich ueberhaupt laenger als zwei Monate da bleibe und mit den Schuelern auf dem Fussboden in der Schule ohne irgendwas uebernachte, dass ich so gut den Kontakt zu den Kindern und den Lehrern gefunden habe und mich im Dorf integrieren konnte. Er meinte, er koenne meine Arbeit sehr schaetzen und sieht, wie viel ich den Schueler jetzt schon mitgegeben habe und dass sie mich ihr Leben lang nicht vergessen werden. Viele viele Worte, die man wirklich gerne hoert und nachdenen man wirklich mehr Mut hat, weiter zu kaempfen. Schade nur, dass ich eigentlich sicher sein kann, dass er einfach nach Gruenden gesucht hat, mich irgendwie da zu behalten. Natuerlich will er die Weisse nicht gehen lassen und damit kann ich das alles wohl doch nicht mehr so ernst nehmen, abgesehen davon, dass ich die Haelfte der Dinge sowieso gegenteilig gesehen hab.
Ich bin grad wirklich an dem Punkt angelangt, wo ich absolut nicht weiss, was ich tun soll.
Dieser Text endet hier, ich weiss, ein komischer Eintrag, aber ich musste mal kurz aufschreiben, was heute eigentlich wieder los war um festzustellen, dass eigentlich nichts los war. Oder doch? Ich weiss gerade nicht so recht, wie ich vernuenftig denken soll und ob ich mein Projekt abbrechen soll oder nicht. Ich wueder mich wohl schwach fuehlen, als haette ich wieder einmal versagt.
Wann kommt der Punkt, wo man an einer Sache kaputt gehen kann und wie lange sollte man Dinge einfach durchziehen und bis zu Ende bringen?
Ich hoffe, bei euch ist alles im gruenen Bereich. Ich freu mich, wenn ihr euch mal wieder meldet.
Liebe Gruesse von der anderen Halbkugel,
die Ruth
So schnell habe ich noch nie einen neuen Blogeintrag geschrieben und wobei ihr ja alle erst vor zwei Tagen von mir gehoert habt, muss ich mich schon wieder mitteilen.
Als ich heute frueh meinen Wecker gehoert hab, wollte ich absolut nicht aufstehen. Das hat zwei Gruende. Der erste: Zugegeben, ich war in letzter Zeit oft feiern oder hab mit Freunden bis in die Nacht hinein gequatscht. Viel geschlafen hab ich auch nicht und deswegen wundere ich mich nicht, wenn ich muede bin. Der zweite: ich hab es ja in der letzten Rundmail schon geschrieben, dass ich momentan einfach nicht wirklich meinen Platz auf Arbeit finde und es immer wieder schwer fuer mich ist, zu unterrichten, mit den anderen Lehrern zu agieren, mit der Armut umzugehen und das alles am besten noch gut zu meistern. Nach sechs Wochen Pause, hab ich vermutet, wird es dann wohl noch schlimmer werden als sonst.
Als ich dann in die Schule gegangen bin, hab ich mich die ersten fuenf Minuten nicht gut gefuehlt, nach einer halben Stunde dann aber hab ich nicht mehr gewusst, wie ich diesen Tag ueberstehen soll, geschweige denn die naechsten Wochen und Monate. Es war schon so anstrengend, einfach da zu sein. So viel hat mich runtergezogen: die ersten Schlaege auf die Kinder, dann die Vorstellung, heute wieder drei Klassen zu haben, da meine Kollegin nicht da war, der Kommentar einer Lehrerin „du siehst aus, als waerst du in Deutschland gewesen, wie ein richtiger Mzungu (Weisser)“ (genau das will man hier eben nicht sein und dagegen arbeitet man eigentlich immer wieder so hart an). Dann sagte mir Mr. Kassim, dass er mich so vermisst hat und dass er so froh ist, dass ich wieder da bin. Dabei wollte er mich einfach nicht loslassen und kam mit unangenehm nah. Zur Erklaerung: Dieser Mensch raucht, trinkt Alkohol in Mengen, dass er anfaengt, unschuldige Schueler unangebracht zu beschimpfen und zu verpruegeln, hat den Ruf, Frauen und Maedchen sehr zu belaestigen und nutzt es einfach unglaublich aus, dass die Schule ihn braucht. Kurz: ein alter, perverser Sack, vor dem man Angst hat und sich ekelt.
Dann hab ich meine Kinder gesehen. Einige kamen wieder von Weitem angerannt, um mich zu begruessen und haben sich anscheinend wirklich gefreut, mich zu sehen, aber andere haben mir nur einen kurzen Blick geschenkt, um dann schnell wegzugucken. So, wie das Leute machen, die einen nicht kennen. Ich war wohl wirklich lange weg, dass sie mich vergessen haben oder dass die Beziehung, die wir da aufgebaut haben, einfach nicht mehr existiert. Sicherlich kann das wieder werden, aber irgendwie tat es trotzdem unglaublich weh.
Wenn ich jetzt hier in meiner Wohnung bin, weiss ich gar nicht mehr so richtig, was eigentlich so schlimm ist, aber als ich heute frueh auf dem Schulhof stand war ich mir sicher, dass ich nicht laenger bleiben kann. Ich wusste einfach, dass ich da weg muss und alles nicht laenger aushalten kann.
Als ich mit meinem Direktor geredet habe, schien der sehr verstaendnisvoll, auch wenn es ihn wohl doch verwirrt hat, als ich vor ihm in Traenen ausgebrochen bin. Er wollte mich aufmuntern und meinte, dass er nie gedacht haette, dass ich ueberhaupt laenger als zwei Monate da bleibe und mit den Schuelern auf dem Fussboden in der Schule ohne irgendwas uebernachte, dass ich so gut den Kontakt zu den Kindern und den Lehrern gefunden habe und mich im Dorf integrieren konnte. Er meinte, er koenne meine Arbeit sehr schaetzen und sieht, wie viel ich den Schueler jetzt schon mitgegeben habe und dass sie mich ihr Leben lang nicht vergessen werden. Viele viele Worte, die man wirklich gerne hoert und nachdenen man wirklich mehr Mut hat, weiter zu kaempfen. Schade nur, dass ich eigentlich sicher sein kann, dass er einfach nach Gruenden gesucht hat, mich irgendwie da zu behalten. Natuerlich will er die Weisse nicht gehen lassen und damit kann ich das alles wohl doch nicht mehr so ernst nehmen, abgesehen davon, dass ich die Haelfte der Dinge sowieso gegenteilig gesehen hab.
Ich bin grad wirklich an dem Punkt angelangt, wo ich absolut nicht weiss, was ich tun soll.
Dieser Text endet hier, ich weiss, ein komischer Eintrag, aber ich musste mal kurz aufschreiben, was heute eigentlich wieder los war um festzustellen, dass eigentlich nichts los war. Oder doch? Ich weiss gerade nicht so recht, wie ich vernuenftig denken soll und ob ich mein Projekt abbrechen soll oder nicht. Ich wueder mich wohl schwach fuehlen, als haette ich wieder einmal versagt.
Wann kommt der Punkt, wo man an einer Sache kaputt gehen kann und wie lange sollte man Dinge einfach durchziehen und bis zu Ende bringen?
Ich hoffe, bei euch ist alles im gruenen Bereich. Ich freu mich, wenn ihr euch mal wieder meldet.
Liebe Gruesse von der anderen Halbkugel,
die Ruth
Samstag, 7. Mai 2011
Frei, frei und immer noch frei!
Hallo nach Deutschland!!
Jetzt eine Rundmail zu schreiben kostet mich wirklich viel Ueberwindung und ich merk schon nach der ersten Zeile, dass ich mich schon ca. neun Mal vertippt hab. Wie nervig, aber ich bleib tapfer und versuch, euch ein bisschen von meinem Leben der letzten sechs Wochen zu berichten.
Um euch auch gleich am Anfang die Hoffnung zu nehmen, von irgend welchen spannenden Schokokindergeschichten zu hoeren: Ich hatte sechs Wochen frei. Yeah, darueber kann man sich natuerlich nicht beschweren.
Nachdem mir die ganze Sache mit meiner Schule wohl doch ganz schoen zu schaffen gemacht hat, was ich selbst irgendwie nie so realisiert habe, bin ich Mitte Maerz mit den wohl schlimmsten Kopfschmerzen meines Lebens und staendigen Schwindelanfaellen begleitet von Ubelkeit und Schlappheit dann doch irgendwann zum Arzt gegangen. Auch wenn ich mich anfangs gegen zwei Wochen Krankschreibung wehren wollte, konnte ich dann irgendwann einsehen, dass man bei diesem Wetter nicht so leichtsinnig sein sollte und habs mir in meinem Zimmer dann recht gemuetlich gemacht. Puenktlich zum Ferienbeginn bin ich natuerlich auch wieder gesund geworden. Meine Erkenntnis ueber die medizinischen Versorgung in Kenia: Wenn du irgendwas hast, egal was, nimm Tabletten. Mein Rekord waren 14 Stueck pro Tag, das eine Woche lang. Wie gut oder nicht gut das fuer meinen Koerper ist, darueber werde ich jetzt nicht philosophieren, jedenfalls bin ich wieder top fit!
In der ersten Ferienwoche sind wir mit Nina wieder mal nach Lamu gefahren, was, natuerlich, wieder unbeschreiblich schoen war. Dort zu sein ist, wie aus Kenia raus in eine andere Welt. Na gut, vielleicht uebertreib ich auch masslos, aber wir konnten super gut entspannen und hatten einfach eine coole Zeit.
In der zweiten Ferienwoche gings mit Urlaub weiter, wir sind mit Terry und Wencke einmal um den Mt Kenya drumherum. Von Stadt zu Stadt, immer nur fuer eine Nacht, um am naechsten Tag wieder im Matatu zu sitzen, um weiter die ganze Zeit krasse Landschaften anzugucken, die sich aller halben Stunde irgendwie total veraendern. Das Problem beim taeglichen Matatufahren ist Folgendes: In Deutschland kann man wohl schon Wochen vor der Reise im Internet und auf saemtlichen Fahrplaenen lesen, wann dir Reise beginnt, wie lange sie dauern wird und zu welcher Minute man am ausgewaehlten Reisezeil ankommen wird. Das krasse dabei ist ja, dass es meistens genau so stimmt. In Kenia ist das so, dass man sich in ein Matatu setzt und wartet, bis dies voll ist, damit der Fahrer dann startet. Da man nie wissen kann, wie viele Leute in der naechsten Zeit die gleich Strecke fahren wollen, kann es sich entweder um fuenf Minuten oder eben um drei Stunden handeln. Aus der Erfahrung und noch vielen vielen anderen haben wir wieder einmal gelernt: NIEMALS planen! Wir wussten am Morgen noch nicht, wo wir mittags sind und in welcher Stadt wir diesmal uebernachten. Und ganz ehrlich gesagt mag ich sowas so gern!
Nachdem die beiden Maedels wieder nach Mombasa mussten, hab ich mich ziemlich spontan noch entschlossen, nach Uganda zu fahren, um wieder andere Freiwillige zu treffen. Wir haben uns die Hauptstadt Kampala angeguckt, wo ich sogar mal in eine Moschee rein durfte. In Mombasa wurde mir das immer verboten, meine Gastfamilie meinte, dass es da keine Chance fuer mich gibt, es sei denn, ich konvertiere zum Islam. Dort musste ich dafuer einen Euro fuers Kopftuch und eine Spende fuer den schlechtesten Rundgang der Welt abtreten, was mich ziemlich stark genervt hat, weil ich es nicht ab kann, wenn Leute mit so was versuchen, Geld zu machen. Aber natuerlich, es gibt viel krassere Dinge, bei denen es sich viel mehr lohnt, sich aufzuregen…
Danach war ich war noch ein paar Tage bei anderen Freiwilligen – ja, genau, dieses Netz zwischen den ganzen FWDlern funktioniert prima! – auf dem Land und habe versucht, Unterschiede zwischen Uganda und Kenia rauszubekommen. Naja, Uganda ist nochmal ein Stueck aermer, sie essen nicht nur Chapati (das geilste Fladenbrot der Welt), sondern Rolex (das geilste Faldenbrot der Welt mit spanischem Omlett), die Landschaft ist so gruen, wie ich es fast noch nirgends in Ostafrika gesehen hab, die Menschen haben, so scheint es mir, ein breiteres Gesicht und essen wohl weniger, denn immer, wenn wir was Nahrhaftes gesucht haben, konnte das eine halbe Stunde und laenger dauern, wobei man in Kenia aller zwei Metern ein Restaurant findet. Und da Extremste im Vergleich zu Mombasa war natuerlich, dass der arabisch muslimische Einfluss fast komplett gefehlt hat.
Was wir sonst noch so gemacht haben? Wir waren am Aequator, den Thomson Falls, dem Elementaita See und den Nilquellen. Wir sind mit Sachen in einen Pool gesprungen, um eine ach so feine Englaenderin nass zu machen und zu verscheuchen, wir waren tanzen, haben Karten gespielt, gequatscht, uns ausgeruht. Wir sind stundelang durch irgendwelche unbekannte Ortschaften gelaufen, haben Menschen beobachtet und das kuehle Wetter genossen, was man in Mombasa schon so oft vermisst hat.
Gestern frueh bin ich dann wieder in Mombasa angekommen und wie sich das fuer mich angefuehlt hat, kann ich nicht so richtig beschreiben. Ich kann noch nicht wirklich realisieren, dass am Montag der Alltag und das heisst auch, das Unterrichten wieder anfaengt. Fuer Weltwaerts habe ich vorhin einen Fragebogen augefuellt und irgendwie hab ich gemerkt, dass ich mit meinem Projekt nicht zufrieden bin. Bei Fragen wie „Verstehen die Leute der Arbeit dich?“, „Wirst du unterstuetzt beim Zurechtfinden in der fremden Kultur?“, „Hast du einen Anprechpartner im Ausland, der dir bei Problemen hilft?“ musste ich immer „Trifft uberhaupt nicht zu.“ angeben. Dafuer traf Folgendes zu: „Ich fuehle mich ueberfordert.“, „Ich fuehle mich mit meinen Problemen allein gelassen und unverstanden.“
Ich weiss absolut nicht, was mich nach einer so langen Pause jetzt in der Schule wieder erwarten wird. Ich habe auf der einen Seite Angst und auf der anderen Seite bin ich mit den Nerven und Kraeften schon wieder am Ende, aber ich werde es trotzdem versuchen und abgesehen von dem ganzen Stress dort fuehl ich mich in Kenia gerade mehr als wohl. An dieser Stelle muss ich unbedingt erzaehlen: Es hat wirklich wirklich angefangen, in Mombasa zu regnen. Das Wetter ist trotzdem noch angenehm sommerlich und die Regenschauer sind einfach wahnsinnig schoene Gluecksmomente.
