Was ich alles schreiben wollte, kurz vor meinem Abflug, zu meinem Abflug, an meinem ersten Tag, nach ein paar Tagen. Und jetzt... bin ich wie geflashed. Ich kann absolut nichts sagen, nur, dass ich grad nichts weiss, nich, wies mir geht, nicht, was ich in den naechsten Stunden (Tagen, Wochen,...) vorhabe, nicht, welches deutsche Essen am besten schmeckt. Von einer Welt in die andere geworfen, uebernacht, und dann soll man damit zurechtkommen? Wer weiss, was in den naechsten Tagen kommt, hoffentlich gewinne ich meinen Kopf bald zurueck.
Liebe Gruesse, wenn wir uns noch nicht gesehen haben, dann wird das wahrscheinlich bald passieren. Krass oder? Wie kurz ein Jahr doch ist und wie schnell alles vorbei geht...
Ruth in Afrika
Sonntag, 7. August 2011
Donnerstag, 23. Juni 2011
Geniessen.
Wieder einmal ist mir aufgefallen, dass es Zeit wird fuer einen Blogeintrag, denn so wie ich realisiert habe, war der letzte an einem sehr sehr schlechten Tag geschrieben, und wenn ihr jetzt denkt, dass es mir den ganzen letzten Monat so ging, dann is das sehr falsch, weil so gings mir absolut nicht.
Zugegeben, in der Schule habe ich momentan nich so die riesen Freude. Ich kann gar nicht beschreiben, wieso eigentlich nicht, denn meine Kinder sind alle samt sehr sehr cool und ich hab sie so sehr ins Herz geschlossen. Und sie mich auch, denn meistens, wenn ich eher nach Hause gehe, betteln sie mich, dass ich doch noch laenger bleiben soll und sind dann voll traurig, wenn ich mich dann doch irgendwann losreissen kann. Trotzdem sitz ich dann meistens im Unterricht, immer mit einem Blick auf die Uhr, und warte, bis es denn entlich um 12 ist. Aber da die Zeit hier in Kenya anscheinend zirka drei Mal so schnell vergeht, ist das auch kein grosses Problem und sehr bald ist es auch schon nachmittags. Was ich die ganze Zeit so treibe weiss ich auch gar nicht so richtig. Irgendwie vergehen die Tage immer so wahnsinnig schnell und fast jeden Abend kann ich sagen, dass ich viel erlebt habe.
Das die Zeit so unheimlich schnell vergeht, ist mir schon immer aufgefallen, nur dass es jetzt irgendwie noch viel krasser ist. Jeden Freitag hab ich das Gefuehl, dass nach zwei Tagen schon wieder Wochenende ist und nach ein paar Stunden, so fuehlt es sich an, ist dann schon wieder Sonntag Abend. So sitz ich jetzt auch hier und wenn ich die Wochen zaehle, dann verbleiben mir noch 6. 6 Wochen, was fuer ein Witz. Davon bin ich nur noch 2 Wochen arbeiten, dann haben wir unser Endseminar und dann noch 21 Tage, um die letzte Zeit noch ein bisschen zu geniessen und uns von allen und allem zu verabschieden. Auf Arbeit kommt jetzt schon immer ein anderer Lehrer mit in die Klasse, damit wir langsam Uebergabe machen koennen und wenn ich Waschmittel oder Aehnliches kaufe, dann nur noch die kleine Packung mit dem (schrecklichen) Gedanken "Es lohnt sich nicht mehr." Ich merke langsam, wie es dem Ende zugeht und kann es einfach nicht fassen. Immer mehr hab ich das Gefuehl, dass ich unbedingt hier bleiben will, immer staerker spuere ich, wie ich diesen Ort hier mit allem, was dazu gehoert, sehr sehr doll ins Herz geschlossen habe und jetzt soll es auf einmal vorbei sein. Dass ich nicht lache.
Mein derzeitiges Leben besteht eigentlich daraus, zu feiern, zu entspannen, ueber Gott, die Welt und Afrika zu diskutieren und philosophieren und sich mit Freunden auf die unterschiedlicheste Art und Weise die Zeit zu vertreiben. Am Wochenende gehen wir oft tanzen, letzten Sonntag waren wir am Srand, morgen koch ich mit Freunden fuer die ganze Bande. Zwischendurch sind wir immer noch fleissig am Mangos essen, Film gucken, quatschen, durch die Stadt laufen und gestern warn wir sogar mal im Fitnessstudio. Wenn man dann vielleicht noch ungefair weiss, was fuer Musik ich so zu Zeit hoere, dann merkt man wohl, dass sich mein Leben gerade schon sehr von meinem deutschen unterscheidet...
Meine Gefuehle momentan kann ich einfach nicht beschreiben, ihr sollt nur wissen, dass es mir unglaublich gut geht. Alles scheint (meistens) so perfekt und wenn ich Probleme auf Arbeit hab, dann zaehlt das irgendwie nichts, weil das von allem, was es sonst so gibt, wieder voll weggewischt wird. Ich bin einfach nur so dankbar, dass es mich auf diesen Teil der Erde geschickt hat!
Ich hoffe, ihr habt auch eine wunderschoene Zeit! Wie ich weiss, ist Pfingsten, der Kirchentag und die erste Heuernte schon vorbei? Unbegreiflich...
Ganz liebste Gruesse aus dem fernen Afrika,
eure Ruth
Zugegeben, in der Schule habe ich momentan nich so die riesen Freude. Ich kann gar nicht beschreiben, wieso eigentlich nicht, denn meine Kinder sind alle samt sehr sehr cool und ich hab sie so sehr ins Herz geschlossen. Und sie mich auch, denn meistens, wenn ich eher nach Hause gehe, betteln sie mich, dass ich doch noch laenger bleiben soll und sind dann voll traurig, wenn ich mich dann doch irgendwann losreissen kann. Trotzdem sitz ich dann meistens im Unterricht, immer mit einem Blick auf die Uhr, und warte, bis es denn entlich um 12 ist. Aber da die Zeit hier in Kenya anscheinend zirka drei Mal so schnell vergeht, ist das auch kein grosses Problem und sehr bald ist es auch schon nachmittags. Was ich die ganze Zeit so treibe weiss ich auch gar nicht so richtig. Irgendwie vergehen die Tage immer so wahnsinnig schnell und fast jeden Abend kann ich sagen, dass ich viel erlebt habe.
Das die Zeit so unheimlich schnell vergeht, ist mir schon immer aufgefallen, nur dass es jetzt irgendwie noch viel krasser ist. Jeden Freitag hab ich das Gefuehl, dass nach zwei Tagen schon wieder Wochenende ist und nach ein paar Stunden, so fuehlt es sich an, ist dann schon wieder Sonntag Abend. So sitz ich jetzt auch hier und wenn ich die Wochen zaehle, dann verbleiben mir noch 6. 6 Wochen, was fuer ein Witz. Davon bin ich nur noch 2 Wochen arbeiten, dann haben wir unser Endseminar und dann noch 21 Tage, um die letzte Zeit noch ein bisschen zu geniessen und uns von allen und allem zu verabschieden. Auf Arbeit kommt jetzt schon immer ein anderer Lehrer mit in die Klasse, damit wir langsam Uebergabe machen koennen und wenn ich Waschmittel oder Aehnliches kaufe, dann nur noch die kleine Packung mit dem (schrecklichen) Gedanken "Es lohnt sich nicht mehr." Ich merke langsam, wie es dem Ende zugeht und kann es einfach nicht fassen. Immer mehr hab ich das Gefuehl, dass ich unbedingt hier bleiben will, immer staerker spuere ich, wie ich diesen Ort hier mit allem, was dazu gehoert, sehr sehr doll ins Herz geschlossen habe und jetzt soll es auf einmal vorbei sein. Dass ich nicht lache.
Mein derzeitiges Leben besteht eigentlich daraus, zu feiern, zu entspannen, ueber Gott, die Welt und Afrika zu diskutieren und philosophieren und sich mit Freunden auf die unterschiedlicheste Art und Weise die Zeit zu vertreiben. Am Wochenende gehen wir oft tanzen, letzten Sonntag waren wir am Srand, morgen koch ich mit Freunden fuer die ganze Bande. Zwischendurch sind wir immer noch fleissig am Mangos essen, Film gucken, quatschen, durch die Stadt laufen und gestern warn wir sogar mal im Fitnessstudio. Wenn man dann vielleicht noch ungefair weiss, was fuer Musik ich so zu Zeit hoere, dann merkt man wohl, dass sich mein Leben gerade schon sehr von meinem deutschen unterscheidet...
Meine Gefuehle momentan kann ich einfach nicht beschreiben, ihr sollt nur wissen, dass es mir unglaublich gut geht. Alles scheint (meistens) so perfekt und wenn ich Probleme auf Arbeit hab, dann zaehlt das irgendwie nichts, weil das von allem, was es sonst so gibt, wieder voll weggewischt wird. Ich bin einfach nur so dankbar, dass es mich auf diesen Teil der Erde geschickt hat!
Ich hoffe, ihr habt auch eine wunderschoene Zeit! Wie ich weiss, ist Pfingsten, der Kirchentag und die erste Heuernte schon vorbei? Unbegreiflich...
Ganz liebste Gruesse aus dem fernen Afrika,
eure Ruth
Sonntag, 22. Mai 2011
Was fuers Auge
Es ist mal wieder Zeit, euch ein paar Bilder zu zeigen. Leider habe ich in meinem letzen Urlaub wirklich nur sehr wenige Bilder gemacht, auch wenn es eigentlich echt genug zum Festhalten gegeben haette. Naja, ich hoffe, ihr habt trotzdem Freude damit...:
Aus dem Bus raus.
