Sonntag, 16. Januar 2011

Rumgereist

HalliHallöchen und herzlich willkommen im neuen Jahr (immerhin habt ihr ja ein bisschen länger gebraucht als wir)!

Ich wünsche euch allen erst mal ein wunderschönes, aufregendes, lustiges und gesegnetes neues Jahr, auch wenn das jetzt schon wieder 16 Tage alt ist. (Oh je oh je, wie die Zeit schon wieder rennt)
Nach einem Monat Schulpause hat er jetzt auch bei mir wieder angefangen - der Alltag. Seit zwei Wochen bin ich nun wieder arbeiten und die Ferien sind wirklich rasend schnell vergangen. Dafür hab ich auch ein bisschen was erlebt:
Ende November sind wir nach Lamu gefahren, auf eine sehr kleine Insel nördlich von Mombasa. Dort wohnt eigentlich nur ein kleines Dorf, aber ich fand es ziemlich faszinierend, weil dieser Ort seine Besonderheiten hat. Zum Beispiel gibt es keine Fahrzeuge, anstatt dessen gibt es Esel und zwar sehr sehr viele. Das fand ich ziemlich lustig, weil die Leute das so selbstverständlich fanden, dort mit ihrem Tier durch die Straßen zu reiten um ihren Einkauf zu erledigen. Schon allein, wenn man dahin fahren möchte erlebt mein sein Abendteuer für sich, denn die Straße ist sehr schlecht und die Busse meistens nicht besser. So wird man dann also fünf Stunden am Stück durchgeschüttelt und tut sich eventuell auch mal was weh, denn in so manchem Schlagloch wird man vom Sitz geschmissen und landet mit seinem Kopf an der Busdecke. Das alles fand ich aber ziemlich lustig muss ich sagen, wahrscheinlich weil ich relativ verschont blieb und mir die ganze Situation so unrealistisch vorkam.
Schon eine Woche nach unserem Trip bin ich dann zum Sven nach Nordtanzania gefahren. Es war ziemlich cool mal zu sehen, wie er dort so lebt und was er so für Aufgaben in seinem Projekt hat, außerdem hab ich es genossen, mal in anderes Land zu kommen, obwohl sich Kenia und Tanzania wirklich nicht viel nehmen, die Leute sprechen ja sogar die gleiche Sprache und außerdem wohnt Sven nur sieben bis acht Stunden Busfahrt von Mombasa entfernt. Was für mich relativ neu war, war das ländliche Leben im Vergleich zu Mombasas Großstadtgetummel. Die frische Luft, die schönen Berge, die Ruhe und die Natürlichkeit ist einfach nur schön, wir konnten sogar mal ein bisschen wandern und haben uns für ein paar Meter in einen Dschungel reingetraut, wo wir dann Lianen und krasse Dornengewächse gesehen haben. Die Affen konnten wir zum Glück nur hören, die klangen nämlich in dem Moment etwas aggressiv.
Zusammen sind wir dann weiter nach Nairobi gefahren, wo ich mir an der Grenze erst mal einen bösen Spruch anhören musste. Ich hab nämlich gefragt, was ich machen kann, wenn im Februar mein Visum ausläuft, ich aber noch bis August in Mombasa arbeiten und leben möchte. Der Typ sah die Sache ziemlich eindeutig und hat mir nur „Go home!“ gegen den Kopf geknallt. Die Sache hat sich im Übrigen bis jetzt noch nicht geändert, mal sehn, was unsere Organisation sich noch einfallen lassen möchte. Wir rechnen nicht damit, dass sie noch eine Idee bekommen, deswegen werden wir eventuell Ende Januar nach Maliwa ausreisen – raus aus Ostafrika, um dann unsere Visumanträge neu stellen zu können. Mal sehn ob das so klappt, unsere Vorgänger hatten schon Pech, aber ich bleib noch sehr optimistisch und werd euch auf dem Laufenden halten... Soviel zu unseren Visumsproblemen, zurück zu meinem Urlaub.
In Nairobi haben wir mal Tourist gespielt und uns ein Haufen Sehenswürdigkeiten und Touristenattraktionen angeguckt. Ich war ziemlich beeindruckt von der Stadt, weil sie eher westlich und damit viel anders als Mombasa ist. Die Leute sind eher auf sich selbst und ihre Arbeit konzentriert und man sieht, sogar sehr häufig, mal jemanden, der durch die Straßen rennt, weil er es eilig hat. So etwas, muss man dazu sagen, hab ich wirklich schon lange nicht mehr erlebt. Außerdem bekommt man viel häufiger Menschen zu Gesicht, die auch mal in einem kurzen Rock oder Spaghettiträgertopp mit Ausschnitt in die Öffentlichkeit treten.
Als wir auf dem Kongresszentrum standen und über die ganze Stadt geguckt haben – die Hochhäuser, der Parkt mit Teich – dacht ich kurz, ich bin zurück in Europa. Irgendwie konnte ich das in dem Moment sogar mal richtig genießen, aber jetzt bin ich schon ganz froh, wieder in Mombasa zu sein!

Von meinen Weihnachtsplänen hatte ich euch ja schon erzählt und die haben wir dann auch wahr gemacht. Es war etwas merkwürdig, wobei ich sagen muss, dass die ganze Adventszeit schon merkwürdig war. Die ganze Sonne, die hohen Temperaturen, der normale Alltag – nichts war irgendwie so, wie ich es gewohnt war im Dezember. Vielen Menschen war es, glaub ich, auch gar nicht so wichtig und damit ging die Zeit vorbei, als wäre alles ganz normal (wie es das ja auch war). Weihnachten haben wir dieses Jahr wirklich ausgelassen und damit werd ich mich 2011 umso mehr drauf freuen.
Unser Silvester haben wir, wiedereinmal mit ein paar anderen Freiwilligen und wiedereinmal am Stand verbracht. Wir sind auf eine Beachparty gegangen, wo es fast nur Weiße gab, was in dem Moment aber nicht unbedingt schlimm war, ich würde es eher als erholend bezeichnen. Unseren 1.1. haben wir dann mit Cola, lauter Musik und Strandfeeling genossen bis damit dann meine Ferien auch langsam wieder vorbei waren und wie gesagt, der Alltag stellt sich nun nach langer Zeit wieder ein.

Ich hoffe es geht euch auch gut? Wie sieht es denn eigentlich mit dem ganzen Schneechaos aus und ist Weihnachten schon lange wieder vergessen?

Viele Grüße aus Kenia sendet euch
die Ruth