Was gibt es denn so Neues aus Deutschland? Wie geht es euch? Was macht das Leben?
Ich hoffe, ihr koennt euern Fruehling ganz doll geniessen!
Mit viele liebe Mombasagruesse,
die Ruth
Jetzt eine Rundmail zu schreiben kostet mich wirklich viel Ueberwindung und ich merk schon nach der ersten Zeile, dass ich mich schon ca. neun Mal vertippt hab. Wie nervig, aber ich bleib tapfer und versuch, euch ein bisschen von meinem Leben der letzten sechs Wochen zu berichten.
Um euch auch gleich am Anfang die Hoffnung zu nehmen, von irgend welchen spannenden Schokokindergeschichten zu hoeren: Ich hatte sechs Wochen frei. Yeah, darueber kann man sich natuerlich nicht beschweren.
Nachdem mir die ganze Sache mit meiner Schule wohl doch ganz schoen zu schaffen gemacht hat, was ich selbst irgendwie nie so realisiert habe, bin ich Mitte Maerz mit den wohl schlimmsten Kopfschmerzen meines Lebens und staendigen Schwindelanfaellen begleitet von Ubelkeit und Schlappheit dann doch irgendwann zum Arzt gegangen. Auch wenn ich mich anfangs gegen zwei Wochen Krankschreibung wehren wollte, konnte ich dann irgendwann einsehen, dass man bei diesem Wetter nicht so leichtsinnig sein sollte und habs mir in meinem Zimmer dann recht gemuetlich gemacht. Puenktlich zum Ferienbeginn bin ich natuerlich auch wieder gesund geworden. Meine Erkenntnis ueber die medizinischen Versorgung in Kenia: Wenn du irgendwas hast, egal was, nimm Tabletten. Mein Rekord waren 14 Stueck pro Tag, das eine Woche lang. Wie gut oder nicht gut das fuer meinen Koerper ist, darueber werde ich jetzt nicht philosophieren, jedenfalls bin ich wieder top fit!
In der ersten Ferienwoche sind wir mit Nina wieder mal nach Lamu gefahren, was, natuerlich, wieder unbeschreiblich schoen war. Dort zu sein ist, wie aus Kenia raus in eine andere Welt. Na gut, vielleicht uebertreib ich auch masslos, aber wir konnten super gut entspannen und hatten einfach eine coole Zeit.
In der zweiten Ferienwoche gings mit Urlaub weiter, wir sind mit Terry und Wencke einmal um den Mt Kenya drumherum. Von Stadt zu Stadt, immer nur fuer eine Nacht, um am naechsten Tag wieder im Matatu zu sitzen, um weiter die ganze Zeit krasse Landschaften anzugucken, die sich aller halben Stunde irgendwie total veraendern. Das Problem beim taeglichen Matatufahren ist Folgendes: In Deutschland kann man wohl schon Wochen vor der Reise im Internet und auf saemtlichen Fahrplaenen lesen, wann dir Reise beginnt, wie lange sie dauern wird und zu welcher Minute man am ausgewaehlten Reisezeil ankommen wird. Das krasse dabei ist ja, dass es meistens genau so stimmt. In Kenia ist das so, dass man sich in ein Matatu setzt und wartet, bis dies voll ist, damit der Fahrer dann startet. Da man nie wissen kann, wie viele Leute in der naechsten Zeit die gleich Strecke fahren wollen, kann es sich entweder um fuenf Minuten oder eben um drei Stunden handeln. Aus der Erfahrung und noch vielen vielen anderen haben wir wieder einmal gelernt: NIEMALS planen! Wir wussten am Morgen noch nicht, wo wir mittags sind und in welcher Stadt wir diesmal uebernachten. Und ganz ehrlich gesagt mag ich sowas so gern!
Nachdem die beiden Maedels wieder nach Mombasa mussten, hab ich mich ziemlich spontan noch entschlossen, nach Uganda zu fahren, um wieder andere Freiwillige zu treffen. Wir haben uns die Hauptstadt Kampala angeguckt, wo ich sogar mal in eine Moschee rein durfte. In Mombasa wurde mir das immer verboten, meine Gastfamilie meinte, dass es da keine Chance fuer mich gibt, es sei denn, ich konvertiere zum Islam. Dort musste ich dafuer einen Euro fuers Kopftuch und eine Spende fuer den schlechtesten Rundgang der Welt abtreten, was mich ziemlich stark genervt hat, weil ich es nicht ab kann, wenn Leute mit so was versuchen, Geld zu machen. Aber natuerlich, es gibt viel krassere Dinge, bei denen es sich viel mehr lohnt, sich aufzuregen…
Danach war ich war noch ein paar Tage bei anderen Freiwilligen – ja, genau, dieses Netz zwischen den ganzen FWDlern funktioniert prima! – auf dem Land und habe versucht, Unterschiede zwischen Uganda und Kenia rauszubekommen. Naja, Uganda ist nochmal ein Stueck aermer, sie essen nicht nur Chapati (das geilste Fladenbrot der Welt), sondern Rolex (das geilste Faldenbrot der Welt mit spanischem Omlett), die Landschaft ist so gruen, wie ich es fast noch nirgends in Ostafrika gesehen hab, die Menschen haben, so scheint es mir, ein breiteres Gesicht und essen wohl weniger, denn immer, wenn wir was Nahrhaftes gesucht haben, konnte das eine halbe Stunde und laenger dauern, wobei man in Kenia aller zwei Metern ein Restaurant findet. Und da Extremste im Vergleich zu Mombasa war natuerlich, dass der arabisch muslimische Einfluss fast komplett gefehlt hat.
Was wir sonst noch so gemacht haben? Wir waren am Aequator, den Thomson Falls, dem Elementaita See und den Nilquellen. Wir sind mit Sachen in einen Pool gesprungen, um eine ach so feine Englaenderin nass zu machen und zu verscheuchen, wir waren tanzen, haben Karten gespielt, gequatscht, uns ausgeruht. Wir sind stundelang durch irgendwelche unbekannte Ortschaften gelaufen, haben Menschen beobachtet und das kuehle Wetter genossen, was man in Mombasa schon so oft vermisst hat.
Gestern frueh bin ich dann wieder in Mombasa angekommen und wie sich das fuer mich angefuehlt hat, kann ich nicht so richtig beschreiben. Ich kann noch nicht wirklich realisieren, dass am Montag der Alltag und das heisst auch, das Unterrichten wieder anfaengt. Fuer Weltwaerts habe ich vorhin einen Fragebogen augefuellt und irgendwie hab ich gemerkt, dass ich mit meinem Projekt nicht zufrieden bin. Bei Fragen wie „Verstehen die Leute der Arbeit dich?“, „Wirst du unterstuetzt beim Zurechtfinden in der fremden Kultur?“, „Hast du einen Anprechpartner im Ausland, der dir bei Problemen hilft?“ musste ich immer „Trifft uberhaupt nicht zu.“ angeben. Dafuer traf Folgendes zu: „Ich fuehle mich ueberfordert.“, „Ich fuehle mich mit meinen Problemen allein gelassen und unverstanden.“
Ich weiss absolut nicht, was mich nach einer so langen Pause jetzt in der Schule wieder erwarten wird. Ich habe auf der einen Seite Angst und auf der anderen Seite bin ich mit den Nerven und Kraeften schon wieder am Ende, aber ich werde es trotzdem versuchen und abgesehen von dem ganzen Stress dort fuehl ich mich in Kenia gerade mehr als wohl. An dieser Stelle muss ich unbedingt erzaehlen: Es hat wirklich wirklich angefangen, in Mombasa zu regnen. Das Wetter ist trotzdem noch angenehm sommerlich und die Regenschauer sind einfach wahnsinnig schoene Gluecksmomente.
Was gibt es denn so Neues aus Deutschland? Wie geht es euch? Was macht das Leben?
Ich hoffe, ihr koennt euern Fruehling ganz doll geniessen!
Mit viele liebe Mombasagruesse,
die Ruth
Dienstag, 26. April 2011
Froehliche Ostern!!
Hallo meine Lieben!
Ich wuensche euch alle ganz froehliche und gesegnete Ostern! Und natuerlich vermiss ich euch auch alle. Als wir heute mit zwei Freunden, die uebrigens spitzen Miturlauber sind - ja, genau, ich bin schon wieder am Reisen - im Matatu von Nyakuri nach Nyahururu gefahren sind, hat mich meine geliebte Familie angerufen. "Hallo Ruth, wir wollten dir frohe Ostern wuenschen. Alle sind da, nur du fehlst." Ja, da bekommt man dann doch ein bisschen Sehnsucht nach dem schoenen Deutschland (auch wenn ich mich wahnsinnig darueber gefreut hab, dass ihr mich angerufen habt!!). Auch gestern abend hab ich die ganze Zeit an die KARO gedacht. Wie schade, dass man im Leben manchmal was verpassen muss, so ist das im Leben. Aber trotzdem geht es mir sehr gut! Wir schaffen es, Ostern ganz gekonnt, so wie wir das schon mit Weihnachten gemacht haben, zu ignorieren und geniessen aufregende Afrikalandschaften.
Davon koennt ich jetzt eine ganze Menge erzaehlen, aber ich bin in so einem bloeden Internetcafe in einer Stadt von der ich so keine Ahnung hat und wos bald dunkel und gefaehrlich wird. Deswegen verschieb ich das ersteinmal auf spaeter und hoffe, dass ihr alle einen wunderschoenen Tag habt!
Ich denk an euch, ganz viele schoene Keniahochlandsgruesse (Alter, ich kann wirklich wieder einen Pullover anziehen, wie geil!! und manchmal REGNETS!)
eure Ruth
Ich wuensche euch alle ganz froehliche und gesegnete Ostern! Und natuerlich vermiss ich euch auch alle. Als wir heute mit zwei Freunden, die uebrigens spitzen Miturlauber sind - ja, genau, ich bin schon wieder am Reisen - im Matatu von Nyakuri nach Nyahururu gefahren sind, hat mich meine geliebte Familie angerufen. "Hallo Ruth, wir wollten dir frohe Ostern wuenschen. Alle sind da, nur du fehlst." Ja, da bekommt man dann doch ein bisschen Sehnsucht nach dem schoenen Deutschland (auch wenn ich mich wahnsinnig darueber gefreut hab, dass ihr mich angerufen habt!!). Auch gestern abend hab ich die ganze Zeit an die KARO gedacht. Wie schade, dass man im Leben manchmal was verpassen muss, so ist das im Leben. Aber trotzdem geht es mir sehr gut! Wir schaffen es, Ostern ganz gekonnt, so wie wir das schon mit Weihnachten gemacht haben, zu ignorieren und geniessen aufregende Afrikalandschaften.
Davon koennt ich jetzt eine ganze Menge erzaehlen, aber ich bin in so einem bloeden Internetcafe in einer Stadt von der ich so keine Ahnung hat und wos bald dunkel und gefaehrlich wird. Deswegen verschieb ich das ersteinmal auf spaeter und hoffe, dass ihr alle einen wunderschoenen Tag habt!
Ich denk an euch, ganz viele schoene Keniahochlandsgruesse (Alter, ich kann wirklich wieder einen Pullover anziehen, wie geil!! und manchmal REGNETS!)
eure Ruth
Montag, 4. April 2011
Krumme Dinger
Achtung, das ist eine Vorwarnung. Dieser Artikel wird sehr lang. Nur damit ihrs wisst und nicht zwischendurch einschlaft, also erstmal Kaffe kochen?
Nachdem ich letztens schon ein paar Sachen ueber meine Schule erzaehlt habe, sehe ich es schon wieder fuer notwendig an, das zu tun.
Leider haben sich naemlich bei uns ein paar Dinge geaendert, die mir das Leben als Lehrerin grade nicht besonders einfach machen.
Jeden Dezember sind in Kenia die grossen Sommerferien, womit auch das Schuljahr endet und bevor die Schule geschlossen wird gibt es immer ein kleines Fest am letzten Tag. An unserer Schule ist es ueblich, dass die Eltern fuer die Lehrer, die ja freiwillig arbeiten und keinen Lohn dafuer bekommen, Geld einsammeln, dass diese wenigstens ueber Weihnachten zu ihren Familien fahren koennen. Das wurde auch letzten Dezember so gemacht, nur dummerweise, so hat sich das im Nachhinein rausgestellt, hat eine Kollegin von mir, die zu einer sehr guten Freundin geworden ist, nur umgerechnet 3 Euro bekommen, anstatt 7 oder sogar mehr als 10, so wie die Anderen. Als ich sie grfragt habe, wie es dazu kommt, musste ich mir eine sehr traurige Begruendung dazu anhoeren: Unser Schuloberhaupt geht davon aus, dass sie von mir Geld bekommt. Oh nein, das konnte ich wirklich nicht glauben. Das Leben als “Mzungu” (der Weisse, der ganz viel Geld hat, so unendlich viel Geld, dass er es eigentlich auf der Strasse buendelweise verschenken koennte) ist so schon nicht einfach, aber dass es jetzt auch das Leben meiner Kollegin, die ich als meine beste kenianische Freundin ansehe, erheblich erschwert, wollte ich wirklich nicht.