Es ist unglaublich, was Kenianer fuer einen CocaColakonsum haben und ich finde es sehr lustig zu sehen, wenn die tausenden von Flaschen antransportiert werden. Das ist uebrigens in Lamu.
Das ist auf unserem Bootstripp, der einfach nur unglaublich schoen war. Wir sind ins noch verlasserene Nichts gefahren und haben geangelt, geschnorchelt, entspannt. Die Herrschaften haben, auf dem Boot, fuer uns gekocht und es war sooo lecker!
Als wir dann, ungefair eine Woche nach dem Lamuurlaub, in Meru gelandet sind, gab es einfach zu viele Wolken am Himmel, sodass ich den Mt. Kenya nicht sehen konnte, aber wir hatten trotzdem einen schoener Ausblick wie ich finde.
Solche Huettchen gibt es irgendwie ueberall, aber nicht jede hat diese Aufschrift...
Am Elementaitasee waren wir leider nur ungefair zwei Stunden, weil das Wetter schon echt gruselig war und wir die ganze Zeit dachte, dass gleich ein riesen Gewitter loslegen wuerde und damit haben wir nicht allzuviel von den Flamigongs und Zebras gesehen, dafuer habe ich mit meiner Familie telefoniert, auch wenn selbst das sehr in die Hosen ging, denn die Verbindung war so schlecht.
Ein paar Tage spaeter war ich dann in Kampala, wo ich im ersten Backpackerhostel den lieben Niederlaender kennen gelernt habe, der mir freundlicher Weise die halbe Stadt gezeigt hat. Gute Geheimtipps und ein paar unheimlich witzige Stunden, denn er hat, egal wovon er gesprochen hat, bei jedem Satz gelacht.
Eine von Kampalas vielen Strassen.
Diese BodaBodas haben wir jeden Tag mehrmals genutzt in Form eines Taxis, nur eben sehr billig, wie man sich das vielleicht schon denken kann. Nur dass sie nicht so ganz unsicher sind. Bei meiner ersten Fahrt schreit ein Freund von hinten: "Hey Ruth, jeden Tag sterben 5 Leute in Kampala aufgrund eines Bodabodaunfalls." Aber irgendwann gewoehnt man sich an alles...
Die zweitgroesste Moschee ganz Ostafrikas, vorallem von innen beeindruckend.
Das sind die ersten Meter des Nils und ein Stueck vom Viktoriasee. Schon schoen...
Naja, das ist jetzt vielleicht nicht die schoenste Bilderauswahl, aber ich konnte meinen Urlaub schon sehr geniessen und dafuer musste eben die Kamera im Rucksack bleiben.
Irgendwie kann ich das, was ich von dem Land gesehen habe, nicht in Worte fassen und auch die Bilder sagen irgendwie nichts darueber aus. Am Krassesten finde ich irgendwie immer wieder, wie anders diese Welt hier ist und das fasziniert mich so. Dieser Ort hier ist mir jetzt schon sehr ans Herz gewachsen!
Aus dem Bus raus.
Es ist unglaublich, was Kenianer fuer einen CocaColakonsum haben und ich finde es sehr lustig zu sehen, wenn die tausenden von Flaschen antransportiert werden. Das ist uebrigens in Lamu.
Das ist auf unserem Bootstripp, der einfach nur unglaublich schoen war. Wir sind ins noch verlasserene Nichts gefahren und haben geangelt, geschnorchelt, entspannt. Die Herrschaften haben, auf dem Boot, fuer uns gekocht und es war sooo lecker!
Als wir dann, ungefair eine Woche nach dem Lamuurlaub, in Meru gelandet sind, gab es einfach zu viele Wolken am Himmel, sodass ich den Mt. Kenya nicht sehen konnte, aber wir hatten trotzdem einen schoener Ausblick wie ich finde.
Solche Huettchen gibt es irgendwie ueberall, aber nicht jede hat diese Aufschrift...
Am Elementaitasee waren wir leider nur ungefair zwei Stunden, weil das Wetter schon echt gruselig war und wir die ganze Zeit dachte, dass gleich ein riesen Gewitter loslegen wuerde und damit haben wir nicht allzuviel von den Flamigongs und Zebras gesehen, dafuer habe ich mit meiner Familie telefoniert, auch wenn selbst das sehr in die Hosen ging, denn die Verbindung war so schlecht.
Ein paar Tage spaeter war ich dann in Kampala, wo ich im ersten Backpackerhostel den lieben Niederlaender kennen gelernt habe, der mir freundlicher Weise die halbe Stadt gezeigt hat. Gute Geheimtipps und ein paar unheimlich witzige Stunden, denn er hat, egal wovon er gesprochen hat, bei jedem Satz gelacht.
Eine von Kampalas vielen Strassen.
Diese BodaBodas haben wir jeden Tag mehrmals genutzt in Form eines Taxis, nur eben sehr billig, wie man sich das vielleicht schon denken kann. Nur dass sie nicht so ganz unsicher sind. Bei meiner ersten Fahrt schreit ein Freund von hinten: "Hey Ruth, jeden Tag sterben 5 Leute in Kampala aufgrund eines Bodabodaunfalls." Aber irgendwann gewoehnt man sich an alles...
Die zweitgroesste Moschee ganz Ostafrikas, vorallem von innen beeindruckend.
Das sind die ersten Meter des Nils und ein Stueck vom Viktoriasee. Schon schoen...
Naja, das ist jetzt vielleicht nicht die schoenste Bilderauswahl, aber ich konnte meinen Urlaub schon sehr geniessen und dafuer musste eben die Kamera im Rucksack bleiben.
Irgendwie kann ich das, was ich von dem Land gesehen habe, nicht in Worte fassen und auch die Bilder sagen irgendwie nichts darueber aus. Am Krassesten finde ich irgendwie immer wieder, wie anders diese Welt hier ist und das fasziniert mich so. Dieser Ort hier ist mir jetzt schon sehr ans Herz gewachsen!
Montag, 9. Mai 2011
Aufgeben?
Hallo schon wieder von mir!
So schnell habe ich noch nie einen neuen Blogeintrag geschrieben und wobei ihr ja alle erst vor zwei Tagen von mir gehoert habt, muss ich mich schon wieder mitteilen.
Als ich heute frueh meinen Wecker gehoert hab, wollte ich absolut nicht aufstehen. Das hat zwei Gruende. Der erste: Zugegeben, ich war in letzter Zeit oft feiern oder hab mit Freunden bis in die Nacht hinein gequatscht. Viel geschlafen hab ich auch nicht und deswegen wundere ich mich nicht, wenn ich muede bin. Der zweite: ich hab es ja in der letzten Rundmail schon geschrieben, dass ich momentan einfach nicht wirklich meinen Platz auf Arbeit finde und es immer wieder schwer fuer mich ist, zu unterrichten, mit den anderen Lehrern zu agieren, mit der Armut umzugehen und das alles am besten noch gut zu meistern. Nach sechs Wochen Pause, hab ich vermutet, wird es dann wohl noch schlimmer werden als sonst.
Als ich dann in die Schule gegangen bin, hab ich mich die ersten fuenf Minuten nicht gut gefuehlt, nach einer halben Stunde dann aber hab ich nicht mehr gewusst, wie ich diesen Tag ueberstehen soll, geschweige denn die naechsten Wochen und Monate. Es war schon so anstrengend, einfach da zu sein. So viel hat mich runtergezogen: die ersten Schlaege auf die Kinder, dann die Vorstellung, heute wieder drei Klassen zu haben, da meine Kollegin nicht da war, der Kommentar einer Lehrerin „du siehst aus, als waerst du in Deutschland gewesen, wie ein richtiger Mzungu (Weisser)“ (genau das will man hier eben nicht sein und dagegen arbeitet man eigentlich immer wieder so hart an). Dann sagte mir Mr. Kassim, dass er mich so vermisst hat und dass er so froh ist, dass ich wieder da bin. Dabei wollte er mich einfach nicht loslassen und kam mit unangenehm nah. Zur Erklaerung: Dieser Mensch raucht, trinkt Alkohol in Mengen, dass er anfaengt, unschuldige Schueler unangebracht zu beschimpfen und zu verpruegeln, hat den Ruf, Frauen und Maedchen sehr zu belaestigen und nutzt es einfach unglaublich aus, dass die Schule ihn braucht. Kurz: ein alter, perverser Sack, vor dem man Angst hat und sich ekelt.
Dann hab ich meine Kinder gesehen. Einige kamen wieder von Weitem angerannt, um mich zu begruessen und haben sich anscheinend wirklich gefreut, mich zu sehen, aber andere haben mir nur einen kurzen Blick geschenkt, um dann schnell wegzugucken. So, wie das Leute machen, die einen nicht kennen. Ich war wohl wirklich lange weg, dass sie mich vergessen haben oder dass die Beziehung, die wir da aufgebaut haben, einfach nicht mehr existiert. Sicherlich kann das wieder werden, aber irgendwie tat es trotzdem unglaublich weh.
Wenn ich jetzt hier in meiner Wohnung bin, weiss ich gar nicht mehr so richtig, was eigentlich so schlimm ist, aber als ich heute frueh auf dem Schulhof stand war ich mir sicher, dass ich nicht laenger bleiben kann. Ich wusste einfach, dass ich da weg muss und alles nicht laenger aushalten kann.
