Donnerstag, 26. August 2010

Gastfamilie und sonst so

Ein Hallo aus Afrika!

Seit diesem Freitag wohne ich nun in meiner Gastfamilie, welche aus drei Schwestern im Alter von 34, 17 und 12 Jahren besteht. Die Wohnung ist sehr klein und Sachen wie fließendes Wasser gibt es jetzt auch nicht mehr für mich. Wir waschen uns daher aus einem großen Wassereimer, können auf der Toilette nicht spülen und müssen jeden Tag viele Liter Wasser in den ersten Stock hoch tragen. Auch die Küche ist winzig und besteht nur aus ein paar kleinen Schränken, einem Loch im Boden für das Abwasser und einem winzigen Ofen. Der Rauch steht beim Kochen dann immer im Zimmer und kann nur durch die Fenster nach draußen was der Grund dafür ist, dass manchmal das ganze Haus vor lauter Qualm stinkt.
Im Bad (was ein winziger Raum mit drei Wassereimern ist), in der Küche und auf der Toilette gibt es auch keine geschlossenen Fenster, diese sind nur mit einem Gitter „versperrt“.
Da der Mann der ältesten Schwester (meiner Gastmutter) zur Zeit im Ausland auf Geschäftsreise ist, teile ich mir mit ihr das Schlafzimmer. In dem anderen Zimmer schlafen die beiden anderen Schwestern, aber es wird auch als Wohnzimmer, Esszimmer und Gemeinschaftsraum genutzt. Nachmittags und abends versammeln sich dort alle und gucken zusammen Fernsehen und es ist furchtbar, weil die Sendungen hier sehr sehr schlecht sind...
Mit der Familie komm ich ganz gut zurecht, sie sind sehr freundlich zu mir, eigentlich schon zu freundlich, denn ich darf meistens nicht im Haushalt helfen, bekomm immer den besten Platz vor dem Fernseher und soll als Erste anfangen zu essen. Das kann manchmal sehr belastend sein, aber ich denk, dass lockert sich noch auf. Nur leider unternehmen wir nicht viel. Mir wurde zum Beispiel noch nicht die Stadt, der Strand oder irgend etwas anderes gezeigt und ich muss mich die ganze Zeit selbst beschäftigen was wirklich schwer ist, denn die Gastmutter ist des Öfteren unterwegs – wo, weiß ich auch nicht – und ich kenn mich hier überhaupt noch nicht aus. Ein paar mal waren wir mal kurz bei Verwandten zu Besuch. Dort wurde ich auch immer sehr freundlich aufgenommen und wenn Kinder da sind hab ich auch immer wieder Spaß mit ihnen zu spielen.
Leider sind nur gerade noch Ferien und die Schulen und Kindergärten sind noch geschlossen was bedeutet, dass ich noch nicht arbeiten gehen kann. Gestern bin ich in mein zukünftiges Projekt gegangen um mir das Gebäude mal anzusehen und meine Chefin ein bisschen besser kennen zu lernen und da musste ich leider feststellen, dass dieser Kindergarten wirklich viel Geld hat. Da es nicht das Ziel meines Programmes ist, in Luxuseinrichtungen sich das Leben schön zu machen werde ich wahrscheinlich, noch bevor ich angefangen hab zu arbeiten, meine Arbeitsstelle wechseln müssen. Eventuell komme ich in eine Einrichtung für Waisenkinder, aber das steht jetzt noch nicht ganz fest, zumal ich dann auch meinen Wohnort bzw. meine Gastfamilie wechseln müsste und das sehr umständlich werden würde.
Nun ja, wie ihr merkt, ist gerade noch alles sehr ungewiss und offen und eventuell wird alles anders, als es eigentlich geplant war. Aber das Wetter ist immer noch wahnsinnig schön und die Stadt fasziniert mich immer wieder aufs Neue. Ich freu mich auf jeden Fall, alles besser kennen zu lernen und bin mal gespannt, was noch so alles auf mich zukommt.

Ich hoffe, euch geht es auch gut!



Liebe Grüße aus Afrika, die Ruth

Donnerstag, 19. August 2010

Unterwegs mi der Gruppe


Kokosnüsse von der Straße
                                                          
Bucht in Mombasa und Blick aufs Meer

Gemüse von der Straße für unsereReispfanne

eine Schneiderin beim Rocknähen und ihr "Übersetzer" beim failschen


im Hintergund die berühmten Matatus


Zuchini, Erbsen und ...?

Luxusessen für Deutsche: Bananen, Orangen, Toast mit Marmelade,
Eier und frittierte Teigtaschen


Sonntag, 15. August 2010

Die ersten Eindrücke.

Wir sind nun schon fünf Tage hier in Mombasa und ich kann noch nicht sagen, dass ich mich eingelebt habe. Es ist noch alles viel zu neu. Momentan sind wir noch in der Gruppe und hier in Old Town – direkt am Meer und bekommen jeden Vormittag einen Sprachkurs für fünf Stunden in Kiswaheli. Unser Lehrer ist ein echter Kenianer und richtig gut. Wir lernen und lachen jeden Tag mit ihm sehr viel und konnten die ersten Worte schon in der Öffentlichkeit anwenden. Wenn man auf dem Markt ein paar einheimische Worte sprechen kann wird man auch nur halb so viel über den Tisch gezogen, weil die Leute merken, dass man kein Tourist ist.