Ich hab mit ihr ueber die Sache gesprochen: In der Schule komme ich eigentlich mit Jedem gut zurecht und hatte auch immer das Gefuehl, dass es bei ihr nicht viel anders ist. Also wieso sollte sie jetzt wegen unserer Freundschaft so anders, so ungerecht, behandelt werden? Leider musste ich es irgendwann einsehen: Viele unserer Kollegen, vorallem wohl unser Schulkoordinator, seien sehr neidisch und eifersuechtig auf sie. Es ist ein grosses Privileg, mit einem Mzungu befreundet zu sein und jeder will es auch sein, das ist wohl auch der Grund, warum man immer auf der Srasse angesprochen und uebertrieben freundlich gegruesst wird. Nun, die Leute denken wohl tatsaechlich, dass das Geld bei uns auf den Baeumen waechst und wir alles, was wir haben, ganz gerecht mit unseren Bekannten und Verwandten teilen, wer will dann also nicht mit einem Europaeer befreundet sein.
Das zwischen meiner Kollegin und mir ist aber einfach nur eine Freundschaft, ich gebe ihr nur dann Geld, wenn sie wirklich am Ende ist und nich mehr weiss, wie sie sich die naechste Mahlzeit organisieren soll (das ist nunmal noch nicht oft vorgekommen), nur denken unsere Lehrer eben etwas anderes und nun muss sie unter dem Druck unseres Management leiden. Und man merkt es wirklich, dass sie ungerecht behandelt wird. Ein Beispiel:
Da wir beide uns als kinderliebende Menschen einig geworden sind, dass es nicht richig ist, die Schueler zu schlagen, haben wir uns andere Erziehungsmethoden ausgedacht. So muss Juma, wenn er wieder einmal zu spaet kommt, erst einmal mehrere Runden ueber den Hof rennen, bevor er den Klassenraum betreten darf. Die naechsten Tage kommt er dann auch meistens puenktlich.
Einmal hat die Klasse von Madam Eva ganz schoen Radau gemacht und als sie dann gestrichen die Schnauze voll hatte, mussten sich alle Kinder auf den Schulhof knien und die Haende in die Luft halten. Auf einmal kam unser Schuldirektor wie vom Teufel getrieben angerannt, hat alle Schueler zurueck in die Klasse geschickt und rumgebruellt, das hab ich vorher noch nicht erlebt. Er konnte nicht einmal mehr bis zur Mittagspause warten und hat sofort alle Miarbeiter der gesamten Schule zusammengerufen und eine Sitzung veranstaltet. Total aus dem Haeuschen hat er sich vor Allen tierisch aufgeregt und Madam Eva vor der gesamten Kollegschaft klein gemacht. “Ich dachte, du waerst eine gute Lehrerin, ich dachte, ich koennte dir die Kinder anvertraun, ich haette nie gedacht, dass du zu so etwas Unmenschlichem in der Lage bist.” Dann hat er den aeltesten Lehrer unserer Schule gefragt: ”Hast du soetwas Grausames in deinem gesamten Lehrerdasein schonmal erlebt?”. “Natuerlich nicht, das ist Folter!” Es wurde aufs Uebelste auf sie eingehackt, wie sie das schlucken konnte ist mir immer noch ein riesen grosses Raetsel.
Und jetzt zur Aufklaerung, was denn eigentlich das Schlimmste an der ganzen Geschichte gewesen sein sollte: Die Mittagshitze und der Sand, auf dem die Kinder knien sollten, waeren ja viel zu heiss und eine Zumutung.
Ich konnte es nicht glauben, ich konnte einfach nicht glauben, dass sie das, was sie gesagt haben, wirklich ernst gemeint haben! Ich habe die Kinder mit eigenen Augen gesehen; nach ihrer Bestrafung sind sie froehlich singend und springend in die Klasse gehuepft und haben weiter ordentlich Krach gemacht. Folter?? Ich sag euch, was Folter ist, was wir als Unmenschlich und Grausam bezeichnen wuerden: Wenn die Kinder wegen banalen oder sogar unvermeidlichen Kleinigkeiten mit einem Rohrstock so doll auf die Finger geschlagen werden, dass diese am naechsten Tag noch rot sind. Wenn der Hosenboden versohlt wird, dass sie schreien vor Schmerzen, weil es nicht mehr zu unterdruecken ist. Wenn Kinder von der ganzen Klasse – angestachelt vom Lehrer – ausgebuht werden, dass sie mit den Nerven am Ende sind und einfach nur ohne Ende heulen. Das nenne ich Folter, das ist das, was die Kinder jeden Tag ertragen muessen, das wird hier “Erziehung” genannt.
Der Versuch meiner Freundin, die Kinder zu erziehen, ging daneben, aber es war nicht mit Absicht, es war nur gut gemeint.
Als ich in dieser Lehrerversammlung sass und vergebens versuchte, meine Meinung zu erklaeren und Madam Eva zu verteidigen, wurde ich nur irgendwann, so wie das in der kenianischen Kultur eben gemacht wird, frauenverachtend wie wir nun einmal sind, unterbrochen und abgewuergt. Es wollte niemand hoeren. Diese Lehrerin hat etwas Schlimmes gemacht, aus Prinzip wird sie jetzt noch mehr benachteidigt. Der Direktor hat gesprochen. Punkt. Aus. Ende.
Das gibt es nicht, das kann nicht sein! Was ist da grad passiert? Ich sass da, ich konnte es einfach nicht glauben. Ich habe am ganzen Koerper gezittert, mir war schlecht und schwindelig. Diese Frau wollte das Beste fuer die Kinder, sie ist jemand, der wirklich gut mit ihnen umgehen kann, eine spitzen Lehrerin, hier wurde sie dafuer aufs Uebelste gedemuetigt und zwar nur, weil jemand neidisch auf sie ist, weil sie das hat, was die Anderen auch haben wollen. Und was ist der Grund? – meine Haufarbe, nur irgend ein bescheuertes Weiss, was ich mir schon so oft als Schwarz gewuenscht habe.
Wie sehr mir das Leid tut kann ich nicht beschreiben, auch wenn ich eigentlich nichts dafuer kann. Manchmal wuensche ich mir einfach nur, dass ich nie in diese Schule gekommen waere, dass ich nie so ein grosses Chaos in dieses kleine Dorf gebracht haette mit meiner Haufarbe. Wie soll man da noch an den Sinn der eigenen “Entwicklungsarbeit” glauben?
Warum Madam Eva nicht einfach die Schule wechselt und woanders ihr Geld verdient, was sie bei uns ja gar nicht bekommt? Weil unser Direktor fuer sie einen Sponsoren gefunden hat, der ihr das College bezahlt, was sie alleine niemald tragen koennte. Dieser wuerde mit einem Schulwechsel natuerlich wegfallen und wer einmal in Kenia war weiss, was Bildung bedeutet. Sie selber beschreibt ihre Situation als Gefaengnis, in dem sie gefangen ist, in dem sie jeden Tag neu gequaelt wird. “I’m not in peace with this place.” Ja, das kann ich sehr gut verstehen, umso schlechter fuehl ich mich, wenn ich an die Ursachen denke.
Was mache ich hier eigentlich? Schon so oft habe ich gemerkt, dass die Menschen in diesem Dorf mit meinem Dasein absolute nicht umgehen koennen. Viele gucken mich, so habe ich das Gefuehl, immer noch mit einem abwertenden Blick an, manche schreien mir jedes Mal “Mzungu, how are you? I love you!” zu, obwohl sie mich seit acht Monaten jeden Tag sehen und eigentlich langsam verstanden haben muessten, dass ich kein Tourist bin, sondern da arbeite. Das Kind des Headmasters faengt an zu heulen wenn es mich sieht.
Manchmal denke ich, dass viele arme Menschen hier mit ihrem Zustand viel besser zurecht kommen wuerden, wenn sie nicht den direkten Vergleich zu den reichen Menschen haetten. Wir Weisse gehoeren da dazu, vielleicht sollten wir einfach zurueck in unser Land gehen, und die Menschen ihren eigenen Weg finden lassen. Haben wir hier nicht schon genug zerstoert mit den Jahren?
Meine Kollegin faengt nach den Aprilferien vielleicht doch in einer anderen Schule an, wo sie mehr verdient und sich das Studium doch selbst finanzieren kann. Zum Leben bleiben ihr dann fuenf Euro im Monat, was sie aber locker hinnehmen kann, wenn sie dafuer aus dieser Hoelle wegkommt.
Viele andere kumme Dinger haben sich mittlerweile in dieser Schule noch herausgestellt. Zum Beispiel wurde vor ein paar Wochen eine Lehrerin mit fuenf Euro ausgezahlt (manchmal gibt es eine kleine Belohnung, wo die Lehrer insgesamt im Monat auf sieben bis acht Euro kommen), wo andere Kollegen nur einen oder zwei Euro bekommen haben. Wie lange das schon so laeuft weiss ich nicht, aber diesmal kam es ans Licht und als der Direktor bemerkte, dass die anderen Lehrer von dieser Ungerechtigkeit mitbekommen haben, wurde wieder eine Sitzung zusammen gerufen. “ Derjenige, der gepetzt hat, sollte sich was schaemen und die Sache sofort zugeben. Ausserdem muss er sich vor allen Kollegen dafuer entschuldigen.” Moment – was ist jetzt der Fehler? Die Angestellten (bitte nicht vergessen, dass niemand bezahlt wird und alle ehrenamtlich arbeiten) ungerecht behandeln oder mit seinen Freunden ueber die heutige Auszahlung quatschen? Letzteres natuerlich. Natuerlich! Warum bin ich immer zu bloed, diese Geschichten hier zu verstehen?
Ich glaube, es war die Frau vom Schulkoordinator, was wohl auch der Grund war, warum die Geschichte irgendwann begraben wurde. Connections sind alles in Kenya!
Ich koennte euch noch einige Storries aus der Schule erzaehlen, aber dazu reichen meine Nerven jetzt nicht mehr. Manchmal bin ich wirklich am Ende. Dazu kommt auch immer wieder, dass ich immer noch nicht in der Lage bin, Kiswahili zu sprechen, was ewig ein Problem fuers Unterrichten sein wird. Ausserdem kommen staendig neue Schueler in meine Klasse, die sich ersteinmal an mich gewoehnen muessen (warum es etwas anderes ist, einen weissen, anstatt einen schwarzen Lehrer vor sich stehen zu haben, erklaer ich an dieser Stelle nicht noch einmal – ja, wir Weissen sind ANDERS).
Die Probleme vom Anfang meines Jahres sind zwar um Einiges geschrumpft, aber nicht verschwunden und wenn es dann alles wieder mal auf einmal kommt, kann einem das schon saemtliche Kraft stehlen.
Dann brauch ich mir nur das Chaos in der Schule ansehen, Unpuenktlichkeit, Unzuverlaessigkeit, Unorganisiertheit und eine Portion Kinderverpruegelung, dann wars das. Dann ist bei mir Schicht im Schacht.
Als zum Beispiel neulich eine Mutter in die Schule kam und mit einem zwei Meter langem, fuenf bis zehn Zentimeter dickem Holzknueppel immer und immer wieder auf ihren sieben jaehrigen Sohn eingepruegelt hat, ihn ueber den Schulhof gezerrt hat und alle zwei Meter erneut auf den schreienden, heulenden Malaba eingedreschte, hab ich wieder einmal daran gezweifelt, dass ich das gerade in Wirklichkeit erlebe. Ich wusste nicht, das Eltern zu soetwas faehig sein koennen.
Ich bin sehr dankbar, dass ich hier Leute habe, die mich verstehen und immer wieder aufbauen. Wenn es manchmal ganz schlimm ist, muss ich vor Arbeitsschluss nach Hause gehen und vielleicht auch einen Tag aussetzen, damit ich ueberhaupt irgendwann wieder Kraft finde. Und jetzt bin ich ganz ehrlich: Ich habe auch schon einmal darueber nachgedacht, das Projekt zu wechseln und nicht mehr in diese Schule zu gehen. Zum Glueck konnte mich igendetwas immer wieder aufbauen und mir neuen Mut geben, denn ich mag meine Kinder einfach zu sehr, als dass ich sie missen muesste.
Und zum Abschluss noch etwas Schoenes: Sie moegen mich offensichtlich auch sehr gern. Wenn ich am Morgen meinen einen Fuss ins Schulgelaende setze kommt die halbe bis ganze Klasse auf mich zugestuermt, um mich zu umarmen, mir Hallo zu sagen und die Tasche abzunehmen. Komm ich dann in die Klasse, fangen sie schon meistens von alleine an zu singen – die Lieder, die ich ihnen beigebracht habe, und finden es auch immer wieder sehr cool, wenn ich mit einem Neuen ankomme. Als ich jetzt manchmal schon eher gehen musste, um noch andere Sachen zu erledigen, haben sie mich zehn Minuten lang gebettelt, doch bitte bitte bitte noch laenger zu bleiben und erst abends zu gehen. “Oh Madam, du darfst jetzt nicht gehen, Madaaam!” Ja, das tut gut und deswegen nervt es mich auch, dass mir mein Arzt zwei Wochen Bettruhe verordnet hat und jetzt nahtlos vier Wochen Ferien beginnen. Kinder sind etwas Wunderbares, vorallem meine Kinder!
Meine Erfahrungen und Erlebnisse hier in Afrika haeufen sich immer mehr und auch wenn ich mich hier voellig eingelebt habe ist jeder Tag noch etwas Besonderes, was mir viel mitgibt.
Ich hoffe, ihr denkt jetzt nicht, dass es mir schlecht geht, so ist es naemlich absolut nicht! Ich fuehl mich pudelwohl und ich hoffe, ihr tut das auch!
Uebrigens bin ich wirklich neidisch auf euer Fruehlingswetter, wenns die Sonne so dermassen uebertreibt ist es manchmal echt nicht mehr lustig (das war uebrigens auch der Grund meiner Bettruhe und der 14 Tabletten pro Tag…)
Ganz viele liebe Mombasagruesse sendet euch
die Ruth
Nachdem ich letztens schon ein paar Sachen ueber meine Schule erzaehlt habe, sehe ich es schon wieder fuer notwendig an, das zu tun.
Leider haben sich naemlich bei uns ein paar Dinge geaendert, die mir das Leben als Lehrerin grade nicht besonders einfach machen.