Als ich mit meinem Direktor geredet habe, schien der sehr verstaendnisvoll, auch wenn es ihn wohl doch verwirrt hat, als ich vor ihm in Traenen ausgebrochen bin. Er wollte mich aufmuntern und meinte, dass er nie gedacht haette, dass ich ueberhaupt laenger als zwei Monate da bleibe und mit den Schuelern auf dem Fussboden in der Schule ohne irgendwas uebernachte, dass ich so gut den Kontakt zu den Kindern und den Lehrern gefunden habe und mich im Dorf integrieren konnte. Er meinte, er koenne meine Arbeit sehr schaetzen und sieht, wie viel ich den Schueler jetzt schon mitgegeben habe und dass sie mich ihr Leben lang nicht vergessen werden. Viele viele Worte, die man wirklich gerne hoert und nachdenen man wirklich mehr Mut hat, weiter zu kaempfen. Schade nur, dass ich eigentlich sicher sein kann, dass er einfach nach Gruenden gesucht hat, mich irgendwie da zu behalten. Natuerlich will er die Weisse nicht gehen lassen und damit kann ich das alles wohl doch nicht mehr so ernst nehmen, abgesehen davon, dass ich die Haelfte der Dinge sowieso gegenteilig gesehen hab.
Ich bin grad wirklich an dem Punkt angelangt, wo ich absolut nicht weiss, was ich tun soll.
Dieser Text endet hier, ich weiss, ein komischer Eintrag, aber ich musste mal kurz aufschreiben, was heute eigentlich wieder los war um festzustellen, dass eigentlich nichts los war. Oder doch? Ich weiss gerade nicht so recht, wie ich vernuenftig denken soll und ob ich mein Projekt abbrechen soll oder nicht. Ich wueder mich wohl schwach fuehlen, als haette ich wieder einmal versagt.
Wann kommt der Punkt, wo man an einer Sache kaputt gehen kann und wie lange sollte man Dinge einfach durchziehen und bis zu Ende bringen?
Ich hoffe, bei euch ist alles im gruenen Bereich. Ich freu mich, wenn ihr euch mal wieder meldet.
Liebe Gruesse von der anderen Halbkugel,
die Ruth
So schnell habe ich noch nie einen neuen Blogeintrag geschrieben und wobei ihr ja alle erst vor zwei Tagen von mir gehoert habt, muss ich mich schon wieder mitteilen.
Als ich heute frueh meinen Wecker gehoert hab, wollte ich absolut nicht aufstehen. Das hat zwei Gruende. Der erste: Zugegeben, ich war in letzter Zeit oft feiern oder hab mit Freunden bis in die Nacht hinein gequatscht. Viel geschlafen hab ich auch nicht und deswegen wundere ich mich nicht, wenn ich muede bin. Der zweite: ich hab es ja in der letzten Rundmail schon geschrieben, dass ich momentan einfach nicht wirklich meinen Platz auf Arbeit finde und es immer wieder schwer fuer mich ist, zu unterrichten, mit den anderen Lehrern zu agieren, mit der Armut umzugehen und das alles am besten noch gut zu meistern. Nach sechs Wochen Pause, hab ich vermutet, wird es dann wohl noch schlimmer werden als sonst.
Als ich dann in die Schule gegangen bin, hab ich mich die ersten fuenf Minuten nicht gut gefuehlt, nach einer halben Stunde dann aber hab ich nicht mehr gewusst, wie ich diesen Tag ueberstehen soll, geschweige denn die naechsten Wochen und Monate. Es war schon so anstrengend, einfach da zu sein. So viel hat mich runtergezogen: die ersten Schlaege auf die Kinder, dann die Vorstellung, heute wieder drei Klassen zu haben, da meine Kollegin nicht da war, der Kommentar einer Lehrerin „du siehst aus, als waerst du in Deutschland gewesen, wie ein richtiger Mzungu (Weisser)“ (genau das will man hier eben nicht sein und dagegen arbeitet man eigentlich immer wieder so hart an). Dann sagte mir Mr. Kassim, dass er mich so vermisst hat und dass er so froh ist, dass ich wieder da bin. Dabei wollte er mich einfach nicht loslassen und kam mit unangenehm nah. Zur Erklaerung: Dieser Mensch raucht, trinkt Alkohol in Mengen, dass er anfaengt, unschuldige Schueler unangebracht zu beschimpfen und zu verpruegeln, hat den Ruf, Frauen und Maedchen sehr zu belaestigen und nutzt es einfach unglaublich aus, dass die Schule ihn braucht. Kurz: ein alter, perverser Sack, vor dem man Angst hat und sich ekelt.
Dann hab ich meine Kinder gesehen. Einige kamen wieder von Weitem angerannt, um mich zu begruessen und haben sich anscheinend wirklich gefreut, mich zu sehen, aber andere haben mir nur einen kurzen Blick geschenkt, um dann schnell wegzugucken. So, wie das Leute machen, die einen nicht kennen. Ich war wohl wirklich lange weg, dass sie mich vergessen haben oder dass die Beziehung, die wir da aufgebaut haben, einfach nicht mehr existiert. Sicherlich kann das wieder werden, aber irgendwie tat es trotzdem unglaublich weh.
Wenn ich jetzt hier in meiner Wohnung bin, weiss ich gar nicht mehr so richtig, was eigentlich so schlimm ist, aber als ich heute frueh auf dem Schulhof stand war ich mir sicher, dass ich nicht laenger bleiben kann. Ich wusste einfach, dass ich da weg muss und alles nicht laenger aushalten kann.
Als ich mit meinem Direktor geredet habe, schien der sehr verstaendnisvoll, auch wenn es ihn wohl doch verwirrt hat, als ich vor ihm in Traenen ausgebrochen bin. Er wollte mich aufmuntern und meinte, dass er nie gedacht haette, dass ich ueberhaupt laenger als zwei Monate da bleibe und mit den Schuelern auf dem Fussboden in der Schule ohne irgendwas uebernachte, dass ich so gut den Kontakt zu den Kindern und den Lehrern gefunden habe und mich im Dorf integrieren konnte. Er meinte, er koenne meine Arbeit sehr schaetzen und sieht, wie viel ich den Schueler jetzt schon mitgegeben habe und dass sie mich ihr Leben lang nicht vergessen werden. Viele viele Worte, die man wirklich gerne hoert und nachdenen man wirklich mehr Mut hat, weiter zu kaempfen. Schade nur, dass ich eigentlich sicher sein kann, dass er einfach nach Gruenden gesucht hat, mich irgendwie da zu behalten. Natuerlich will er die Weisse nicht gehen lassen und damit kann ich das alles wohl doch nicht mehr so ernst nehmen, abgesehen davon, dass ich die Haelfte der Dinge sowieso gegenteilig gesehen hab.
Ich bin grad wirklich an dem Punkt angelangt, wo ich absolut nicht weiss, was ich tun soll.
Dieser Text endet hier, ich weiss, ein komischer Eintrag, aber ich musste mal kurz aufschreiben, was heute eigentlich wieder los war um festzustellen, dass eigentlich nichts los war. Oder doch? Ich weiss gerade nicht so recht, wie ich vernuenftig denken soll und ob ich mein Projekt abbrechen soll oder nicht. Ich wueder mich wohl schwach fuehlen, als haette ich wieder einmal versagt.
Wann kommt der Punkt, wo man an einer Sache kaputt gehen kann und wie lange sollte man Dinge einfach durchziehen und bis zu Ende bringen?
Ich hoffe, bei euch ist alles im gruenen Bereich. Ich freu mich, wenn ihr euch mal wieder meldet.
Liebe Gruesse von der anderen Halbkugel,
die Ruth
Samstag, 7. Mai 2011
Frei, frei und immer noch frei!
Hallo nach Deutschland!!
Jetzt eine Rundmail zu schreiben kostet mich wirklich viel Ueberwindung und ich merk schon nach der ersten Zeile, dass ich mich schon ca. neun Mal vertippt hab. Wie nervig, aber ich bleib tapfer und versuch, euch ein bisschen von meinem Leben der letzten sechs Wochen zu berichten.
Um euch auch gleich am Anfang die Hoffnung zu nehmen, von irgend welchen spannenden Schokokindergeschichten zu hoeren: Ich hatte sechs Wochen frei. Yeah, darueber kann man sich natuerlich nicht beschweren.
Nachdem mir die ganze Sache mit meiner Schule wohl doch ganz schoen zu schaffen gemacht hat, was ich selbst irgendwie nie so realisiert habe, bin ich Mitte Maerz mit den wohl schlimmsten Kopfschmerzen meines Lebens und staendigen Schwindelanfaellen begleitet von Ubelkeit und Schlappheit dann doch irgendwann zum Arzt gegangen. Auch wenn ich mich anfangs gegen zwei Wochen Krankschreibung wehren wollte, konnte ich dann irgendwann einsehen, dass man bei diesem Wetter nicht so leichtsinnig sein sollte und habs mir in meinem Zimmer dann recht gemuetlich gemacht. Puenktlich zum Ferienbeginn bin ich natuerlich auch wieder gesund geworden. Meine Erkenntnis ueber die medizinischen Versorgung in Kenia: Wenn du irgendwas hast, egal was, nimm Tabletten. Mein Rekord waren 14 Stueck pro Tag, das eine Woche lang. Wie gut oder nicht gut das fuer meinen Koerper ist, darueber werde ich jetzt nicht philosophieren, jedenfalls bin ich wieder top fit!
In der ersten Ferienwoche sind wir mit Nina wieder mal nach Lamu gefahren, was, natuerlich, wieder unbeschreiblich schoen war. Dort zu sein ist, wie aus Kenia raus in eine andere Welt. Na gut, vielleicht uebertreib ich auch masslos, aber wir konnten super gut entspannen und hatten einfach eine coole Zeit.