Ab um 1 können wir unseren Tag selbst frei gestalten und das ist gar nicht so einfach in einem völlig fremden Land. Außerdem muss man sagen, dass Kenias Küstenzone sehr muslimisch geprägt ist und seit diesem Donnerstag – also seit unserem zweiten Tag – ist Ramadan. Das bedeutet, dass die meisten Menschen hier fasten und dazu zählen auch die Leute, die sich eigentlich ernährsungstechnisch um uns kümmern. Wir versorgen uns also selbst mit Essen und das hieß bis jetzt meistens für 2 Euro im Restaurant sich den Bauch vollhaun oder Obst von der Straße kaufen. Hier isst man viele frittierte Teigsachen, scharfes gekochtes Gemüse, Chapati (Fladenbrot) und natürlich Reis und außerdem isst man gerne mit der (rechten!) Hand.

Nachmittags gehen wir meistens durch die Straßen oder auf den Markt und gucken uns die Stadt an.

Wenn wir auf den Straßen lang laufen und die Menschen, den Verkehr und alles betrachten bin ich jedes Mal wieder wahnsinnig beeindruckt. Das Leben hier ist wirklich anders und ich kann viele Situationen noch nicht einschätzen. Zum Beispiel ist es immer wieder traurig, den bettelnden Menschen „Hapana.“ (nein) oder „Ninataka.“(ich will nicht) sagen zu müssen. Am schlimmsten ist es bei jungen Frauen, die mit ihren Kleinkindern oder Babys auf den Straßen leben. Ich frage mich oft, wie die Menschen von ihrem Miniobststand leben können und damit am Ende noch eine Familie ernähren. Oft sitzen die Menschen auch mit ihren Stühlen an der Straße und gucken einfach nur. Außerdem wird man als Weißer oft angesprochen „we give you a good price“... Aber wenn ich dann die Kinder sehe, die in den engen Gassen und Innenhöfen spielen, und wie die meisten Menschen ganz einfach und simpel leben können denke ich mir oft, dass ich froh bin, hier zu sein.

Gestern sind wir zum ersten Mal an den richtigen Badestrand gefahren und haben uns dazu in die sogenannten Matatus gesetzt. Das sind Kleinbusse, ursprünglich ausgelegt für 9 Mann, die umgebaut wurden. Wenn die Sitzplätze belegt sind, setzt man sich eben bei jemand Anderem auf den Schoß und dann passen auch mal mehr als 20 Leute rein, alles kein Problem. Dafür bezahlt man dann eben auch nur 30 Schillinge (30Cent) und kommt quer durch die gesamte Stadt.

Das Wetter ist noch sehr erträglich mit seinen 30 Grad und es hat auch sogar schon mehrmals geregnet. Es ist eben Winter in Kenia.

Ich hoffe, es geht euch auch gut!?


Schöne grüße aus Afrika, die Ruth

Mittwoch, 11. August 2010

Angekommen...

HalliHallo!
Gestern Nacht gegen 12 Uhr bin ich entlich nach 24 Stunden unterwegs sein in Mombasa gelandet. Da wir im Flugzeug annähernd gemästet wurden ging es uns ersteinmal ganz gut, abgesehen davon, dass mein gesamtes Gepäck unterwegs verlorengegangen ist und weg war. Den letzten drei Kenianern am Flughafen war das auch recht egal und sie haben mich ersteinmal nach Hause geschickt. Ohne Gepäck, also auch ohne Schlafsack, ohne Schlafsachen und ohne Handtuch (um nach Langem mal wieder duschen zu gehen) haben wir uns dann hingelegt, um zu schlafen.
In dem Haus, in dem wir zu acht untergebracht sind, werden wir von AFSLeuten betreut. Hier gibt es sogar Wasserklo und Dusche (in einem), richtige Betten und allgemein kann man eigendlich von einem Luxusleben reden, was wir hier momentan führen. Nach acht Tagen werden wir dann in Gastfamilien geschickt. Drei von uns (da bin ich dabei) bleiben hier in Mombasa, die anderen werden im Land verteilt.
Als wir gestern nacht mit dem Auto durch die Stadt gefahren sind, war alles wie tod. Abgesehen von den Leuten, die auf der Straße leben, war kein Mensch zu sehen. Im Vergleich dazu ist am Tag richtig viel los. Überall Leute, die an der Straße Bananen oder alte Schule verkaufen oder Kinder, die uns Weißen hinterherrennen, damit wir Ihnen etwas geben. Da war es schon merkwürdig, als ein kleiner Junge heute 10 Minuten neben uns herlief und uns immer wieder anguckte und seine Hand ausstreckte.
Auf den Straßen von Mombasa ist die Hölle los. Eigentlich ist Linksverkehr, aber davon sieht man oft nichts, weil jeder da lang fährt, wo er gerade will. Auch Männer mit Schuppkarren rennen auf den Hauptstraßen rum.
Seit heut nachmittag hab ich mein Gepäck wieder und wir bekommen gerade viel Freizeit um uns alles anzugucken und uns langsam einzugewöhnen. Auch das Meer ist wahnsinnig schön und damit kann ich euch ersteinmal sagen, dass es mir hier gut geht.
Liebe Grüße aus Afrika und bis zum nächsten Mal.
die Ruth