Jeden Dezember sind in Kenia die grossen Sommerferien, womit auch das Schuljahr endet und bevor die Schule geschlossen wird gibt es immer ein kleines Fest am letzten Tag. An unserer Schule ist es ueblich, dass die Eltern fuer die Lehrer, die ja freiwillig arbeiten und keinen Lohn dafuer bekommen, Geld einsammeln, dass diese wenigstens ueber Weihnachten zu ihren Familien fahren koennen. Das wurde auch letzten Dezember so gemacht, nur dummerweise, so hat sich das im Nachhinein rausgestellt, hat eine Kollegin von mir, die zu einer sehr guten Freundin geworden ist, nur umgerechnet 3 Euro bekommen, anstatt 7 oder sogar mehr als 10, so wie die Anderen. Als ich sie grfragt habe, wie es dazu kommt, musste ich mir eine sehr traurige Begruendung dazu anhoeren: Unser Schuloberhaupt geht davon aus, dass sie von mir Geld bekommt. Oh nein, das konnte ich wirklich nicht glauben. Das Leben als “Mzungu” (der Weisse, der ganz viel Geld hat, so unendlich viel Geld, dass er es eigentlich auf der Strasse buendelweise verschenken koennte) ist so schon nicht einfach, aber dass es jetzt auch das Leben meiner Kollegin, die ich als meine beste kenianische Freundin ansehe, erheblich erschwert, wollte ich wirklich nicht.
Ich hab mit ihr ueber die Sache gesprochen: In der Schule komme ich eigentlich mit Jedem gut zurecht und hatte auch immer das Gefuehl, dass es bei ihr nicht viel anders ist. Also wieso sollte sie jetzt wegen unserer Freundschaft so anders, so ungerecht, behandelt werden? Leider musste ich es irgendwann einsehen: Viele unserer Kollegen, vorallem wohl unser Schulkoordinator, seien sehr neidisch und eifersuechtig auf sie. Es ist ein grosses Privileg, mit einem Mzungu befreundet zu sein und jeder will es auch sein, das ist wohl auch der Grund, warum man immer auf der Srasse angesprochen und uebertrieben freundlich gegruesst wird. Nun, die Leute denken wohl tatsaechlich, dass das Geld bei uns auf den Baeumen waechst und wir alles, was wir haben, ganz gerecht mit unseren Bekannten und Verwandten teilen, wer will dann also nicht mit einem Europaeer befreundet sein.
Das zwischen meiner Kollegin und mir ist aber einfach nur eine Freundschaft, ich gebe ihr nur dann Geld, wenn sie wirklich am Ende ist und nich mehr weiss, wie sie sich die naechste Mahlzeit organisieren soll (das ist nunmal noch nicht oft vorgekommen), nur denken unsere Lehrer eben etwas anderes und nun muss sie unter dem Druck unseres Management leiden. Und man merkt es wirklich, dass sie ungerecht behandelt wird. Ein Beispiel:
Da wir beide uns als kinderliebende Menschen einig geworden sind, dass es nicht richig ist, die Schueler zu schlagen, haben wir uns andere Erziehungsmethoden ausgedacht. So muss Juma, wenn er wieder einmal zu spaet kommt, erst einmal mehrere Runden ueber den Hof rennen, bevor er den Klassenraum betreten darf. Die naechsten Tage kommt er dann auch meistens puenktlich.
Einmal hat die Klasse von Madam Eva ganz schoen Radau gemacht und als sie dann gestrichen die Schnauze voll hatte, mussten sich alle Kinder auf den Schulhof knien und die Haende in die Luft halten. Auf einmal kam unser Schuldirektor wie vom Teufel getrieben angerannt, hat alle Schueler zurueck in die Klasse geschickt und rumgebruellt, das hab ich vorher noch nicht erlebt. Er konnte nicht einmal mehr bis zur Mittagspause warten und hat sofort alle Miarbeiter der gesamten Schule zusammengerufen und eine Sitzung veranstaltet. Total aus dem Haeuschen hat er sich vor Allen tierisch aufgeregt und Madam Eva vor der gesamten Kollegschaft klein gemacht. “Ich dachte, du waerst eine gute Lehrerin, ich dachte, ich koennte dir die Kinder anvertraun, ich haette nie gedacht, dass du zu so etwas Unmenschlichem in der Lage bist.” Dann hat er den aeltesten Lehrer unserer Schule gefragt: ”Hast du soetwas Grausames in deinem gesamten Lehrerdasein schonmal erlebt?”. “Natuerlich nicht, das ist Folter!” Es wurde aufs Uebelste auf sie eingehackt, wie sie das schlucken konnte ist mir immer noch ein riesen grosses Raetsel.
Und jetzt zur Aufklaerung, was denn eigentlich das Schlimmste an der ganzen Geschichte gewesen sein sollte: Die Mittagshitze und der Sand, auf dem die Kinder knien sollten, waeren ja viel zu heiss und eine Zumutung.
Ich konnte es nicht glauben, ich konnte einfach nicht glauben, dass sie das, was sie gesagt haben, wirklich ernst gemeint haben! Ich habe die Kinder mit eigenen Augen gesehen; nach ihrer Bestrafung sind sie froehlich singend und springend in die Klasse gehuepft und haben weiter ordentlich Krach gemacht. Folter?? Ich sag euch, was Folter ist, was wir als Unmenschlich und Grausam bezeichnen wuerden: Wenn die Kinder wegen banalen oder sogar unvermeidlichen Kleinigkeiten mit einem Rohrstock so doll auf die Finger geschlagen werden, dass diese am naechsten Tag noch rot sind. Wenn der Hosenboden versohlt wird, dass sie schreien vor Schmerzen, weil es nicht mehr zu unterdruecken ist. Wenn Kinder von der ganzen Klasse – angestachelt vom Lehrer – ausgebuht werden, dass sie mit den Nerven am Ende sind und einfach nur ohne Ende heulen. Das nenne ich Folter, das ist das, was die Kinder jeden Tag ertragen muessen, das wird hier “Erziehung” genannt.
Der Versuch meiner Freundin, die Kinder zu erziehen, ging daneben, aber es war nicht mit Absicht, es war nur gut gemeint.
Als ich in dieser Lehrerversammlung sass und vergebens versuchte, meine Meinung zu erklaeren und Madam Eva zu verteidigen, wurde ich nur irgendwann, so wie das in der kenianischen Kultur eben gemacht wird, frauenverachtend wie wir nun einmal sind, unterbrochen und abgewuergt. Es wollte niemand hoeren. Diese Lehrerin hat etwas Schlimmes gemacht, aus Prinzip wird sie jetzt noch mehr benachteidigt. Der Direktor hat gesprochen. Punkt. Aus. Ende.
Das gibt es nicht, das kann nicht sein! Was ist da grad passiert? Ich sass da, ich konnte es einfach nicht glauben. Ich habe am ganzen Koerper gezittert, mir war schlecht und schwindelig. Diese Frau wollte das Beste fuer die Kinder, sie ist jemand, der wirklich gut mit ihnen umgehen kann, eine spitzen Lehrerin, hier wurde sie dafuer aufs Uebelste gedemuetigt und zwar nur, weil jemand neidisch auf sie ist, weil sie das hat, was die Anderen auch haben wollen. Und was ist der Grund? – meine Haufarbe, nur irgend ein bescheuertes Weiss, was ich mir schon so oft als Schwarz gewuenscht habe.
Wie sehr mir das Leid tut kann ich nicht beschreiben, auch wenn ich eigentlich nichts dafuer kann. Manchmal wuensche ich mir einfach nur, dass ich nie in diese Schule gekommen waere, dass ich nie so ein grosses Chaos in dieses kleine Dorf gebracht haette mit meiner Haufarbe. Wie soll man da noch an den Sinn der eigenen “Entwicklungsarbeit” glauben?
Warum Madam Eva nicht einfach die Schule wechselt und woanders ihr Geld verdient, was sie bei uns ja gar nicht bekommt? Weil unser Direktor fuer sie einen Sponsoren gefunden hat, der ihr das College bezahlt, was sie alleine niemald tragen koennte. Dieser wuerde mit einem Schulwechsel natuerlich wegfallen und wer einmal in Kenia war weiss, was Bildung bedeutet. Sie selber beschreibt ihre Situation als Gefaengnis, in dem sie gefangen ist, in dem sie jeden Tag neu gequaelt wird. “I’m not in peace with this place.” Ja, das kann ich sehr gut verstehen, umso schlechter fuehl ich mich, wenn ich an die Ursachen denke.
Was mache ich hier eigentlich? Schon so oft habe ich gemerkt, dass die Menschen in diesem Dorf mit meinem Dasein absolute nicht umgehen koennen. Viele gucken mich, so habe ich das Gefuehl, immer noch mit einem abwertenden Blick an, manche schreien mir jedes Mal “Mzungu, how are you? I love you!” zu, obwohl sie mich seit acht Monaten jeden Tag sehen und eigentlich langsam verstanden haben muessten, dass ich kein Tourist bin, sondern da arbeite. Das Kind des Headmasters faengt an zu heulen wenn es mich sieht.
Manchmal denke ich, dass viele arme Menschen hier mit ihrem Zustand viel besser zurecht kommen wuerden, wenn sie nicht den direkten Vergleich zu den reichen Menschen haetten. Wir Weisse gehoeren da dazu, vielleicht sollten wir einfach zurueck in unser Land gehen, und die Menschen ihren eigenen Weg finden lassen. Haben wir hier nicht schon genug zerstoert mit den Jahren?
Meine Kollegin faengt nach den Aprilferien vielleicht doch in einer anderen Schule an, wo sie mehr verdient und sich das Studium doch selbst finanzieren kann. Zum Leben bleiben ihr dann fuenf Euro im Monat, was sie aber locker hinnehmen kann, wenn sie dafuer aus dieser Hoelle wegkommt.
Viele andere kumme Dinger haben sich mittlerweile in dieser Schule noch herausgestellt. Zum Beispiel wurde vor ein paar Wochen eine Lehrerin mit fuenf Euro ausgezahlt (manchmal gibt es eine kleine Belohnung, wo die Lehrer insgesamt im Monat auf sieben bis acht Euro kommen), wo andere Kollegen nur einen oder zwei Euro bekommen haben. Wie lange das schon so laeuft weiss ich nicht, aber diesmal kam es ans Licht und als der Direktor bemerkte, dass die anderen Lehrer von dieser Ungerechtigkeit mitbekommen haben, wurde wieder eine Sitzung zusammen gerufen. “ Derjenige, der gepetzt hat, sollte sich was schaemen und die Sache sofort zugeben. Ausserdem muss er sich vor allen Kollegen dafuer entschuldigen.” Moment – was ist jetzt der Fehler? Die Angestellten (bitte nicht vergessen, dass niemand bezahlt wird und alle ehrenamtlich arbeiten) ungerecht behandeln oder mit seinen Freunden ueber die heutige Auszahlung quatschen? Letzteres natuerlich. Natuerlich! Warum bin ich immer zu bloed, diese Geschichten hier zu verstehen?
Ich glaube, es war die Frau vom Schulkoordinator, was wohl auch der Grund war, warum die Geschichte irgendwann begraben wurde. Connections sind alles in Kenya!
Ich koennte euch noch einige Storries aus der Schule erzaehlen, aber dazu reichen meine Nerven jetzt nicht mehr. Manchmal bin ich wirklich am Ende. Dazu kommt auch immer wieder, dass ich immer noch nicht in der Lage bin, Kiswahili zu sprechen, was ewig ein Problem fuers Unterrichten sein wird. Ausserdem kommen staendig neue Schueler in meine Klasse, die sich ersteinmal an mich gewoehnen muessen (warum es etwas anderes ist, einen weissen, anstatt einen schwarzen Lehrer vor sich stehen zu haben, erklaer ich an dieser Stelle nicht noch einmal – ja, wir Weissen sind ANDERS).
Die Probleme vom Anfang meines Jahres sind zwar um Einiges geschrumpft, aber nicht verschwunden und wenn es dann alles wieder mal auf einmal kommt, kann einem das schon saemtliche Kraft stehlen.
Dann brauch ich mir nur das Chaos in der Schule ansehen, Unpuenktlichkeit, Unzuverlaessigkeit, Unorganisiertheit und eine Portion Kinderverpruegelung, dann wars das. Dann ist bei mir Schicht im Schacht.
Als zum Beispiel neulich eine Mutter in die Schule kam und mit einem zwei Meter langem, fuenf bis zehn Zentimeter dickem Holzknueppel immer und immer wieder auf ihren sieben jaehrigen Sohn eingepruegelt hat, ihn ueber den Schulhof gezerrt hat und alle zwei Meter erneut auf den schreienden, heulenden Malaba eingedreschte, hab ich wieder einmal daran gezweifelt, dass ich das gerade in Wirklichkeit erlebe. Ich wusste nicht, das Eltern zu soetwas faehig sein koennen.
Ich bin sehr dankbar, dass ich hier Leute habe, die mich verstehen und immer wieder aufbauen. Wenn es manchmal ganz schlimm ist, muss ich vor Arbeitsschluss nach Hause gehen und vielleicht auch einen Tag aussetzen, damit ich ueberhaupt irgendwann wieder Kraft finde. Und jetzt bin ich ganz ehrlich: Ich habe auch schon einmal darueber nachgedacht, das Projekt zu wechseln und nicht mehr in diese Schule zu gehen. Zum Glueck konnte mich igendetwas immer wieder aufbauen und mir neuen Mut geben, denn ich mag meine Kinder einfach zu sehr, als dass ich sie missen muesste.
Und zum Abschluss noch etwas Schoenes: Sie moegen mich offensichtlich auch sehr gern. Wenn ich am Morgen meinen einen Fuss ins Schulgelaende setze kommt die halbe bis ganze Klasse auf mich zugestuermt, um mich zu umarmen, mir Hallo zu sagen und die Tasche abzunehmen. Komm ich dann in die Klasse, fangen sie schon meistens von alleine an zu singen – die Lieder, die ich ihnen beigebracht habe, und finden es auch immer wieder sehr cool, wenn ich mit einem Neuen ankomme. Als ich jetzt manchmal schon eher gehen musste, um noch andere Sachen zu erledigen, haben sie mich zehn Minuten lang gebettelt, doch bitte bitte bitte noch laenger zu bleiben und erst abends zu gehen. “Oh Madam, du darfst jetzt nicht gehen, Madaaam!” Ja, das tut gut und deswegen nervt es mich auch, dass mir mein Arzt zwei Wochen Bettruhe verordnet hat und jetzt nahtlos vier Wochen Ferien beginnen. Kinder sind etwas Wunderbares, vorallem meine Kinder!