In der zweiten Ferienwoche gings mit Urlaub weiter, wir sind mit Terry und Wencke einmal um den Mt Kenya drumherum. Von Stadt zu Stadt, immer nur fuer eine Nacht, um am naechsten Tag wieder im Matatu zu sitzen, um weiter die ganze Zeit krasse Landschaften anzugucken, die sich aller halben Stunde irgendwie total veraendern. Das Problem beim taeglichen Matatufahren ist Folgendes: In Deutschland kann man wohl schon Wochen vor der Reise im Internet und auf saemtlichen Fahrplaenen lesen, wann dir Reise beginnt, wie lange sie dauern wird und zu welcher Minute man am ausgewaehlten Reisezeil ankommen wird. Das krasse dabei ist ja, dass es meistens genau so stimmt. In Kenia ist das so, dass man sich in ein Matatu setzt und wartet, bis dies voll ist, damit der Fahrer dann startet. Da man nie wissen kann, wie viele Leute in der naechsten Zeit die gleich Strecke fahren wollen, kann es sich entweder um fuenf Minuten oder eben um drei Stunden handeln. Aus der Erfahrung und noch vielen vielen anderen haben wir wieder einmal gelernt: NIEMALS planen! Wir wussten am Morgen noch nicht, wo wir mittags sind und in welcher Stadt wir diesmal uebernachten. Und ganz ehrlich gesagt mag ich sowas so gern!
Nachdem die beiden Maedels wieder nach Mombasa mussten, hab ich mich ziemlich spontan noch entschlossen, nach Uganda zu fahren, um wieder andere Freiwillige zu treffen. Wir haben uns die Hauptstadt Kampala angeguckt, wo ich sogar mal in eine Moschee rein durfte. In Mombasa wurde mir das immer verboten, meine Gastfamilie meinte, dass es da keine Chance fuer mich gibt, es sei denn, ich konvertiere zum Islam. Dort musste ich dafuer einen Euro fuers Kopftuch und eine Spende fuer den schlechtesten Rundgang der Welt abtreten, was mich ziemlich stark genervt hat, weil ich es nicht ab kann, wenn Leute mit so was versuchen, Geld zu machen. Aber natuerlich, es gibt viel krassere Dinge, bei denen es sich viel mehr lohnt, sich aufzuregen…
Danach war ich war noch ein paar Tage bei anderen Freiwilligen – ja, genau, dieses Netz zwischen den ganzen FWDlern funktioniert prima! – auf dem Land und habe versucht, Unterschiede zwischen Uganda und Kenia rauszubekommen. Naja, Uganda ist nochmal ein Stueck aermer, sie essen nicht nur Chapati (das geilste Fladenbrot der Welt), sondern Rolex (das geilste Faldenbrot der Welt mit spanischem Omlett), die Landschaft ist so gruen, wie ich es fast noch nirgends in Ostafrika gesehen hab, die Menschen haben, so scheint es mir, ein breiteres Gesicht und essen wohl weniger, denn immer, wenn wir was Nahrhaftes gesucht haben, konnte das eine halbe Stunde und laenger dauern, wobei man in Kenia aller zwei Metern ein Restaurant findet. Und da Extremste im Vergleich zu Mombasa war natuerlich, dass der arabisch muslimische Einfluss fast komplett gefehlt hat.
Was wir sonst noch so gemacht haben? Wir waren am Aequator, den Thomson Falls, dem Elementaita See und den Nilquellen. Wir sind mit Sachen in einen Pool gesprungen, um eine ach so feine Englaenderin nass zu machen und zu verscheuchen, wir waren tanzen, haben Karten gespielt, gequatscht, uns ausgeruht. Wir sind stundelang durch irgendwelche unbekannte Ortschaften gelaufen, haben Menschen beobachtet und das kuehle Wetter genossen, was man in Mombasa schon so oft vermisst hat.
Gestern frueh bin ich dann wieder in Mombasa angekommen und wie sich das fuer mich angefuehlt hat, kann ich nicht so richtig beschreiben. Ich kann noch nicht wirklich realisieren, dass am Montag der Alltag und das heisst auch, das Unterrichten wieder anfaengt. Fuer Weltwaerts habe ich vorhin einen Fragebogen augefuellt und irgendwie hab ich gemerkt, dass ich mit meinem Projekt nicht zufrieden bin. Bei Fragen wie „Verstehen die Leute der Arbeit dich?“, „Wirst du unterstuetzt beim Zurechtfinden in der fremden Kultur?“, „Hast du einen Anprechpartner im Ausland, der dir bei Problemen hilft?“ musste ich immer „Trifft uberhaupt nicht zu.“ angeben. Dafuer traf Folgendes zu: „Ich fuehle mich ueberfordert.“, „Ich fuehle mich mit meinen Problemen allein gelassen und unverstanden.“
Ich weiss absolut nicht, was mich nach einer so langen Pause jetzt in der Schule wieder erwarten wird. Ich habe auf der einen Seite Angst und auf der anderen Seite bin ich mit den Nerven und Kraeften schon wieder am Ende, aber ich werde es trotzdem versuchen und abgesehen von dem ganzen Stress dort fuehl ich mich in Kenia gerade mehr als wohl. An dieser Stelle muss ich unbedingt erzaehlen: Es hat wirklich wirklich angefangen, in Mombasa zu regnen. Das Wetter ist trotzdem noch angenehm sommerlich und die Regenschauer sind einfach wahnsinnig schoene Gluecksmomente.
Was gibt es denn so Neues aus Deutschland? Wie geht es euch? Was macht das Leben?
Ich hoffe, ihr koennt euern Fruehling ganz doll geniessen!
Mit viele liebe Mombasagruesse,
die Ruth
Jetzt eine Rundmail zu schreiben kostet mich wirklich viel Ueberwindung und ich merk schon nach der ersten Zeile, dass ich mich schon ca. neun Mal vertippt hab. Wie nervig, aber ich bleib tapfer und versuch, euch ein bisschen von meinem Leben der letzten sechs Wochen zu berichten.
Um euch auch gleich am Anfang die Hoffnung zu nehmen, von irgend welchen spannenden Schokokindergeschichten zu hoeren: Ich hatte sechs Wochen frei. Yeah, darueber kann man sich natuerlich nicht beschweren.
Nachdem mir die ganze Sache mit meiner Schule wohl doch ganz schoen zu schaffen gemacht hat, was ich selbst irgendwie nie so realisiert habe, bin ich Mitte Maerz mit den wohl schlimmsten Kopfschmerzen meines Lebens und staendigen Schwindelanfaellen begleitet von Ubelkeit und Schlappheit dann doch irgendwann zum Arzt gegangen. Auch wenn ich mich anfangs gegen zwei Wochen Krankschreibung wehren wollte, konnte ich dann irgendwann einsehen, dass man bei diesem Wetter nicht so leichtsinnig sein sollte und habs mir in meinem Zimmer dann recht gemuetlich gemacht. Puenktlich zum Ferienbeginn bin ich natuerlich auch wieder gesund geworden. Meine Erkenntnis ueber die medizinischen Versorgung in Kenia: Wenn du irgendwas hast, egal was, nimm Tabletten. Mein Rekord waren 14 Stueck pro Tag, das eine Woche lang. Wie gut oder nicht gut das fuer meinen Koerper ist, darueber werde ich jetzt nicht philosophieren, jedenfalls bin ich wieder top fit!
In der ersten Ferienwoche sind wir mit Nina wieder mal nach Lamu gefahren, was, natuerlich, wieder unbeschreiblich schoen war. Dort zu sein ist, wie aus Kenia raus in eine andere Welt. Na gut, vielleicht uebertreib ich auch masslos, aber wir konnten super gut entspannen und hatten einfach eine coole Zeit.
In der zweiten Ferienwoche gings mit Urlaub weiter, wir sind mit Terry und Wencke einmal um den Mt Kenya drumherum. Von Stadt zu Stadt, immer nur fuer eine Nacht, um am naechsten Tag wieder im Matatu zu sitzen, um weiter die ganze Zeit krasse Landschaften anzugucken, die sich aller halben Stunde irgendwie total veraendern. Das Problem beim taeglichen Matatufahren ist Folgendes: In Deutschland kann man wohl schon Wochen vor der Reise im Internet und auf saemtlichen Fahrplaenen lesen, wann dir Reise beginnt, wie lange sie dauern wird und zu welcher Minute man am ausgewaehlten Reisezeil ankommen wird. Das krasse dabei ist ja, dass es meistens genau so stimmt. In Kenia ist das so, dass man sich in ein Matatu setzt und wartet, bis dies voll ist, damit der Fahrer dann startet. Da man nie wissen kann, wie viele Leute in der naechsten Zeit die gleich Strecke fahren wollen, kann es sich entweder um fuenf Minuten oder eben um drei Stunden handeln. Aus der Erfahrung und noch vielen vielen anderen haben wir wieder einmal gelernt: NIEMALS planen! Wir wussten am Morgen noch nicht, wo wir mittags sind und in welcher Stadt wir diesmal uebernachten. Und ganz ehrlich gesagt mag ich sowas so gern!