Meine Erfahrungen und Erlebnisse hier in Afrika haeufen sich immer mehr und auch wenn ich mich hier voellig eingelebt habe ist jeder Tag noch etwas Besonderes, was mir viel mitgibt.
Ich hoffe, ihr denkt jetzt nicht, dass es mir schlecht geht, so ist es naemlich absolut nicht! Ich fuehl mich pudelwohl und ich hoffe, ihr tut das auch!
Uebrigens bin ich wirklich neidisch auf euer Fruehlingswetter, wenns die Sonne so dermassen uebertreibt ist es manchmal echt nicht mehr lustig (das war uebrigens auch der Grund meiner Bettruhe und der 14 Tabletten pro Tag…)
Ganz viele liebe Mombasagruesse sendet euch
die Ruth
Dienstag, 22. März 2011
Die coole Wohnung.
Gerade eben ist mir mal aufgefallen, dass ich euch etwas immer noch nicht erzaehlt habe: Ja, genau, ich bin ausgezogen.
Grundsaetzlich habe ich mich mit meiner Gastfamilie gut verstanden. Ziemlich schnell konnte ich mich an einen streitfreudigen Frauenhaushalt gewoehnen und war auch gern bei Verwandtenbesuchen dabei, denn die waren meistens alle nett. Vorallem der Rammadan (die einmonatige Fastenzeit im August) war eine wirklich coole und interessante Zeit und allgemein konnte ich in der Familie wirklich viel ueber die Leute in Kenya, ueber den muslimischen Glauben und ueber die Kultur kennenlernen.
Ausserdem konnte ich durch meine Familie den Id feiern, das Abschlussfest des Rammadans, was hier eine riesen Sache ist, da es so viele Muslime gibt. Ich durfte mit auf Hochzeiten gehen und hab das kenianische Fernseh kennen gelernt (ihr lieben Deuschen, bitte sei dankbar fuer richig gutes Fersehprogramm…). Viele viele Sachen, die mir wirklich einen sehr intensiven Einblick in den kenianischen Alltag gegeben haben und ich bin sehr froh, dass ich das so erleben durfte.
Irgendwann musste ich nur leider feststellen, dass ich sie zwar alle sehr gern mag, aber ich mich nicht ganz wohl fuehle. Selbst nach vier Monaten hab ich mich noch unsicher gefuehlt und wusste nich, ob ich schon anfangen darf mit essen oder noch warten soll, ob ich mich auf den Platz auf dem Sofa setzen darf, ob ich abwaschen soll beziehungsweise darf (mithelfen bei Hausarbeiten wurde mir am Anfang immer verboten), ob ich dies oder das machen soll oder lassen muss. Auch beim Fragen hab ich mich immer nicht getraut und hatte oft bei allem, was ich tue, das Gefuehl, es ist falsch, egal was ich gemacht habe. Ausserdem konnte ich mit den Launen meiner Gastmutter nicht so richig gut umgehen – sehr oft ist es vorgekommen, das mitten aus einem Gespraech heraus ein grosses Geschrei losging, was entweder darin endete, dass auf einmal jemand aus dem Zimmer gerannt ist oder alle – da war ich wirklich immer wieder sehr verwirrt – angefangen haben, ernsthaft zu lachen. Ein paar wenige Male bin ich selber auch in solche chaotischen Zankereien involviert gewesen. Einmal hab ich zum Beispiel gefragt, wer denn meine Suessigkeiten gegessen hat.”Es ist wirklich nicht schlimm und ich teile gern mit euch, aber bitte fragt mich vorher, wenn ihr meine Sachen nehmt” Was ich damit gemeint hab, konnte wohl keiner so richtig verstehen, denn als sie meinten, dass sie mir neue kaufen wuerden und ich das abgelehnt hab, wurde ich auf einmal ausgeschimpft dafuer, dass ich dann ohne Grund eine Streiterei angefangen habe. Zum Schluss wurde die Schuld auf meinen kleinen Gastcousin geschoben, der zweieinhalb Jahre alt ist und nicht mal wissen kann, wo meine Suessigkeiten liegen.
Es gab viele solcher Situationen, wo ich einfach nur dastand und nichts verstanden habe, von dem was da grad passiert.
Dazu kamen noch ganz viele kleine Sachen: “Nein, du kannst dich jezt nicht duschen, das Wasser reicht sonst nicht” wobei Andere das Wasser verschwendet haben. (Sich nicht duschen zu duerfen in Kenia kann zu einer ziemlichen Folter werden.)
Zum Schluss offenbarte mir meine Gastmutter dann irgendwann, dass sie sich mit ihrem Ehemann gestritten hat und dass das der Grund dafuer gewesen ist, dass in ihrem Bett Platz fuer mich frei wurde. Geplant war es jedoch von Anfang an nicht, dass ich ein ganzes Jahr dort bleibe, denn er wollte jetzt wiederkommen, nur dass mir das niemand gesagt hat und ich von ganz anderen Sachen ausgegangen bin.
Alles in Allem war das dann doch ein wenig viel und ich hab mich entschieden, die Gastfamilie zu wechseln.
Bevor ich davon erzaehle ersteinmal ein paar Fotos von meinem ersten KeniazuHause:
Das Wohnzimmer, in dem sich das komplette Familienleben abgespielt hat: Fernseh gucken; Hausaufgaben machen; einfach nur rumgammeln; quatschen; essen; backen; streiten; beten; schlafen;...
Das ist das Schlafzimmer, welches ich mir mit meiner Gastmutter geteilt habe. Mehr als ein Bett (welches wir uns auch geteilt haben) passt da wirklich nicht rein, was auch der Grund war, warum ich die ganze Zeit nur aus dem Koffer gelebt habe.
Unsere Kueche...
...mit dem "Waschbecken".
Mein gescheiterter Versuch, deutsches Essen "Spiegelei und Bratkartoffeln" zu kochen. Meine juengere Gastschwester hat von Anfang an gesagt, dass sie sowas nicht essen wird, meine aeltere Gastschwester hat ewig in ihrem Ei rumgeruehrt und dabei so angewiedert geguckt, dass es mir schon fast Leid tat und meine Gasttante hat die Haelfte der Kartoffeln zur Seite getan mit dem Kommentar: "Das ist noch nicht durch!" Aber zumindest hat sich meine Gastmutter wahnsinnig gefreut.
Mit meiner Gastschwester Salma beim Rumalbern.
Einfach zu suess mein Jai!
Ueberraschung!!! Nachdem meine Gastfamilie absolut nicht an meinen Geburtstag gedacht hatte und auch auf Arbeit keiner irgendwelche Anstalten gemacht hat, wurde ich dann, als ich abends zurueck in die Familie gegangen bin, ziemlich ueberrumpelt...!
Zu Geburtstagen laeuft es hier ganz oft so, dass derjenige seinen Kuchen aufschneidet, dann jeden einzelnen Gast persoenlich fuettert und danach von jedem persoenlich gefuettert wird.
Alle zusammen (abgesehen von meinem Gastcousin, der musste mal wieder schlafen)
Nachdem ich unserer Organisation von meinen Problemen erzaehlt habe und dass ich gerne wechseln wuerde, hat sich eineinhalb Monate nichts getan. Da ich dann aber schon mit meiner Gastfamilie darueber geredet habe und irgendwie gezwungen war, dort weg zu gehen und ich unheimlich Glueck hatte, dass Theresia aus Malindi gerade in Mombasa die Wohnung der vorhergehenden Freiwilligen uebernommen hatte habe ich mich mit bei ihr im Zimmer einquatiert. Nach wieder eineinhalb Monaten, meine Organisation konnte immer noch keine Gastfamilie fuer mich finden – hier muss man wirklich mal sagen, dass sie typische Kenianer sind, die uns immer wieder enttaeuschen - habe ich dann von mir selber aus beschlossen, ins gerade freiwerdende Nachbarzimmer zu ziehen.
Eigentlich wollte ich hier nicht alleine wohnen, sondern die Chance der Gastfamilie auch wirklich 12 Monate warnehmen, aber nach diesem Hin und Her von drei Monaten musste ich dann einfach mal wieder in einem richtigen Bett schlafen. Wochenlanges Fussbodenschlafen und Sichuberfluessigfuehlen sollte jetzt doch langsam mal aufhoeren, so dass mir noch genug Kraft fuer meine Arbeit bleibt.
Also: Seit dem siebten Maerz wohne ich jetzt nun in meinem eigenen Zimmer in meiner eigenen ersten WG und ich fuehl mich einfach nur super wohl.
Ich hatte wirklich viel Glueck, dass das alles auch so hingehauen hat und da das Leben nun mal nicht fuers Planen gemacht ist (zumindest hier in Kenia, und das stimmt wirklich!), kann ich mich mit meiner Situation, die sich nun so ergeben hat, wirklich sehr gluecklich schaetzen!
Wir haben mit Terry hier echt richtig viel Spass und es laeuftt alles gut, mehr kann man dazu eigentlich nicht sagen. Ja, das stimmt auch, unser Luxus ist wieder gestiegen, (das gehoert dazu, ob ich mich darueber freuen sollte??) Wir haben zum Beispiel fliessend Wasser und jeder sein eigenes Zimmer mit eigenem Bett. Wow, wie sich das anfuehlt… Ausserdem kann man Krach machen so viel man will, was ich wirklich sehr geniessen kann, denn Led Zeppelin ist wieder laut und, weil ich es mir einfach nicht verkneifen konnte: Ich habe mir eine Gitarre gekauft; auch wenn sie kein Klavier ist macht sie mich sehr gluecklich!
Was so eine eigene Wohnung noch fuer Vorteile hat, wisst ihr ja sicherlich(Bier, lange Naechte, Kochkuenste,…). Also, ihr seht, mir geht es hier grad bombe…
Mein Zimmer.
Der Flur.
Die Kueche.
Unsere Dachterasse (und Waescheplatz).
Ausblick vom Balkon aus.
Wenn man mal genau hinguckt: Genau, da steht eine Couchgarnitur und: Genau, sie steht nicht neben oder in dem Haus, nein, sie steht AUF dem Haus...
Ausblick aufs Meer vom Balkon aus.
Und nochmal das Meer.
Terry hat sich mal Kreide gekauft, um ihre Wand anzumalen, weil man das so leicht wieder abwischen kann. Als sie dann feststellte, dass sie niemald 100 Stueck braucht und mir das uebriggebliebene geben wollte, damit ich es mit in die Schule nehmen kann kan ich auf die Idee: Lass uns doch den Fussboden anmalen. Eigentlich hab ich mit der Antwort:"Du spinnst ja!" gerechnet, aber Terry war sehr begeistert und das war dann eben unsere Abendbeschaeftigung...
Ansonsten macht die Sonne hier immernoch ihren 500% Job, ich geh mittlerweile so dreimal am Tag duschen, wenn nicht grad das Wasser ausfaellt.
Lasst es euch gut gehen und geniesst den Fruehling!
Mit herzlichsten Gruessen aus Mombasa,
Eure Ruth
Grundsaetzlich habe ich mich mit meiner Gastfamilie gut verstanden. Ziemlich schnell konnte ich mich an einen streitfreudigen Frauenhaushalt gewoehnen und war auch gern bei Verwandtenbesuchen dabei, denn die waren meistens alle nett. Vorallem der Rammadan (die einmonatige Fastenzeit im August) war eine wirklich coole und interessante Zeit und allgemein konnte ich in der Familie wirklich viel ueber die Leute in Kenya, ueber den muslimischen Glauben und ueber die Kultur kennenlernen.
Ausserdem konnte ich durch meine Familie den Id feiern, das Abschlussfest des Rammadans, was hier eine riesen Sache ist, da es so viele Muslime gibt. Ich durfte mit auf Hochzeiten gehen und hab das kenianische Fernseh kennen gelernt (ihr lieben Deuschen, bitte sei dankbar fuer richig gutes Fersehprogramm…). Viele viele Sachen, die mir wirklich einen sehr intensiven Einblick in den kenianischen Alltag gegeben haben und ich bin sehr froh, dass ich das so erleben durfte.
Irgendwann musste ich nur leider feststellen, dass ich sie zwar alle sehr gern mag, aber ich mich nicht ganz wohl fuehle. Selbst nach vier Monaten hab ich mich noch unsicher gefuehlt und wusste nich, ob ich schon anfangen darf mit essen oder noch warten soll, ob ich mich auf den Platz auf dem Sofa setzen darf, ob ich abwaschen soll beziehungsweise darf (mithelfen bei Hausarbeiten wurde mir am Anfang immer verboten), ob ich dies oder das machen soll oder lassen muss. Auch beim Fragen hab ich mich immer nicht getraut und hatte oft bei allem, was ich tue, das Gefuehl, es ist falsch, egal was ich gemacht habe. Ausserdem konnte ich mit den Launen meiner Gastmutter nicht so richig gut umgehen – sehr oft ist es vorgekommen, das mitten aus einem Gespraech heraus ein grosses Geschrei losging, was entweder darin endete, dass auf einmal jemand aus dem Zimmer gerannt ist oder alle – da war ich wirklich immer wieder sehr verwirrt – angefangen haben, ernsthaft zu lachen. Ein paar wenige Male bin ich selber auch in solche chaotischen Zankereien involviert gewesen. Einmal hab ich zum Beispiel gefragt, wer denn meine Suessigkeiten gegessen hat.”Es ist wirklich nicht schlimm und ich teile gern mit euch, aber bitte fragt mich vorher, wenn ihr meine Sachen nehmt” Was ich damit gemeint hab, konnte wohl keiner so richtig verstehen, denn als sie meinten, dass sie mir neue kaufen wuerden und ich das abgelehnt hab, wurde ich auf einmal ausgeschimpft dafuer, dass ich dann ohne Grund eine Streiterei angefangen habe. Zum Schluss wurde die Schuld auf meinen kleinen Gastcousin geschoben, der zweieinhalb Jahre alt ist und nicht mal wissen kann, wo meine Suessigkeiten liegen.
Es gab viele solcher Situationen, wo ich einfach nur dastand und nichts verstanden habe, von dem was da grad passiert.
Dazu kamen noch ganz viele kleine Sachen: “Nein, du kannst dich jezt nicht duschen, das Wasser reicht sonst nicht” wobei Andere das Wasser verschwendet haben. (Sich nicht duschen zu duerfen in Kenia kann zu einer ziemlichen Folter werden.)
Zum Schluss offenbarte mir meine Gastmutter dann irgendwann, dass sie sich mit ihrem Ehemann gestritten hat und dass das der Grund dafuer gewesen ist, dass in ihrem Bett Platz fuer mich frei wurde. Geplant war es jedoch von Anfang an nicht, dass ich ein ganzes Jahr dort bleibe, denn er wollte jetzt wiederkommen, nur dass mir das niemand gesagt hat und ich von ganz anderen Sachen ausgegangen bin.
Alles in Allem war das dann doch ein wenig viel und ich hab mich entschieden, die Gastfamilie zu wechseln.
Bevor ich davon erzaehle ersteinmal ein paar Fotos von meinem ersten KeniazuHause:
Das Wohnzimmer, in dem sich das komplette Familienleben abgespielt hat: Fernseh gucken; Hausaufgaben machen; einfach nur rumgammeln; quatschen; essen; backen; streiten; beten; schlafen;...
Das ist das Schlafzimmer, welches ich mir mit meiner Gastmutter geteilt habe. Mehr als ein Bett (welches wir uns auch geteilt haben) passt da wirklich nicht rein, was auch der Grund war, warum ich die ganze Zeit nur aus dem Koffer gelebt habe.
Unsere Kueche...
...mit dem "Waschbecken".
Mein gescheiterter Versuch, deutsches Essen "Spiegelei und Bratkartoffeln" zu kochen. Meine juengere Gastschwester hat von Anfang an gesagt, dass sie sowas nicht essen wird, meine aeltere Gastschwester hat ewig in ihrem Ei rumgeruehrt und dabei so angewiedert geguckt, dass es mir schon fast Leid tat und meine Gasttante hat die Haelfte der Kartoffeln zur Seite getan mit dem Kommentar: "Das ist noch nicht durch!" Aber zumindest hat sich meine Gastmutter wahnsinnig gefreut.
Mit meiner Gastschwester Salma beim Rumalbern.
Einfach zu suess mein Jai!
Ueberraschung!!! Nachdem meine Gastfamilie absolut nicht an meinen Geburtstag gedacht hatte und auch auf Arbeit keiner irgendwelche Anstalten gemacht hat, wurde ich dann, als ich abends zurueck in die Familie gegangen bin, ziemlich ueberrumpelt...!
Zu Geburtstagen laeuft es hier ganz oft so, dass derjenige seinen Kuchen aufschneidet, dann jeden einzelnen Gast persoenlich fuettert und danach von jedem persoenlich gefuettert wird.
Alle zusammen (abgesehen von meinem Gastcousin, der musste mal wieder schlafen)
Nachdem ich unserer Organisation von meinen Problemen erzaehlt habe und dass ich gerne wechseln wuerde, hat sich eineinhalb Monate nichts getan. Da ich dann aber schon mit meiner Gastfamilie darueber geredet habe und irgendwie gezwungen war, dort weg zu gehen und ich unheimlich Glueck hatte, dass Theresia aus Malindi gerade in Mombasa die Wohnung der vorhergehenden Freiwilligen uebernommen hatte habe ich mich mit bei ihr im Zimmer einquatiert. Nach wieder eineinhalb Monaten, meine Organisation konnte immer noch keine Gastfamilie fuer mich finden – hier muss man wirklich mal sagen, dass sie typische Kenianer sind, die uns immer wieder enttaeuschen - habe ich dann von mir selber aus beschlossen, ins gerade freiwerdende Nachbarzimmer zu ziehen.
Eigentlich wollte ich hier nicht alleine wohnen, sondern die Chance der Gastfamilie auch wirklich 12 Monate warnehmen, aber nach diesem Hin und Her von drei Monaten musste ich dann einfach mal wieder in einem richtigen Bett schlafen. Wochenlanges Fussbodenschlafen und Sichuberfluessigfuehlen sollte jetzt doch langsam mal aufhoeren, so dass mir noch genug Kraft fuer meine Arbeit bleibt.
Also: Seit dem siebten Maerz wohne ich jetzt nun in meinem eigenen Zimmer in meiner eigenen ersten WG und ich fuehl mich einfach nur super wohl.
Ich hatte wirklich viel Glueck, dass das alles auch so hingehauen hat und da das Leben nun mal nicht fuers Planen gemacht ist (zumindest hier in Kenia, und das stimmt wirklich!), kann ich mich mit meiner Situation, die sich nun so ergeben hat, wirklich sehr gluecklich schaetzen!
Wir haben mit Terry hier echt richtig viel Spass und es laeuftt alles gut, mehr kann man dazu eigentlich nicht sagen. Ja, das stimmt auch, unser Luxus ist wieder gestiegen, (das gehoert dazu, ob ich mich darueber freuen sollte??) Wir haben zum Beispiel fliessend Wasser und jeder sein eigenes Zimmer mit eigenem Bett. Wow, wie sich das anfuehlt… Ausserdem kann man Krach machen so viel man will, was ich wirklich sehr geniessen kann, denn Led Zeppelin ist wieder laut und, weil ich es mir einfach nicht verkneifen konnte: Ich habe mir eine Gitarre gekauft; auch wenn sie kein Klavier ist macht sie mich sehr gluecklich!
Was so eine eigene Wohnung noch fuer Vorteile hat, wisst ihr ja sicherlich(Bier, lange Naechte, Kochkuenste,…). Also, ihr seht, mir geht es hier grad bombe…
Mein Zimmer.
Der Flur.
Die Kueche.
Unsere Dachterasse (und Waescheplatz).
Ausblick vom Balkon aus.
Wenn man mal genau hinguckt: Genau, da steht eine Couchgarnitur und: Genau, sie steht nicht neben oder in dem Haus, nein, sie steht AUF dem Haus...
Ausblick aufs Meer vom Balkon aus.
Und nochmal das Meer.
Terry hat sich mal Kreide gekauft, um ihre Wand anzumalen, weil man das so leicht wieder abwischen kann. Als sie dann feststellte, dass sie niemald 100 Stueck braucht und mir das uebriggebliebene geben wollte, damit ich es mit in die Schule nehmen kann kan ich auf die Idee: Lass uns doch den Fussboden anmalen. Eigentlich hab ich mit der Antwort:"Du spinnst ja!" gerechnet, aber Terry war sehr begeistert und das war dann eben unsere Abendbeschaeftigung...
Ansonsten macht die Sonne hier immernoch ihren 500% Job, ich geh mittlerweile so dreimal am Tag duschen, wenn nicht grad das Wasser ausfaellt.
Lasst es euch gut gehen und geniesst den Fruehling!
Mit herzlichsten Gruessen aus Mombasa,
Eure Ruth
Sonntag, 20. Februar 2011
...mal was vom Land
Jaja, Urlaub machen ist auf jeden Fall immer wieder schoen und Kenia ist wirklich sehenswert...
Lamu ist einfach nur zum Verlieben - eine kleine niedliche Insel, keine Autos, friedliche Menschen und die Ruhe in sich. Einfach schoen!
So ein Marktleben koennte man irgendwie ueberall in Kenia finden, typisch einfach...
Falls mal jemand Lust hat, mehr ueber Esel zu erfahren kann ich Lamu nur empfehlen - da trifft man (so fuehlt es sich an) tausende. Um Mann zu sein braucht man einen Esel. Bei Emanuel, einem Freiwilligen, der hier lebt, stand der Esel des einen Gastbruders sogar schon im Wohnzimmer. Sie haben hier eben ihre ganz besondere Stellung...
Diesen Freund haben Sven und ich in Arusha (Tanzania) kennengelernt. Nachdem wir ihn nur nach dem Weg zur Bank gefragt haben sind wir ihn einfach nicht mehr losgeworden - er ist uns eine geschaetzte Stunde hergelaufen und wollte danach Geld fuer eine Stadtfuehrung haben. Sehr typisch fuer die Leute hier; nur dass dieser sehr boese war, dass wir ihm nichts gegeben haben, so wie es sonst die Touristen wohl tun.
Ja genau, so sehen die Supermaerkte (von denen es hier zum Glueck nicht all zu viele gibt) in der Weihnachtszeit aus - hauptsache viel Kitsch und Glitzer. Versteht ihr jetzt vielleicht auch, warum ich mich auf das naechste Mal Dezember freue?
Den Luxus, mit einem Jeep durch die Landschaft zu fahren, hatte ich leider bis jetzt erst einmal, aber dafuer war es sehr cool...
Dieses Bild lass ich mal kommentarlos - man erkennt ja alles, oder?
Nachdem wir festgestellt haben, dass der Schlangenpark wirklich nicht so besonders spannend ist wurden wir von einem Mitarbeiter in ein hinteres Kaemmerchen gefuehrt und der zeigte und dann dort sein Prachtstueck: "Ja, die ist wirklich teuer, aber voll harmlos...". Mit der Information, dass sie wirklich teuer ist, so wurde uns dann klar, wollte er nur noch mal betonen, dass wir ihm wirklich Geld dafuer geben sollen. "Wofuer denn?" - dafuer, dass er so grosszuegig war und wir Fotos mit ihr machen durften. Jaja, gegen Geldverdienen haben die Kenianer ja gar nichts, vorallem, wenn es krumme Dinge sind...
Ein Blick auf die Hauptstadt Nairobi, vorallem: fuer den halben Preis (handeln muss man koennen...)
Anfang Februar sind wir Marie, eine Freiwillige, die im Landesinneren in den Bergen wohnt, besuchen gefahren und es war traumhaft: Frische Luft, Ruhe und herrliche Natur. Ich geb ja zu, der Aufstieg auf diesen Berg war anstrengend, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt!
Wenn man dann schon ein Stueck gelaufen ist und dachte, jetzt ist man wirklich voll abgeschieden von der Zivilisation und kein Mensch ist mehr zu finden, kamen doch immer wieder Haeuser, in denen auch wirklich Leute leben.
Naja, Bananenbaeume sind hier nicht so ganz selten, Maries Gastfamilie hat sogar ihren eigenen im Garten stehen. Darauf kann man doch nur neidisch werde, oder?
Das dumme am Indischen Ozean und der Ebbe und Flut ist, dass es ab und zu passiert, dass man baden moechte und das Meer ist verschwunden. Das ist manchmal schade, aber da man in Kenia sowieso alle Zeit der Welt hat, kann man ja auch warten, es duerfte sich eh nur um Stunden handeln.
Ja, das waren mal ein paar Bilder von meinem Urlaub in den letzten Monate. Beim Aussuchen ist mir gerade aufgefallen, dass ich mich schon aufs naechste Mal voll freue...
Lamu ist einfach nur zum Verlieben - eine kleine niedliche Insel, keine Autos, friedliche Menschen und die Ruhe in sich. Einfach schoen!
So ein Marktleben koennte man irgendwie ueberall in Kenia finden, typisch einfach...
Falls mal jemand Lust hat, mehr ueber Esel zu erfahren kann ich Lamu nur empfehlen - da trifft man (so fuehlt es sich an) tausende. Um Mann zu sein braucht man einen Esel. Bei Emanuel, einem Freiwilligen, der hier lebt, stand der Esel des einen Gastbruders sogar schon im Wohnzimmer. Sie haben hier eben ihre ganz besondere Stellung...
Diesen Freund haben Sven und ich in Arusha (Tanzania) kennengelernt. Nachdem wir ihn nur nach dem Weg zur Bank gefragt haben sind wir ihn einfach nicht mehr losgeworden - er ist uns eine geschaetzte Stunde hergelaufen und wollte danach Geld fuer eine Stadtfuehrung haben. Sehr typisch fuer die Leute hier; nur dass dieser sehr boese war, dass wir ihm nichts gegeben haben, so wie es sonst die Touristen wohl tun.
Ja genau, so sehen die Supermaerkte (von denen es hier zum Glueck nicht all zu viele gibt) in der Weihnachtszeit aus - hauptsache viel Kitsch und Glitzer. Versteht ihr jetzt vielleicht auch, warum ich mich auf das naechste Mal Dezember freue?
Den Luxus, mit einem Jeep durch die Landschaft zu fahren, hatte ich leider bis jetzt erst einmal, aber dafuer war es sehr cool...
Dieses Bild lass ich mal kommentarlos - man erkennt ja alles, oder?
Nachdem wir festgestellt haben, dass der Schlangenpark wirklich nicht so besonders spannend ist wurden wir von einem Mitarbeiter in ein hinteres Kaemmerchen gefuehrt und der zeigte und dann dort sein Prachtstueck: "Ja, die ist wirklich teuer, aber voll harmlos...". Mit der Information, dass sie wirklich teuer ist, so wurde uns dann klar, wollte er nur noch mal betonen, dass wir ihm wirklich Geld dafuer geben sollen. "Wofuer denn?" - dafuer, dass er so grosszuegig war und wir Fotos mit ihr machen durften. Jaja, gegen Geldverdienen haben die Kenianer ja gar nichts, vorallem, wenn es krumme Dinge sind...
Ein Blick auf die Hauptstadt Nairobi, vorallem: fuer den halben Preis (handeln muss man koennen...)
Anfang Februar sind wir Marie, eine Freiwillige, die im Landesinneren in den Bergen wohnt, besuchen gefahren und es war traumhaft: Frische Luft, Ruhe und herrliche Natur. Ich geb ja zu, der Aufstieg auf diesen Berg war anstrengend, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt!
Wenn man dann schon ein Stueck gelaufen ist und dachte, jetzt ist man wirklich voll abgeschieden von der Zivilisation und kein Mensch ist mehr zu finden, kamen doch immer wieder Haeuser, in denen auch wirklich Leute leben.
Naja, Bananenbaeume sind hier nicht so ganz selten, Maries Gastfamilie hat sogar ihren eigenen im Garten stehen. Darauf kann man doch nur neidisch werde, oder?
Das dumme am Indischen Ozean und der Ebbe und Flut ist, dass es ab und zu passiert, dass man baden moechte und das Meer ist verschwunden. Das ist manchmal schade, aber da man in Kenia sowieso alle Zeit der Welt hat, kann man ja auch warten, es duerfte sich eh nur um Stunden handeln.