Nachdem die beiden Maedels wieder nach Mombasa mussten, hab ich mich ziemlich spontan noch entschlossen, nach Uganda zu fahren, um wieder andere Freiwillige zu treffen. Wir haben uns die Hauptstadt Kampala angeguckt, wo ich sogar mal in eine Moschee rein durfte. In Mombasa wurde mir das immer verboten, meine Gastfamilie meinte, dass es da keine Chance fuer mich gibt, es sei denn, ich konvertiere zum Islam. Dort musste ich dafuer einen Euro fuers Kopftuch und eine Spende fuer den schlechtesten Rundgang der Welt abtreten, was mich ziemlich stark genervt hat, weil ich es nicht ab kann, wenn Leute mit so was versuchen, Geld zu machen. Aber natuerlich, es gibt viel krassere Dinge, bei denen es sich viel mehr lohnt, sich aufzuregen…
Danach war ich war noch ein paar Tage bei anderen Freiwilligen – ja, genau, dieses Netz zwischen den ganzen FWDlern funktioniert prima! – auf dem Land und habe versucht, Unterschiede zwischen Uganda und Kenia rauszubekommen. Naja, Uganda ist nochmal ein Stueck aermer, sie essen nicht nur Chapati (das geilste Fladenbrot der Welt), sondern Rolex (das geilste Faldenbrot der Welt mit spanischem Omlett), die Landschaft ist so gruen, wie ich es fast noch nirgends in Ostafrika gesehen hab, die Menschen haben, so scheint es mir, ein breiteres Gesicht und essen wohl weniger, denn immer, wenn wir was Nahrhaftes gesucht haben, konnte das eine halbe Stunde und laenger dauern, wobei man in Kenia aller zwei Metern ein Restaurant findet. Und da Extremste im Vergleich zu Mombasa war natuerlich, dass der arabisch muslimische Einfluss fast komplett gefehlt hat.
Was wir sonst noch so gemacht haben? Wir waren am Aequator, den Thomson Falls, dem Elementaita See und den Nilquellen. Wir sind mit Sachen in einen Pool gesprungen, um eine ach so feine Englaenderin nass zu machen und zu verscheuchen, wir waren tanzen, haben Karten gespielt, gequatscht, uns ausgeruht. Wir sind stundelang durch irgendwelche unbekannte Ortschaften gelaufen, haben Menschen beobachtet und das kuehle Wetter genossen, was man in Mombasa schon so oft vermisst hat.
Gestern frueh bin ich dann wieder in Mombasa angekommen und wie sich das fuer mich angefuehlt hat, kann ich nicht so richtig beschreiben. Ich kann noch nicht wirklich realisieren, dass am Montag der Alltag und das heisst auch, das Unterrichten wieder anfaengt. Fuer Weltwaerts habe ich vorhin einen Fragebogen augefuellt und irgendwie hab ich gemerkt, dass ich mit meinem Projekt nicht zufrieden bin. Bei Fragen wie „Verstehen die Leute der Arbeit dich?“, „Wirst du unterstuetzt beim Zurechtfinden in der fremden Kultur?“, „Hast du einen Anprechpartner im Ausland, der dir bei Problemen hilft?“ musste ich immer „Trifft uberhaupt nicht zu.“ angeben. Dafuer traf Folgendes zu: „Ich fuehle mich ueberfordert.“, „Ich fuehle mich mit meinen Problemen allein gelassen und unverstanden.“
Ich weiss absolut nicht, was mich nach einer so langen Pause jetzt in der Schule wieder erwarten wird. Ich habe auf der einen Seite Angst und auf der anderen Seite bin ich mit den Nerven und Kraeften schon wieder am Ende, aber ich werde es trotzdem versuchen und abgesehen von dem ganzen Stress dort fuehl ich mich in Kenia gerade mehr als wohl. An dieser Stelle muss ich unbedingt erzaehlen: Es hat wirklich wirklich angefangen, in Mombasa zu regnen. Das Wetter ist trotzdem noch angenehm sommerlich und die Regenschauer sind einfach wahnsinnig schoene Gluecksmomente.
Was gibt es denn so Neues aus Deutschland? Wie geht es euch? Was macht das Leben?
Ich hoffe, ihr koennt euern Fruehling ganz doll geniessen!
Mit viele liebe Mombasagruesse,
die Ruth
Dienstag, 26. April 2011
Froehliche Ostern!!
Hallo meine Lieben!
Ich wuensche euch alle ganz froehliche und gesegnete Ostern! Und natuerlich vermiss ich euch auch alle. Als wir heute mit zwei Freunden, die uebrigens spitzen Miturlauber sind - ja, genau, ich bin schon wieder am Reisen - im Matatu von Nyakuri nach Nyahururu gefahren sind, hat mich meine geliebte Familie angerufen. "Hallo Ruth, wir wollten dir frohe Ostern wuenschen. Alle sind da, nur du fehlst." Ja, da bekommt man dann doch ein bisschen Sehnsucht nach dem schoenen Deutschland (auch wenn ich mich wahnsinnig darueber gefreut hab, dass ihr mich angerufen habt!!). Auch gestern abend hab ich die ganze Zeit an die KARO gedacht. Wie schade, dass man im Leben manchmal was verpassen muss, so ist das im Leben. Aber trotzdem geht es mir sehr gut! Wir schaffen es, Ostern ganz gekonnt, so wie wir das schon mit Weihnachten gemacht haben, zu ignorieren und geniessen aufregende Afrikalandschaften.
Davon koennt ich jetzt eine ganze Menge erzaehlen, aber ich bin in so einem bloeden Internetcafe in einer Stadt von der ich so keine Ahnung hat und wos bald dunkel und gefaehrlich wird. Deswegen verschieb ich das ersteinmal auf spaeter und hoffe, dass ihr alle einen wunderschoenen Tag habt!
Ich denk an euch, ganz viele schoene Keniahochlandsgruesse (Alter, ich kann wirklich wieder einen Pullover anziehen, wie geil!! und manchmal REGNETS!)
eure Ruth
Ich wuensche euch alle ganz froehliche und gesegnete Ostern! Und natuerlich vermiss ich euch auch alle. Als wir heute mit zwei Freunden, die uebrigens spitzen Miturlauber sind - ja, genau, ich bin schon wieder am Reisen - im Matatu von Nyakuri nach Nyahururu gefahren sind, hat mich meine geliebte Familie angerufen. "Hallo Ruth, wir wollten dir frohe Ostern wuenschen. Alle sind da, nur du fehlst." Ja, da bekommt man dann doch ein bisschen Sehnsucht nach dem schoenen Deutschland (auch wenn ich mich wahnsinnig darueber gefreut hab, dass ihr mich angerufen habt!!). Auch gestern abend hab ich die ganze Zeit an die KARO gedacht. Wie schade, dass man im Leben manchmal was verpassen muss, so ist das im Leben. Aber trotzdem geht es mir sehr gut! Wir schaffen es, Ostern ganz gekonnt, so wie wir das schon mit Weihnachten gemacht haben, zu ignorieren und geniessen aufregende Afrikalandschaften.
Davon koennt ich jetzt eine ganze Menge erzaehlen, aber ich bin in so einem bloeden Internetcafe in einer Stadt von der ich so keine Ahnung hat und wos bald dunkel und gefaehrlich wird. Deswegen verschieb ich das ersteinmal auf spaeter und hoffe, dass ihr alle einen wunderschoenen Tag habt!
Ich denk an euch, ganz viele schoene Keniahochlandsgruesse (Alter, ich kann wirklich wieder einen Pullover anziehen, wie geil!! und manchmal REGNETS!)
eure Ruth
Montag, 4. April 2011
Krumme Dinger
Achtung, das ist eine Vorwarnung. Dieser Artikel wird sehr lang. Nur damit ihrs wisst und nicht zwischendurch einschlaft, also erstmal Kaffe kochen?
Nachdem ich letztens schon ein paar Sachen ueber meine Schule erzaehlt habe, sehe ich es schon wieder fuer notwendig an, das zu tun.
Leider haben sich naemlich bei uns ein paar Dinge geaendert, die mir das Leben als Lehrerin grade nicht besonders einfach machen.
Jeden Dezember sind in Kenia die grossen Sommerferien, womit auch das Schuljahr endet und bevor die Schule geschlossen wird gibt es immer ein kleines Fest am letzten Tag. An unserer Schule ist es ueblich, dass die Eltern fuer die Lehrer, die ja freiwillig arbeiten und keinen Lohn dafuer bekommen, Geld einsammeln, dass diese wenigstens ueber Weihnachten zu ihren Familien fahren koennen. Das wurde auch letzten Dezember so gemacht, nur dummerweise, so hat sich das im Nachhinein rausgestellt, hat eine Kollegin von mir, die zu einer sehr guten Freundin geworden ist, nur umgerechnet 3 Euro bekommen, anstatt 7 oder sogar mehr als 10, so wie die Anderen. Als ich sie grfragt habe, wie es dazu kommt, musste ich mir eine sehr traurige Begruendung dazu anhoeren: Unser Schuloberhaupt geht davon aus, dass sie von mir Geld bekommt. Oh nein, das konnte ich wirklich nicht glauben. Das Leben als “Mzungu” (der Weisse, der ganz viel Geld hat, so unendlich viel Geld, dass er es eigentlich auf der Strasse buendelweise verschenken koennte) ist so schon nicht einfach, aber dass es jetzt auch das Leben meiner Kollegin, die ich als meine beste kenianische Freundin ansehe, erheblich erschwert, wollte ich wirklich nicht.
Ich hab mit ihr ueber die Sache gesprochen: In der Schule komme ich eigentlich mit Jedem gut zurecht und hatte auch immer das Gefuehl, dass es bei ihr nicht viel anders ist. Also wieso sollte sie jetzt wegen unserer Freundschaft so anders, so ungerecht, behandelt werden? Leider musste ich es irgendwann einsehen: Viele unserer Kollegen, vorallem wohl unser Schulkoordinator, seien sehr neidisch und eifersuechtig auf sie. Es ist ein grosses Privileg, mit einem Mzungu befreundet zu sein und jeder will es auch sein, das ist wohl auch der Grund, warum man immer auf der Srasse angesprochen und uebertrieben freundlich gegruesst wird. Nun, die Leute denken wohl tatsaechlich, dass das Geld bei uns auf den Baeumen waechst und wir alles, was wir haben, ganz gerecht mit unseren Bekannten und Verwandten teilen, wer will dann also nicht mit einem Europaeer befreundet sein.