Ja, das waren mal ein paar Bilder von meinem Urlaub in den letzten Monate. Beim Aussuchen ist mir gerade aufgefallen, dass ich mich schon aufs naechste Mal voll freue...
Donnerstag, 3. Februar 2011
Vision Of Hope
Hallo mal wieder aus Kenia!
Nur noch ein paar Tage und dann bin ich bei der Haelften meines Auslandsaufenthalts angekommen. Das war auch der Grund, warum ich in der letzten Woche nicht in der Schule war, denn wir hatten unser Zwischenseminar. Das war ziemlich cool, weil wir uns zu acht als die komplette Gruppe mal wieder alle auf einem Haufen gesehen haben und eine Menge Spass hatten, weil wir vormittags immer ueber unsere Gastfamilien und Projekte geredet haben und uns mal ordentlich ausheulen konnten und nachmittags dann machen konnten, was unser Herz begehrte, das war meistens in den Pool springen oder sich sonnen. Auch wenn das Hotel ein bisschen uebertrieben war, weil wir uns ja sowieso alle an den kenianischen Luxusstandart gewoehnt haben und keine Klospuehlung und fliessendes, warmes Wasser mehr brauchen, geschweige denn einen Kuehlschrank im Zimmer oder klimatisierte Raeume, konnten wir das mal wieder geniessen.
In meiner Schule (welche sich uebrigens Vision of Hope nennt) laeuft mittlerweile alles automatisch und an Dinge, mit denen ich am Anfang ganz schoen zu kaempfen hatte, denk ich schon gar nicht mehr, weil es so normal geworden ist. Zum Beispiel bin ich mittlerweile sehr gut in der Lage, mit meinen Schuelern zu kommunizieren, zumindest kann ich sehr gut sagen, wenn ich es mit der Situation vom Anfang vergleiche. Die Kinder haben, glaube ich, ein bisschen mehr Englisch gelernt (immerhin konnten sie, als ich ankam, kein Wort) und sich auch an meine Aussprache gewoehnt, da die ja doch einiges anders ist als die der Kenianer. Ausserdem war mein Kiswahiliunterricht, auch wenn nur ein bisschen, erfolgreich und im allergroessten Notfall, wenn die Sprachprobleme unloesbar scheinen, kann ich auch meine Kollegin fragen, ob sie mir hilft, da sie ja mit ihren Klassen im gleichen Raum ist wie ich. Ausserdem habe ich mit der Zeit meinen eigenen Lehrplan erarbeitet und weiss mit Hilfe von ein paar am Anfang nur rumliegenden Schulbuechern jetzt ungefair, was die Kinder in welcher Zeit und welchem Fach lernen muessen – das wusste ich ja am Anfang ueberhaupt nicht, man hat mich nur vor die Klasse gestellt und gesagt “los jetzt, unterrichte” – wie bitte, ohne nur irgendwas vom Unterrichten zu wissen?
Womit ich am Anfang auch Schwierigkeiten hatte waren die Eigenschaften einiger Kollegen, was Puenktlichkeit, Zuverlaessigkeit und Arbeits– Pauseverhaeltniss angeht... Zum Beispiel kommen staendig irgendwelche Lehrer zu spaet in die Klasse, obwohl die Schueler schon eine halbe Ewigkeit warten. Ausserdem haben wir (logischerweise) keine auomatische Schulklingel, sondern mit einer Kuhglocke werden Pausen und Stunden immer per Hand angedeutet. Das Problem ist nur oft, dass der dafuer Zustaendige meistens keine Uhr hat oder sie nicht beachtet und dann kommen und gehen die Stunden immer so, wie sie grad wollen und damit total chaotisch, so dass man sich absolut nicht einstellen kann, wie viel Zeit man noch zum Unterrichten hat. Ach ja, hab ich eigentlich schon erwaehnt, dass Kenianer eh nicht so gerne planen?...
Auch unsere Mittagspause geht von 12 bis 2 Uhr und wir Lehrer kochen unser Essen immer selbst. Oft gibt es nur das Poblem, dass mit Kochen erst gegen um eins angefangen wird und bis das Essen fertig ist, ist es schon um 3, bis dann alle Lehrer gegessen haben ist es zirka halb vier und die Kinder warten schon seit eineinhalb Stunden darauf, dass sie wieder unterrichtet werden. Warum man nicht einfach eher anfaengt mit kochen und dann auch in der Zeit liegt, anstatt jeden Tag das gleiche Zeitproblem zu haben, konnte ich bis jetzt noch nicht ganz verstehen.
Was mich auch oft traurig und wuetend macht ist, dass ich oft Klassen sehe, die rumsitzten und sich langweilen, weil kein Lehrer da ist. Dazu muss man sagen, dass wir nur Volunteerlehrer haben, die unbezahlt und unausgebildet unterrichten. Dazu kommt eben auch oft, dass sie sehr unmotiviert und faul sind und anstatt ihre Arbeit zu machen sitzen sie rum und machen nichts. Das verschlechtert die Bildungsqualitaet nur noch mehr und ich finde es krass zu realisieren, dass die Kinder teilweise einen ganzen Tag in die Schule kommen und nicht unterrichtet werden aufgrund von Bequemlichkeiten.
Noch ein Beispiel zur Unzuverlaessigkeit. In meine Klasse kommt immer ein anderer Lehrer, um islamischen Religionsunterricht zu geben, da die meisten meiner Kinder Muslime sind. Er macht das zwei bis drei Mal die Woche, zumindest sollte er das tun, und er hat es in der ganzen Zeit seit dem ich in der Schule bin noch nicht einmal geschafft, mir zu sagen wann er kommt und dann auch wirklich zu kommen. Meistens sagt er, er wird nach der Fruehstueckspause unterrichten und nachdem ich dann eine halbe Stunde auf in gewartet habe und ihn frage, wo er denn bleibt sagt er mir dann meistens, dass er es doch nicht mehr schafft zu kommen, weil er komischer Weise doch grad in einer anderen Klasse steht oder sonst was vorhat.
Daran, dass durch lauter solcher Sachen immer unheimlich viel Zeit verloren geht und die Kinder so nur noch uneffektiver lernen koennen und bei den Examen nur noch schlechtere Ergebnisse schreiben musste ich mich jetzt gewoehnen. Was fuer mich am Anfang unfassbar war, nimmt man jetzt hin und anstatt mich daruber zu aergern freu ich mich lieber, wie viel Spass es ja macht, in meiner Klasse zu sein.
Mein Schulalltag besteht komplett daraus, zu unterrichten. Da ich die Klassenlehrerin bin, habe ich die volle Verantwortung darueber, was mit meinen Schuelern passiert und was sie lernen. Falls es was gibt, was ich ihnen nicht beibringen kann, Kiswahili zum Beispiel, muss ich mich darum kuemmern, dass das jemand anderes fuer mich tut. Dabei muss ich mal sagen, dass ich ziemlich stolz bin, dass ich trotzdem auch schon Kiswahili unterrichtet hab, denn ich glaube es ist nicht von ohne, jemandem seine Muttersprache beizubringen, die man selbst erst seit ein paar Monaten lernt.
Bei meiner ganzen Arbeit wurde ich noch nicht einmal kontrolliert was ich eigentlich den ganzen Tag tue und ich fand es ziemlich krass, dass ich vom popligen Schueler in eine so hohe Position gekommen bin. Dafuer gibt es meiner Meinung nach zwei traurige Gruende: einmal die Armut in diesem Land und dass die Schule letzten Endes froh sein kann, ueberhaupt jemanden zu haben, der fuer die Kinder da ist und zum anderen meine Hautfarbe, die mich, so wie ich manchmal das Gefuehl habe, teilweise zu allem befaehigt, was ich gerne haette.
Und sonst so: Mir geht es immer noch sehr gut und ich kann meine Zeit hier in Kenia gerade sehr geniessen, weil ich jeden Tag spuere, wie anders die Welt hier doch ist und wie genial es ist, dass ich das gerade so kennen lernen darf.
Ich hoffe, euch geht es auch gut??
Liebe Gruesse aus dem Sueden,
Eure Ruth
Nur noch ein paar Tage und dann bin ich bei der Haelften meines Auslandsaufenthalts angekommen. Das war auch der Grund, warum ich in der letzten Woche nicht in der Schule war, denn wir hatten unser Zwischenseminar. Das war ziemlich cool, weil wir uns zu acht als die komplette Gruppe mal wieder alle auf einem Haufen gesehen haben und eine Menge Spass hatten, weil wir vormittags immer ueber unsere Gastfamilien und Projekte geredet haben und uns mal ordentlich ausheulen konnten und nachmittags dann machen konnten, was unser Herz begehrte, das war meistens in den Pool springen oder sich sonnen. Auch wenn das Hotel ein bisschen uebertrieben war, weil wir uns ja sowieso alle an den kenianischen Luxusstandart gewoehnt haben und keine Klospuehlung und fliessendes, warmes Wasser mehr brauchen, geschweige denn einen Kuehlschrank im Zimmer oder klimatisierte Raeume, konnten wir das mal wieder geniessen.
In meiner Schule (welche sich uebrigens Vision of Hope nennt) laeuft mittlerweile alles automatisch und an Dinge, mit denen ich am Anfang ganz schoen zu kaempfen hatte, denk ich schon gar nicht mehr, weil es so normal geworden ist. Zum Beispiel bin ich mittlerweile sehr gut in der Lage, mit meinen Schuelern zu kommunizieren, zumindest kann ich sehr gut sagen, wenn ich es mit der Situation vom Anfang vergleiche. Die Kinder haben, glaube ich, ein bisschen mehr Englisch gelernt (immerhin konnten sie, als ich ankam, kein Wort) und sich auch an meine Aussprache gewoehnt, da die ja doch einiges anders ist als die der Kenianer. Ausserdem war mein Kiswahiliunterricht, auch wenn nur ein bisschen, erfolgreich und im allergroessten Notfall, wenn die Sprachprobleme unloesbar scheinen, kann ich auch meine Kollegin fragen, ob sie mir hilft, da sie ja mit ihren Klassen im gleichen Raum ist wie ich. Ausserdem habe ich mit der Zeit meinen eigenen Lehrplan erarbeitet und weiss mit Hilfe von ein paar am Anfang nur rumliegenden Schulbuechern jetzt ungefair, was die Kinder in welcher Zeit und welchem Fach lernen muessen – das wusste ich ja am Anfang ueberhaupt nicht, man hat mich nur vor die Klasse gestellt und gesagt “los jetzt, unterrichte” – wie bitte, ohne nur irgendwas vom Unterrichten zu wissen?
Womit ich am Anfang auch Schwierigkeiten hatte waren die Eigenschaften einiger Kollegen, was Puenktlichkeit, Zuverlaessigkeit und Arbeits– Pauseverhaeltniss angeht... Zum Beispiel kommen staendig irgendwelche Lehrer zu spaet in die Klasse, obwohl die Schueler schon eine halbe Ewigkeit warten. Ausserdem haben wir (logischerweise) keine auomatische Schulklingel, sondern mit einer Kuhglocke werden Pausen und Stunden immer per Hand angedeutet. Das Problem ist nur oft, dass der dafuer Zustaendige meistens keine Uhr hat oder sie nicht beachtet und dann kommen und gehen die Stunden immer so, wie sie grad wollen und damit total chaotisch, so dass man sich absolut nicht einstellen kann, wie viel Zeit man noch zum Unterrichten hat. Ach ja, hab ich eigentlich schon erwaehnt, dass Kenianer eh nicht so gerne planen?...
Auch unsere Mittagspause geht von 12 bis 2 Uhr und wir Lehrer kochen unser Essen immer selbst. Oft gibt es nur das Poblem, dass mit Kochen erst gegen um eins angefangen wird und bis das Essen fertig ist, ist es schon um 3, bis dann alle Lehrer gegessen haben ist es zirka halb vier und die Kinder warten schon seit eineinhalb Stunden darauf, dass sie wieder unterrichtet werden. Warum man nicht einfach eher anfaengt mit kochen und dann auch in der Zeit liegt, anstatt jeden Tag das gleiche Zeitproblem zu haben, konnte ich bis jetzt noch nicht ganz verstehen.
Was mich auch oft traurig und wuetend macht ist, dass ich oft Klassen sehe, die rumsitzten und sich langweilen, weil kein Lehrer da ist. Dazu muss man sagen, dass wir nur Volunteerlehrer haben, die unbezahlt und unausgebildet unterrichten. Dazu kommt eben auch oft, dass sie sehr unmotiviert und faul sind und anstatt ihre Arbeit zu machen sitzen sie rum und machen nichts. Das verschlechtert die Bildungsqualitaet nur noch mehr und ich finde es krass zu realisieren, dass die Kinder teilweise einen ganzen Tag in die Schule kommen und nicht unterrichtet werden aufgrund von Bequemlichkeiten.
Noch ein Beispiel zur Unzuverlaessigkeit. In meine Klasse kommt immer ein anderer Lehrer, um islamischen Religionsunterricht zu geben, da die meisten meiner Kinder Muslime sind. Er macht das zwei bis drei Mal die Woche, zumindest sollte er das tun, und er hat es in der ganzen Zeit seit dem ich in der Schule bin noch nicht einmal geschafft, mir zu sagen wann er kommt und dann auch wirklich zu kommen. Meistens sagt er, er wird nach der Fruehstueckspause unterrichten und nachdem ich dann eine halbe Stunde auf in gewartet habe und ihn frage, wo er denn bleibt sagt er mir dann meistens, dass er es doch nicht mehr schafft zu kommen, weil er komischer Weise doch grad in einer anderen Klasse steht oder sonst was vorhat.
Daran, dass durch lauter solcher Sachen immer unheimlich viel Zeit verloren geht und die Kinder so nur noch uneffektiver lernen koennen und bei den Examen nur noch schlechtere Ergebnisse schreiben musste ich mich jetzt gewoehnen. Was fuer mich am Anfang unfassbar war, nimmt man jetzt hin und anstatt mich daruber zu aergern freu ich mich lieber, wie viel Spass es ja macht, in meiner Klasse zu sein.