Das zwischen meiner Kollegin und mir ist aber einfach nur eine Freundschaft, ich gebe ihr nur dann Geld, wenn sie wirklich am Ende ist und nich mehr weiss, wie sie sich die naechste Mahlzeit organisieren soll (das ist nunmal noch nicht oft vorgekommen), nur denken unsere Lehrer eben etwas anderes und nun muss sie unter dem Druck unseres Management leiden. Und man merkt es wirklich, dass sie ungerecht behandelt wird. Ein Beispiel:
Da wir beide uns als kinderliebende Menschen einig geworden sind, dass es nicht richig ist, die Schueler zu schlagen, haben wir uns andere Erziehungsmethoden ausgedacht. So muss Juma, wenn er wieder einmal zu spaet kommt, erst einmal mehrere Runden ueber den Hof rennen, bevor er den Klassenraum betreten darf. Die naechsten Tage kommt er dann auch meistens puenktlich.
Einmal hat die Klasse von Madam Eva ganz schoen Radau gemacht und als sie dann gestrichen die Schnauze voll hatte, mussten sich alle Kinder auf den Schulhof knien und die Haende in die Luft halten. Auf einmal kam unser Schuldirektor wie vom Teufel getrieben angerannt, hat alle Schueler zurueck in die Klasse geschickt und rumgebruellt, das hab ich vorher noch nicht erlebt. Er konnte nicht einmal mehr bis zur Mittagspause warten und hat sofort alle Miarbeiter der gesamten Schule zusammengerufen und eine Sitzung veranstaltet. Total aus dem Haeuschen hat er sich vor Allen tierisch aufgeregt und Madam Eva vor der gesamten Kollegschaft klein gemacht. “Ich dachte, du waerst eine gute Lehrerin, ich dachte, ich koennte dir die Kinder anvertraun, ich haette nie gedacht, dass du zu so etwas Unmenschlichem in der Lage bist.” Dann hat er den aeltesten Lehrer unserer Schule gefragt: ”Hast du soetwas Grausames in deinem gesamten Lehrerdasein schonmal erlebt?”. “Natuerlich nicht, das ist Folter!” Es wurde aufs Uebelste auf sie eingehackt, wie sie das schlucken konnte ist mir immer noch ein riesen grosses Raetsel.
Und jetzt zur Aufklaerung, was denn eigentlich das Schlimmste an der ganzen Geschichte gewesen sein sollte: Die Mittagshitze und der Sand, auf dem die Kinder knien sollten, waeren ja viel zu heiss und eine Zumutung.
Ich konnte es nicht glauben, ich konnte einfach nicht glauben, dass sie das, was sie gesagt haben, wirklich ernst gemeint haben! Ich habe die Kinder mit eigenen Augen gesehen; nach ihrer Bestrafung sind sie froehlich singend und springend in die Klasse gehuepft und haben weiter ordentlich Krach gemacht. Folter?? Ich sag euch, was Folter ist, was wir als Unmenschlich und Grausam bezeichnen wuerden: Wenn die Kinder wegen banalen oder sogar unvermeidlichen Kleinigkeiten mit einem Rohrstock so doll auf die Finger geschlagen werden, dass diese am naechsten Tag noch rot sind. Wenn der Hosenboden versohlt wird, dass sie schreien vor Schmerzen, weil es nicht mehr zu unterdruecken ist. Wenn Kinder von der ganzen Klasse – angestachelt vom Lehrer – ausgebuht werden, dass sie mit den Nerven am Ende sind und einfach nur ohne Ende heulen. Das nenne ich Folter, das ist das, was die Kinder jeden Tag ertragen muessen, das wird hier “Erziehung” genannt.
Der Versuch meiner Freundin, die Kinder zu erziehen, ging daneben, aber es war nicht mit Absicht, es war nur gut gemeint.
Als ich in dieser Lehrerversammlung sass und vergebens versuchte, meine Meinung zu erklaeren und Madam Eva zu verteidigen, wurde ich nur irgendwann, so wie das in der kenianischen Kultur eben gemacht wird, frauenverachtend wie wir nun einmal sind, unterbrochen und abgewuergt. Es wollte niemand hoeren. Diese Lehrerin hat etwas Schlimmes gemacht, aus Prinzip wird sie jetzt noch mehr benachteidigt. Der Direktor hat gesprochen. Punkt. Aus. Ende.
Das gibt es nicht, das kann nicht sein! Was ist da grad passiert? Ich sass da, ich konnte es einfach nicht glauben. Ich habe am ganzen Koerper gezittert, mir war schlecht und schwindelig. Diese Frau wollte das Beste fuer die Kinder, sie ist jemand, der wirklich gut mit ihnen umgehen kann, eine spitzen Lehrerin, hier wurde sie dafuer aufs Uebelste gedemuetigt und zwar nur, weil jemand neidisch auf sie ist, weil sie das hat, was die Anderen auch haben wollen. Und was ist der Grund? – meine Haufarbe, nur irgend ein bescheuertes Weiss, was ich mir schon so oft als Schwarz gewuenscht habe.
Wie sehr mir das Leid tut kann ich nicht beschreiben, auch wenn ich eigentlich nichts dafuer kann. Manchmal wuensche ich mir einfach nur, dass ich nie in diese Schule gekommen waere, dass ich nie so ein grosses Chaos in dieses kleine Dorf gebracht haette mit meiner Haufarbe. Wie soll man da noch an den Sinn der eigenen “Entwicklungsarbeit” glauben?
Warum Madam Eva nicht einfach die Schule wechselt und woanders ihr Geld verdient, was sie bei uns ja gar nicht bekommt? Weil unser Direktor fuer sie einen Sponsoren gefunden hat, der ihr das College bezahlt, was sie alleine niemald tragen koennte. Dieser wuerde mit einem Schulwechsel natuerlich wegfallen und wer einmal in Kenia war weiss, was Bildung bedeutet. Sie selber beschreibt ihre Situation als Gefaengnis, in dem sie gefangen ist, in dem sie jeden Tag neu gequaelt wird. “I’m not in peace with this place.” Ja, das kann ich sehr gut verstehen, umso schlechter fuehl ich mich, wenn ich an die Ursachen denke.
Was mache ich hier eigentlich? Schon so oft habe ich gemerkt, dass die Menschen in diesem Dorf mit meinem Dasein absolute nicht umgehen koennen. Viele gucken mich, so habe ich das Gefuehl, immer noch mit einem abwertenden Blick an, manche schreien mir jedes Mal “Mzungu, how are you? I love you!” zu, obwohl sie mich seit acht Monaten jeden Tag sehen und eigentlich langsam verstanden haben muessten, dass ich kein Tourist bin, sondern da arbeite. Das Kind des Headmasters faengt an zu heulen wenn es mich sieht.
Manchmal denke ich, dass viele arme Menschen hier mit ihrem Zustand viel besser zurecht kommen wuerden, wenn sie nicht den direkten Vergleich zu den reichen Menschen haetten. Wir Weisse gehoeren da dazu, vielleicht sollten wir einfach zurueck in unser Land gehen, und die Menschen ihren eigenen Weg finden lassen. Haben wir hier nicht schon genug zerstoert mit den Jahren?
Meine Kollegin faengt nach den Aprilferien vielleicht doch in einer anderen Schule an, wo sie mehr verdient und sich das Studium doch selbst finanzieren kann. Zum Leben bleiben ihr dann fuenf Euro im Monat, was sie aber locker hinnehmen kann, wenn sie dafuer aus dieser Hoelle wegkommt.
Viele andere kumme Dinger haben sich mittlerweile in dieser Schule noch herausgestellt. Zum Beispiel wurde vor ein paar Wochen eine Lehrerin mit fuenf Euro ausgezahlt (manchmal gibt es eine kleine Belohnung, wo die Lehrer insgesamt im Monat auf sieben bis acht Euro kommen), wo andere Kollegen nur einen oder zwei Euro bekommen haben. Wie lange das schon so laeuft weiss ich nicht, aber diesmal kam es ans Licht und als der Direktor bemerkte, dass die anderen Lehrer von dieser Ungerechtigkeit mitbekommen haben, wurde wieder eine Sitzung zusammen gerufen. “ Derjenige, der gepetzt hat, sollte sich was schaemen und die Sache sofort zugeben. Ausserdem muss er sich vor allen Kollegen dafuer entschuldigen.” Moment – was ist jetzt der Fehler? Die Angestellten (bitte nicht vergessen, dass niemand bezahlt wird und alle ehrenamtlich arbeiten) ungerecht behandeln oder mit seinen Freunden ueber die heutige Auszahlung quatschen? Letzteres natuerlich. Natuerlich! Warum bin ich immer zu bloed, diese Geschichten hier zu verstehen?
Ich glaube, es war die Frau vom Schulkoordinator, was wohl auch der Grund war, warum die Geschichte irgendwann begraben wurde. Connections sind alles in Kenya!
Ich koennte euch noch einige Storries aus der Schule erzaehlen, aber dazu reichen meine Nerven jetzt nicht mehr. Manchmal bin ich wirklich am Ende. Dazu kommt auch immer wieder, dass ich immer noch nicht in der Lage bin, Kiswahili zu sprechen, was ewig ein Problem fuers Unterrichten sein wird. Ausserdem kommen staendig neue Schueler in meine Klasse, die sich ersteinmal an mich gewoehnen muessen (warum es etwas anderes ist, einen weissen, anstatt einen schwarzen Lehrer vor sich stehen zu haben, erklaer ich an dieser Stelle nicht noch einmal – ja, wir Weissen sind ANDERS).
Die Probleme vom Anfang meines Jahres sind zwar um Einiges geschrumpft, aber nicht verschwunden und wenn es dann alles wieder mal auf einmal kommt, kann einem das schon saemtliche Kraft stehlen.
Dann brauch ich mir nur das Chaos in der Schule ansehen, Unpuenktlichkeit, Unzuverlaessigkeit, Unorganisiertheit und eine Portion Kinderverpruegelung, dann wars das. Dann ist bei mir Schicht im Schacht.
Als zum Beispiel neulich eine Mutter in die Schule kam und mit einem zwei Meter langem, fuenf bis zehn Zentimeter dickem Holzknueppel immer und immer wieder auf ihren sieben jaehrigen Sohn eingepruegelt hat, ihn ueber den Schulhof gezerrt hat und alle zwei Meter erneut auf den schreienden, heulenden Malaba eingedreschte, hab ich wieder einmal daran gezweifelt, dass ich das gerade in Wirklichkeit erlebe. Ich wusste nicht, das Eltern zu soetwas faehig sein koennen.
Ich bin sehr dankbar, dass ich hier Leute habe, die mich verstehen und immer wieder aufbauen. Wenn es manchmal ganz schlimm ist, muss ich vor Arbeitsschluss nach Hause gehen und vielleicht auch einen Tag aussetzen, damit ich ueberhaupt irgendwann wieder Kraft finde. Und jetzt bin ich ganz ehrlich: Ich habe auch schon einmal darueber nachgedacht, das Projekt zu wechseln und nicht mehr in diese Schule zu gehen. Zum Glueck konnte mich igendetwas immer wieder aufbauen und mir neuen Mut geben, denn ich mag meine Kinder einfach zu sehr, als dass ich sie missen muesste.
Und zum Abschluss noch etwas Schoenes: Sie moegen mich offensichtlich auch sehr gern. Wenn ich am Morgen meinen einen Fuss ins Schulgelaende setze kommt die halbe bis ganze Klasse auf mich zugestuermt, um mich zu umarmen, mir Hallo zu sagen und die Tasche abzunehmen. Komm ich dann in die Klasse, fangen sie schon meistens von alleine an zu singen – die Lieder, die ich ihnen beigebracht habe, und finden es auch immer wieder sehr cool, wenn ich mit einem Neuen ankomme. Als ich jetzt manchmal schon eher gehen musste, um noch andere Sachen zu erledigen, haben sie mich zehn Minuten lang gebettelt, doch bitte bitte bitte noch laenger zu bleiben und erst abends zu gehen. “Oh Madam, du darfst jetzt nicht gehen, Madaaam!” Ja, das tut gut und deswegen nervt es mich auch, dass mir mein Arzt zwei Wochen Bettruhe verordnet hat und jetzt nahtlos vier Wochen Ferien beginnen. Kinder sind etwas Wunderbares, vorallem meine Kinder!
Meine Erfahrungen und Erlebnisse hier in Afrika haeufen sich immer mehr und auch wenn ich mich hier voellig eingelebt habe ist jeder Tag noch etwas Besonderes, was mir viel mitgibt.
Ich hoffe, ihr denkt jetzt nicht, dass es mir schlecht geht, so ist es naemlich absolut nicht! Ich fuehl mich pudelwohl und ich hoffe, ihr tut das auch!
Uebrigens bin ich wirklich neidisch auf euer Fruehlingswetter, wenns die Sonne so dermassen uebertreibt ist es manchmal echt nicht mehr lustig (das war uebrigens auch der Grund meiner Bettruhe und der 14 Tabletten pro Tag…)
Ganz viele liebe Mombasagruesse sendet euch
die Ruth
Nachdem ich letztens schon ein paar Sachen ueber meine Schule erzaehlt habe, sehe ich es schon wieder fuer notwendig an, das zu tun.
Leider haben sich naemlich bei uns ein paar Dinge geaendert, die mir das Leben als Lehrerin grade nicht besonders einfach machen.
Jeden Dezember sind in Kenia die grossen Sommerferien, womit auch das Schuljahr endet und bevor die Schule geschlossen wird gibt es immer ein kleines Fest am letzten Tag. An unserer Schule ist es ueblich, dass die Eltern fuer die Lehrer, die ja freiwillig arbeiten und keinen Lohn dafuer bekommen, Geld einsammeln, dass diese wenigstens ueber Weihnachten zu ihren Familien fahren koennen. Das wurde auch letzten Dezember so gemacht, nur dummerweise, so hat sich das im Nachhinein rausgestellt, hat eine Kollegin von mir, die zu einer sehr guten Freundin geworden ist, nur umgerechnet 3 Euro bekommen, anstatt 7 oder sogar mehr als 10, so wie die Anderen. Als ich sie grfragt habe, wie es dazu kommt, musste ich mir eine sehr traurige Begruendung dazu anhoeren: Unser Schuloberhaupt geht davon aus, dass sie von mir Geld bekommt. Oh nein, das konnte ich wirklich nicht glauben. Das Leben als “Mzungu” (der Weisse, der ganz viel Geld hat, so unendlich viel Geld, dass er es eigentlich auf der Strasse buendelweise verschenken koennte) ist so schon nicht einfach, aber dass es jetzt auch das Leben meiner Kollegin, die ich als meine beste kenianische Freundin ansehe, erheblich erschwert, wollte ich wirklich nicht.
Ich hab mit ihr ueber die Sache gesprochen: In der Schule komme ich eigentlich mit Jedem gut zurecht und hatte auch immer das Gefuehl, dass es bei ihr nicht viel anders ist. Also wieso sollte sie jetzt wegen unserer Freundschaft so anders, so ungerecht, behandelt werden? Leider musste ich es irgendwann einsehen: Viele unserer Kollegen, vorallem wohl unser Schulkoordinator, seien sehr neidisch und eifersuechtig auf sie. Es ist ein grosses Privileg, mit einem Mzungu befreundet zu sein und jeder will es auch sein, das ist wohl auch der Grund, warum man immer auf der Srasse angesprochen und uebertrieben freundlich gegruesst wird. Nun, die Leute denken wohl tatsaechlich, dass das Geld bei uns auf den Baeumen waechst und wir alles, was wir haben, ganz gerecht mit unseren Bekannten und Verwandten teilen, wer will dann also nicht mit einem Europaeer befreundet sein.
Das zwischen meiner Kollegin und mir ist aber einfach nur eine Freundschaft, ich gebe ihr nur dann Geld, wenn sie wirklich am Ende ist und nich mehr weiss, wie sie sich die naechste Mahlzeit organisieren soll (das ist nunmal noch nicht oft vorgekommen), nur denken unsere Lehrer eben etwas anderes und nun muss sie unter dem Druck unseres Management leiden. Und man merkt es wirklich, dass sie ungerecht behandelt wird. Ein Beispiel:
Da wir beide uns als kinderliebende Menschen einig geworden sind, dass es nicht richig ist, die Schueler zu schlagen, haben wir uns andere Erziehungsmethoden ausgedacht. So muss Juma, wenn er wieder einmal zu spaet kommt, erst einmal mehrere Runden ueber den Hof rennen, bevor er den Klassenraum betreten darf. Die naechsten Tage kommt er dann auch meistens puenktlich.
Einmal hat die Klasse von Madam Eva ganz schoen Radau gemacht und als sie dann gestrichen die Schnauze voll hatte, mussten sich alle Kinder auf den Schulhof knien und die Haende in die Luft halten. Auf einmal kam unser Schuldirektor wie vom Teufel getrieben angerannt, hat alle Schueler zurueck in die Klasse geschickt und rumgebruellt, das hab ich vorher noch nicht erlebt. Er konnte nicht einmal mehr bis zur Mittagspause warten und hat sofort alle Miarbeiter der gesamten Schule zusammengerufen und eine Sitzung veranstaltet. Total aus dem Haeuschen hat er sich vor Allen tierisch aufgeregt und Madam Eva vor der gesamten Kollegschaft klein gemacht. “Ich dachte, du waerst eine gute Lehrerin, ich dachte, ich koennte dir die Kinder anvertraun, ich haette nie gedacht, dass du zu so etwas Unmenschlichem in der Lage bist.” Dann hat er den aeltesten Lehrer unserer Schule gefragt: ”Hast du soetwas Grausames in deinem gesamten Lehrerdasein schonmal erlebt?”. “Natuerlich nicht, das ist Folter!” Es wurde aufs Uebelste auf sie eingehackt, wie sie das schlucken konnte ist mir immer noch ein riesen grosses Raetsel.
Und jetzt zur Aufklaerung, was denn eigentlich das Schlimmste an der ganzen Geschichte gewesen sein sollte: Die Mittagshitze und der Sand, auf dem die Kinder knien sollten, waeren ja viel zu heiss und eine Zumutung.
Ich konnte es nicht glauben, ich konnte einfach nicht glauben, dass sie das, was sie gesagt haben, wirklich ernst gemeint haben! Ich habe die Kinder mit eigenen Augen gesehen; nach ihrer Bestrafung sind sie froehlich singend und springend in die Klasse gehuepft und haben weiter ordentlich Krach gemacht. Folter?? Ich sag euch, was Folter ist, was wir als Unmenschlich und Grausam bezeichnen wuerden: Wenn die Kinder wegen banalen oder sogar unvermeidlichen Kleinigkeiten mit einem Rohrstock so doll auf die Finger geschlagen werden, dass diese am naechsten Tag noch rot sind. Wenn der Hosenboden versohlt wird, dass sie schreien vor Schmerzen, weil es nicht mehr zu unterdruecken ist. Wenn Kinder von der ganzen Klasse – angestachelt vom Lehrer – ausgebuht werden, dass sie mit den Nerven am Ende sind und einfach nur ohne Ende heulen. Das nenne ich Folter, das ist das, was die Kinder jeden Tag ertragen muessen, das wird hier “Erziehung” genannt.