Mein Schulalltag besteht komplett daraus, zu unterrichten. Da ich die Klassenlehrerin bin, habe ich die volle Verantwortung darueber, was mit meinen Schuelern passiert und was sie lernen. Falls es was gibt, was ich ihnen nicht beibringen kann, Kiswahili zum Beispiel, muss ich mich darum kuemmern, dass das jemand anderes fuer mich tut. Dabei muss ich mal sagen, dass ich ziemlich stolz bin, dass ich trotzdem auch schon Kiswahili unterrichtet hab, denn ich glaube es ist nicht von ohne, jemandem seine Muttersprache beizubringen, die man selbst erst seit ein paar Monaten lernt.
Bei meiner ganzen Arbeit wurde ich noch nicht einmal kontrolliert was ich eigentlich den ganzen Tag tue und ich fand es ziemlich krass, dass ich vom popligen Schueler in eine so hohe Position gekommen bin. Dafuer gibt es meiner Meinung nach zwei traurige Gruende: einmal die Armut in diesem Land und dass die Schule letzten Endes froh sein kann, ueberhaupt jemanden zu haben, der fuer die Kinder da ist und zum anderen meine Hautfarbe, die mich, so wie ich manchmal das Gefuehl habe, teilweise zu allem befaehigt, was ich gerne haette.
Und sonst so: Mir geht es immer noch sehr gut und ich kann meine Zeit hier in Kenia gerade sehr geniessen, weil ich jeden Tag spuere, wie anders die Welt hier doch ist und wie genial es ist, dass ich das gerade so kennen lernen darf.
Ich hoffe, euch geht es auch gut??
Liebe Gruesse aus dem Sueden,
Eure Ruth
Sonntag, 16. Januar 2011
Rumgereist
HalliHallöchen und herzlich willkommen im neuen Jahr (immerhin habt ihr ja ein bisschen länger gebraucht als wir)!
Ich wünsche euch allen erst mal ein wunderschönes, aufregendes, lustiges und gesegnetes neues Jahr, auch wenn das jetzt schon wieder 16 Tage alt ist. (Oh je oh je, wie die Zeit schon wieder rennt)
Nach einem Monat Schulpause hat er jetzt auch bei mir wieder angefangen - der Alltag. Seit zwei Wochen bin ich nun wieder arbeiten und die Ferien sind wirklich rasend schnell vergangen. Dafür hab ich auch ein bisschen was erlebt:
Ende November sind wir nach Lamu gefahren, auf eine sehr kleine Insel nördlich von Mombasa. Dort wohnt eigentlich nur ein kleines Dorf, aber ich fand es ziemlich faszinierend, weil dieser Ort seine Besonderheiten hat. Zum Beispiel gibt es keine Fahrzeuge, anstatt dessen gibt es Esel und zwar sehr sehr viele. Das fand ich ziemlich lustig, weil die Leute das so selbstverständlich fanden, dort mit ihrem Tier durch die Straßen zu reiten um ihren Einkauf zu erledigen. Schon allein, wenn man dahin fahren möchte erlebt mein sein Abendteuer für sich, denn die Straße ist sehr schlecht und die Busse meistens nicht besser. So wird man dann also fünf Stunden am Stück durchgeschüttelt und tut sich eventuell auch mal was weh, denn in so manchem Schlagloch wird man vom Sitz geschmissen und landet mit seinem Kopf an der Busdecke. Das alles fand ich aber ziemlich lustig muss ich sagen, wahrscheinlich weil ich relativ verschont blieb und mir die ganze Situation so unrealistisch vorkam.
Schon eine Woche nach unserem Trip bin ich dann zum Sven nach Nordtanzania gefahren. Es war ziemlich cool mal zu sehen, wie er dort so lebt und was er so für Aufgaben in seinem Projekt hat, außerdem hab ich es genossen, mal in anderes Land zu kommen, obwohl sich Kenia und Tanzania wirklich nicht viel nehmen, die Leute sprechen ja sogar die gleiche Sprache und außerdem wohnt Sven nur sieben bis acht Stunden Busfahrt von Mombasa entfernt. Was für mich relativ neu war, war das ländliche Leben im Vergleich zu Mombasas Großstadtgetummel. Die frische Luft, die schönen Berge, die Ruhe und die Natürlichkeit ist einfach nur schön, wir konnten sogar mal ein bisschen wandern und haben uns für ein paar Meter in einen Dschungel reingetraut, wo wir dann Lianen und krasse Dornengewächse gesehen haben. Die Affen konnten wir zum Glück nur hören, die klangen nämlich in dem Moment etwas aggressiv.
Zusammen sind wir dann weiter nach Nairobi gefahren, wo ich mir an der Grenze erst mal einen bösen Spruch anhören musste. Ich hab nämlich gefragt, was ich machen kann, wenn im Februar mein Visum ausläuft, ich aber noch bis August in Mombasa arbeiten und leben möchte. Der Typ sah die Sache ziemlich eindeutig und hat mir nur „Go home!“ gegen den Kopf geknallt. Die Sache hat sich im Übrigen bis jetzt noch nicht geändert, mal sehn, was unsere Organisation sich noch einfallen lassen möchte. Wir rechnen nicht damit, dass sie noch eine Idee bekommen, deswegen werden wir eventuell Ende Januar nach Maliwa ausreisen – raus aus Ostafrika, um dann unsere Visumanträge neu stellen zu können. Mal sehn ob das so klappt, unsere Vorgänger hatten schon Pech, aber ich bleib noch sehr optimistisch und werd euch auf dem Laufenden halten... Soviel zu unseren Visumsproblemen, zurück zu meinem Urlaub.
In Nairobi haben wir mal Tourist gespielt und uns ein Haufen Sehenswürdigkeiten und Touristenattraktionen angeguckt. Ich war ziemlich beeindruckt von der Stadt, weil sie eher westlich und damit viel anders als Mombasa ist. Die Leute sind eher auf sich selbst und ihre Arbeit konzentriert und man sieht, sogar sehr häufig, mal jemanden, der durch die Straßen rennt, weil er es eilig hat. So etwas, muss man dazu sagen, hab ich wirklich schon lange nicht mehr erlebt. Außerdem bekommt man viel häufiger Menschen zu Gesicht, die auch mal in einem kurzen Rock oder Spaghettiträgertopp mit Ausschnitt in die Öffentlichkeit treten.
Als wir auf dem Kongresszentrum standen und über die ganze Stadt geguckt haben – die Hochhäuser, der Parkt mit Teich – dacht ich kurz, ich bin zurück in Europa. Irgendwie konnte ich das in dem Moment sogar mal richtig genießen, aber jetzt bin ich schon ganz froh, wieder in Mombasa zu sein!
Von meinen Weihnachtsplänen hatte ich euch ja schon erzählt und die haben wir dann auch wahr gemacht. Es war etwas merkwürdig, wobei ich sagen muss, dass die ganze Adventszeit schon merkwürdig war. Die ganze Sonne, die hohen Temperaturen, der normale Alltag – nichts war irgendwie so, wie ich es gewohnt war im Dezember. Vielen Menschen war es, glaub ich, auch gar nicht so wichtig und damit ging die Zeit vorbei, als wäre alles ganz normal (wie es das ja auch war). Weihnachten haben wir dieses Jahr wirklich ausgelassen und damit werd ich mich 2011 umso mehr drauf freuen.
Unser Silvester haben wir, wiedereinmal mit ein paar anderen Freiwilligen und wiedereinmal am Stand verbracht. Wir sind auf eine Beachparty gegangen, wo es fast nur Weiße gab, was in dem Moment aber nicht unbedingt schlimm war, ich würde es eher als erholend bezeichnen. Unseren 1.1. haben wir dann mit Cola, lauter Musik und Strandfeeling genossen bis damit dann meine Ferien auch langsam wieder vorbei waren und wie gesagt, der Alltag stellt sich nun nach langer Zeit wieder ein.
Ich hoffe es geht euch auch gut? Wie sieht es denn eigentlich mit dem ganzen Schneechaos aus und ist Weihnachten schon lange wieder vergessen?
Viele Grüße aus Kenia sendet euch
die Ruth
Ich wünsche euch allen erst mal ein wunderschönes, aufregendes, lustiges und gesegnetes neues Jahr, auch wenn das jetzt schon wieder 16 Tage alt ist. (Oh je oh je, wie die Zeit schon wieder rennt)
Nach einem Monat Schulpause hat er jetzt auch bei mir wieder angefangen - der Alltag. Seit zwei Wochen bin ich nun wieder arbeiten und die Ferien sind wirklich rasend schnell vergangen. Dafür hab ich auch ein bisschen was erlebt:
Ende November sind wir nach Lamu gefahren, auf eine sehr kleine Insel nördlich von Mombasa. Dort wohnt eigentlich nur ein kleines Dorf, aber ich fand es ziemlich faszinierend, weil dieser Ort seine Besonderheiten hat. Zum Beispiel gibt es keine Fahrzeuge, anstatt dessen gibt es Esel und zwar sehr sehr viele. Das fand ich ziemlich lustig, weil die Leute das so selbstverständlich fanden, dort mit ihrem Tier durch die Straßen zu reiten um ihren Einkauf zu erledigen. Schon allein, wenn man dahin fahren möchte erlebt mein sein Abendteuer für sich, denn die Straße ist sehr schlecht und die Busse meistens nicht besser. So wird man dann also fünf Stunden am Stück durchgeschüttelt und tut sich eventuell auch mal was weh, denn in so manchem Schlagloch wird man vom Sitz geschmissen und landet mit seinem Kopf an der Busdecke. Das alles fand ich aber ziemlich lustig muss ich sagen, wahrscheinlich weil ich relativ verschont blieb und mir die ganze Situation so unrealistisch vorkam.
Schon eine Woche nach unserem Trip bin ich dann zum Sven nach Nordtanzania gefahren. Es war ziemlich cool mal zu sehen, wie er dort so lebt und was er so für Aufgaben in seinem Projekt hat, außerdem hab ich es genossen, mal in anderes Land zu kommen, obwohl sich Kenia und Tanzania wirklich nicht viel nehmen, die Leute sprechen ja sogar die gleiche Sprache und außerdem wohnt Sven nur sieben bis acht Stunden Busfahrt von Mombasa entfernt. Was für mich relativ neu war, war das ländliche Leben im Vergleich zu Mombasas Großstadtgetummel. Die frische Luft, die schönen Berge, die Ruhe und die Natürlichkeit ist einfach nur schön, wir konnten sogar mal ein bisschen wandern und haben uns für ein paar Meter in einen Dschungel reingetraut, wo wir dann Lianen und krasse Dornengewächse gesehen haben. Die Affen konnten wir zum Glück nur hören, die klangen nämlich in dem Moment etwas aggressiv.
Zusammen sind wir dann weiter nach Nairobi gefahren, wo ich mir an der Grenze erst mal einen bösen Spruch anhören musste. Ich hab nämlich gefragt, was ich machen kann, wenn im Februar mein Visum ausläuft, ich aber noch bis August in Mombasa arbeiten und leben möchte. Der Typ sah die Sache ziemlich eindeutig und hat mir nur „Go home!“ gegen den Kopf geknallt. Die Sache hat sich im Übrigen bis jetzt noch nicht geändert, mal sehn, was unsere Organisation sich noch einfallen lassen möchte. Wir rechnen nicht damit, dass sie noch eine Idee bekommen, deswegen werden wir eventuell Ende Januar nach Maliwa ausreisen – raus aus Ostafrika, um dann unsere Visumanträge neu stellen zu können. Mal sehn ob das so klappt, unsere Vorgänger hatten schon Pech, aber ich bleib noch sehr optimistisch und werd euch auf dem Laufenden halten... Soviel zu unseren Visumsproblemen, zurück zu meinem Urlaub.
In Nairobi haben wir mal Tourist gespielt und uns ein Haufen Sehenswürdigkeiten und Touristenattraktionen angeguckt. Ich war ziemlich beeindruckt von der Stadt, weil sie eher westlich und damit viel anders als Mombasa ist. Die Leute sind eher auf sich selbst und ihre Arbeit konzentriert und man sieht, sogar sehr häufig, mal jemanden, der durch die Straßen rennt, weil er es eilig hat. So etwas, muss man dazu sagen, hab ich wirklich schon lange nicht mehr erlebt. Außerdem bekommt man viel häufiger Menschen zu Gesicht, die auch mal in einem kurzen Rock oder Spaghettiträgertopp mit Ausschnitt in die Öffentlichkeit treten.
Als wir auf dem Kongresszentrum standen und über die ganze Stadt geguckt haben – die Hochhäuser, der Parkt mit Teich – dacht ich kurz, ich bin zurück in Europa. Irgendwie konnte ich das in dem Moment sogar mal richtig genießen, aber jetzt bin ich schon ganz froh, wieder in Mombasa zu sein!
Von meinen Weihnachtsplänen hatte ich euch ja schon erzählt und die haben wir dann auch wahr gemacht. Es war etwas merkwürdig, wobei ich sagen muss, dass die ganze Adventszeit schon merkwürdig war. Die ganze Sonne, die hohen Temperaturen, der normale Alltag – nichts war irgendwie so, wie ich es gewohnt war im Dezember. Vielen Menschen war es, glaub ich, auch gar nicht so wichtig und damit ging die Zeit vorbei, als wäre alles ganz normal (wie es das ja auch war). Weihnachten haben wir dieses Jahr wirklich ausgelassen und damit werd ich mich 2011 umso mehr drauf freuen.
Unser Silvester haben wir, wiedereinmal mit ein paar anderen Freiwilligen und wiedereinmal am Stand verbracht. Wir sind auf eine Beachparty gegangen, wo es fast nur Weiße gab, was in dem Moment aber nicht unbedingt schlimm war, ich würde es eher als erholend bezeichnen. Unseren 1.1. haben wir dann mit Cola, lauter Musik und Strandfeeling genossen bis damit dann meine Ferien auch langsam wieder vorbei waren und wie gesagt, der Alltag stellt sich nun nach langer Zeit wieder ein.
Ich hoffe es geht euch auch gut? Wie sieht es denn eigentlich mit dem ganzen Schneechaos aus und ist Weihnachten schon lange wieder vergessen?
Viele Grüße aus Kenia sendet euch
die Ruth
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