Der Versuch meiner Freundin, die Kinder zu erziehen, ging daneben, aber es war nicht mit Absicht, es war nur gut gemeint.
Als ich in dieser Lehrerversammlung sass und vergebens versuchte, meine Meinung zu erklaeren und Madam Eva zu verteidigen, wurde ich nur irgendwann, so wie das in der kenianischen Kultur eben gemacht wird, frauenverachtend wie wir nun einmal sind, unterbrochen und abgewuergt. Es wollte niemand hoeren. Diese Lehrerin hat etwas Schlimmes gemacht, aus Prinzip wird sie jetzt noch mehr benachteidigt. Der Direktor hat gesprochen. Punkt. Aus. Ende.
Das gibt es nicht, das kann nicht sein! Was ist da grad passiert? Ich sass da, ich konnte es einfach nicht glauben. Ich habe am ganzen Koerper gezittert, mir war schlecht und schwindelig. Diese Frau wollte das Beste fuer die Kinder, sie ist jemand, der wirklich gut mit ihnen umgehen kann, eine spitzen Lehrerin, hier wurde sie dafuer aufs Uebelste gedemuetigt und zwar nur, weil jemand neidisch auf sie ist, weil sie das hat, was die Anderen auch haben wollen. Und was ist der Grund? – meine Haufarbe, nur irgend ein bescheuertes Weiss, was ich mir schon so oft als Schwarz gewuenscht habe.
Wie sehr mir das Leid tut kann ich nicht beschreiben, auch wenn ich eigentlich nichts dafuer kann. Manchmal wuensche ich mir einfach nur, dass ich nie in diese Schule gekommen waere, dass ich nie so ein grosses Chaos in dieses kleine Dorf gebracht haette mit meiner Haufarbe. Wie soll man da noch an den Sinn der eigenen “Entwicklungsarbeit” glauben?
Warum Madam Eva nicht einfach die Schule wechselt und woanders ihr Geld verdient, was sie bei uns ja gar nicht bekommt? Weil unser Direktor fuer sie einen Sponsoren gefunden hat, der ihr das College bezahlt, was sie alleine niemald tragen koennte. Dieser wuerde mit einem Schulwechsel natuerlich wegfallen und wer einmal in Kenia war weiss, was Bildung bedeutet. Sie selber beschreibt ihre Situation als Gefaengnis, in dem sie gefangen ist, in dem sie jeden Tag neu gequaelt wird. “I’m not in peace with this place.” Ja, das kann ich sehr gut verstehen, umso schlechter fuehl ich mich, wenn ich an die Ursachen denke.
Was mache ich hier eigentlich? Schon so oft habe ich gemerkt, dass die Menschen in diesem Dorf mit meinem Dasein absolute nicht umgehen koennen. Viele gucken mich, so habe ich das Gefuehl, immer noch mit einem abwertenden Blick an, manche schreien mir jedes Mal “Mzungu, how are you? I love you!” zu, obwohl sie mich seit acht Monaten jeden Tag sehen und eigentlich langsam verstanden haben muessten, dass ich kein Tourist bin, sondern da arbeite. Das Kind des Headmasters faengt an zu heulen wenn es mich sieht.
Manchmal denke ich, dass viele arme Menschen hier mit ihrem Zustand viel besser zurecht kommen wuerden, wenn sie nicht den direkten Vergleich zu den reichen Menschen haetten. Wir Weisse gehoeren da dazu, vielleicht sollten wir einfach zurueck in unser Land gehen, und die Menschen ihren eigenen Weg finden lassen. Haben wir hier nicht schon genug zerstoert mit den Jahren?
Meine Kollegin faengt nach den Aprilferien vielleicht doch in einer anderen Schule an, wo sie mehr verdient und sich das Studium doch selbst finanzieren kann. Zum Leben bleiben ihr dann fuenf Euro im Monat, was sie aber locker hinnehmen kann, wenn sie dafuer aus dieser Hoelle wegkommt.
Viele andere kumme Dinger haben sich mittlerweile in dieser Schule noch herausgestellt. Zum Beispiel wurde vor ein paar Wochen eine Lehrerin mit fuenf Euro ausgezahlt (manchmal gibt es eine kleine Belohnung, wo die Lehrer insgesamt im Monat auf sieben bis acht Euro kommen), wo andere Kollegen nur einen oder zwei Euro bekommen haben. Wie lange das schon so laeuft weiss ich nicht, aber diesmal kam es ans Licht und als der Direktor bemerkte, dass die anderen Lehrer von dieser Ungerechtigkeit mitbekommen haben, wurde wieder eine Sitzung zusammen gerufen. “ Derjenige, der gepetzt hat, sollte sich was schaemen und die Sache sofort zugeben. Ausserdem muss er sich vor allen Kollegen dafuer entschuldigen.” Moment – was ist jetzt der Fehler? Die Angestellten (bitte nicht vergessen, dass niemand bezahlt wird und alle ehrenamtlich arbeiten) ungerecht behandeln oder mit seinen Freunden ueber die heutige Auszahlung quatschen? Letzteres natuerlich. Natuerlich! Warum bin ich immer zu bloed, diese Geschichten hier zu verstehen?
Ich glaube, es war die Frau vom Schulkoordinator, was wohl auch der Grund war, warum die Geschichte irgendwann begraben wurde. Connections sind alles in Kenya!
Ich koennte euch noch einige Storries aus der Schule erzaehlen, aber dazu reichen meine Nerven jetzt nicht mehr. Manchmal bin ich wirklich am Ende. Dazu kommt auch immer wieder, dass ich immer noch nicht in der Lage bin, Kiswahili zu sprechen, was ewig ein Problem fuers Unterrichten sein wird. Ausserdem kommen staendig neue Schueler in meine Klasse, die sich ersteinmal an mich gewoehnen muessen (warum es etwas anderes ist, einen weissen, anstatt einen schwarzen Lehrer vor sich stehen zu haben, erklaer ich an dieser Stelle nicht noch einmal – ja, wir Weissen sind ANDERS).
Die Probleme vom Anfang meines Jahres sind zwar um Einiges geschrumpft, aber nicht verschwunden und wenn es dann alles wieder mal auf einmal kommt, kann einem das schon saemtliche Kraft stehlen.
Dann brauch ich mir nur das Chaos in der Schule ansehen, Unpuenktlichkeit, Unzuverlaessigkeit, Unorganisiertheit und eine Portion Kinderverpruegelung, dann wars das. Dann ist bei mir Schicht im Schacht.
Als zum Beispiel neulich eine Mutter in die Schule kam und mit einem zwei Meter langem, fuenf bis zehn Zentimeter dickem Holzknueppel immer und immer wieder auf ihren sieben jaehrigen Sohn eingepruegelt hat, ihn ueber den Schulhof gezerrt hat und alle zwei Meter erneut auf den schreienden, heulenden Malaba eingedreschte, hab ich wieder einmal daran gezweifelt, dass ich das gerade in Wirklichkeit erlebe. Ich wusste nicht, das Eltern zu soetwas faehig sein koennen.
Ich bin sehr dankbar, dass ich hier Leute habe, die mich verstehen und immer wieder aufbauen. Wenn es manchmal ganz schlimm ist, muss ich vor Arbeitsschluss nach Hause gehen und vielleicht auch einen Tag aussetzen, damit ich ueberhaupt irgendwann wieder Kraft finde. Und jetzt bin ich ganz ehrlich: Ich habe auch schon einmal darueber nachgedacht, das Projekt zu wechseln und nicht mehr in diese Schule zu gehen. Zum Glueck konnte mich igendetwas immer wieder aufbauen und mir neuen Mut geben, denn ich mag meine Kinder einfach zu sehr, als dass ich sie missen muesste.
Und zum Abschluss noch etwas Schoenes: Sie moegen mich offensichtlich auch sehr gern. Wenn ich am Morgen meinen einen Fuss ins Schulgelaende setze kommt die halbe bis ganze Klasse auf mich zugestuermt, um mich zu umarmen, mir Hallo zu sagen und die Tasche abzunehmen. Komm ich dann in die Klasse, fangen sie schon meistens von alleine an zu singen – die Lieder, die ich ihnen beigebracht habe, und finden es auch immer wieder sehr cool, wenn ich mit einem Neuen ankomme. Als ich jetzt manchmal schon eher gehen musste, um noch andere Sachen zu erledigen, haben sie mich zehn Minuten lang gebettelt, doch bitte bitte bitte noch laenger zu bleiben und erst abends zu gehen. “Oh Madam, du darfst jetzt nicht gehen, Madaaam!” Ja, das tut gut und deswegen nervt es mich auch, dass mir mein Arzt zwei Wochen Bettruhe verordnet hat und jetzt nahtlos vier Wochen Ferien beginnen. Kinder sind etwas Wunderbares, vorallem meine Kinder!
Meine Erfahrungen und Erlebnisse hier in Afrika haeufen sich immer mehr und auch wenn ich mich hier voellig eingelebt habe ist jeder Tag noch etwas Besonderes, was mir viel mitgibt.
Ich hoffe, ihr denkt jetzt nicht, dass es mir schlecht geht, so ist es naemlich absolut nicht! Ich fuehl mich pudelwohl und ich hoffe, ihr tut das auch!
Uebrigens bin ich wirklich neidisch auf euer Fruehlingswetter, wenns die Sonne so dermassen uebertreibt ist es manchmal echt nicht mehr lustig (das war uebrigens auch der Grund meiner Bettruhe und der 14 Tabletten pro Tag…)
Ganz viele liebe Mombasagruesse sendet euch
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