Freitag, 24. Dezember 2010

Weihnachtsgruesse

Hallo meine Lieben!

Ich moechte euch allen frohe und behuetete Weihnachten wuenschen. Bleibt gesegnet und habt eine schoene und vor allem entspannte Zeit!
Weihnachten ist, wie ihr euch das wohl schon denken koennt, fuer mich dieses Jahr sehr anders. Um ehrlich zu sein hatte ich schon ein bisschen Angst, weil ich irgendwie wusste, dass ich Pulsnitz, das Krippenspiel, meine Familie und ueberhaupt Weihnachten sehr vermissen werde. Normalerweise muesste ich gerade auf dem Weg zum Jungegemeinderaum sein und mich entweder schwarz anmalen, wie ich das ja schon manchmal am 24. Dezember gemacht habe, oder irgendwelche anderen verrueckten Vorbereitungen erledigen (langweilig war uns ja in den letzten Jahren nie kurz vor der Auffuehrung – wiwe ist es dieses Jahr?). Und nomalerweise waere ich gerade auch voll aufgeregt, so wie alle anderen Krippenspieler. Aber dieses Jahr sitz ich eben auf einem wunderschoenen Balkon mit Blick aufs Meer in kurzen Sachen, sing laut „I’m gonna live forever“ und trinke Kaffee. Mein Eis is leider schon alle, aber Essen werden wir heute noch viel, denn mit zwei anderen Freiwilligen hier in Mombasa wollen wir heute abend Kartoffelbrei mit Moeren und Erbsen (oh man, ihr koennt euch nicht vorstellen, wie sehr ich mich schon drauf freue) kochen. Ausserdem wollen wir die Kekse, die wir am Mittwoch mit Nina gebacken haben (wir haben tatsaechlich einen OFEN – gefunden) essen und dabei ordentlich entspannen. Natuerlich auf der Dachterrasse. Wie gesagt, mein Weihnachten wird anders, aber mittlerweile freue ich mich drauf und ich denk es wird schoen.
Allgemein hab ich den Eindruck, dass Weihnachten hier in Kenia nicht wirklich von grosser Bedeutung ist. Nur wirklich selten habe ich irgendwas gesehen, von dem man in Deutschland ab September nur so ueberstroemt wird: Weihnachtsschmuck in allen moeglichen Ausgaben, Gluehwein, Tannanbaeume die leuchten, Kerzen, Plaetzchen, Pfefferkuchen, Weihnachtsmaerkte und eigentlich alles, was sonst noch dazu gehoert. Ausserdem wird hier von den allermeisten erst am 25. gefeiert. Also waehrend man in Deutschland wahrscheinlich gerade wieder auf eine veraenderte Welt trifft, ist hier heute ein Tag wie jeder andere (und vergesst nicht: es ist Hochsommer). Das das so ist, hat zwei Gruende: Erstens sind ueber die Haelfte der Menschen, die hier leben, Muslime und zweitens haben viele Leute, so wie mir gesagt wurde, einfach nicht das Geld, um gross zu feiern.
Fuer morgen haben wir geplant, an unseren Lieblinsstrand mit Picknick und – natuerlich - Badesachen zu fahren.

Um euch nur kurz ueber meine momentane Situation aufzuklaeren: Ich habe Ferien, war schon in Tanzania und Nairobi Urlaub machen, bin aus meiner alten Gastfamilie ausgezogen und wohn gerade uebergangsweise bei einer deutschen Freiwilligen, die spontan nach Mombasa uebergesiedelt ist (das ist uebrigens dort, wo wir heute auch feiern werden – schoene Wohnung mit zwei Dachterassen, Balkon, zwei Baedern und Kueche).

Natuerlich werde ich mich bemuehen, euch bald mehr von meinen letzten Wochen zu berichten, aber jetzt moechte ich euch ersteinmal schoene Feiertage und ein erholendes Weihnachten wuenschen.

Mit sonnigen, afrikanischen Gruessen,
eure Ruth

Montag, 6. Dezember 2010

Muslimischer Feiertag

Am 16. November hatten wir wieder ein Eid in Kenia - einen muslimischen Feiertag.
Ich war mit meiner Gastmutter bei der Familie ihres Ehemanns und hab einigen Spass mit den Kindern gemacht, um uns ein bisschen zu beschaeftigen. Bilder zeig ich natuerlich nur von den anstaendigen Sachen...

Gegessen wird meistens auf dem Fussboden und alle von einem Teller 
und zur Feier des Tages gab es sogar mal Cola. 
Die Kinder haben sich natuerlich wahnsinnig gefreut.

Manche muessen das mit dem Essen eben noch lernen.

Zum Abwaschen,Saubermachen und Kochenhaben die meisten Familien,
wenn sie nicht ganz arm sind, meistens eine Magd oder einen Knecht.

Links koennt ihr meine Gastmutter sehen, die beiden anderen Frauen 
sind Verwandte von ihr.
Viele Muslime moegen es, wenn es immer schoen viel glitzert.

Und was natuerlich nie irgendwo fehlen darf ist der Fernseher.
Hier gucken wird grad Tom and Cherry - ich bin riesen Fan geworden!

meine Arbeit


Jetzt entlich bekommt ihr mal ein paar Bilder zu sehen, wo ich arbeite:

Das ist unsere allgemeine Mitarbeitersammelstelle, wo gekocht,
ausgeruht, gequatscht, diskutiert und gelacht wird.

 Wenn wir mit ein paar von unseren Kindern ueber Nacht auf Arbeit bleiben, 
dann schlafen wir ungefair so ... mit Strohmatten auf Steinfussboden.
Zum Glueck kann man das Fenster nicht zumachen, 
denn wenn 20 Leute schlafen verbrauchen die ganz schoen viel Sauerstoff.
Auf der Matte rechts neben der, wo das Maedchen draufsteht,
hab ich geschlafen - natuerlich ohne Decke und Kopfkissen.

So kochen wir immer - das in dem grossen Topf sind Mahamri: soooo lecker!

Wenn wir Reis kochen, dann muss der vorher gesaeubert werden - das heisst,
wir suchen den ganzen Dreck raus. Das kann dauern...
(wie beim Getreide aussortieren fuers Brotbacken - errinnerst du dich, Mutti?)

Bei der Essensausgabe: EinProblem, wo ich nie dachte, dass es das geben kann:
Hier wird das Essen eben immer mengenmaessig frei nach Gefuehl ausgeteilt.
Manchmal ist dann nur das Essen alle, bevor alle Teller gefuellt sind 
und dann hat man das Problem.
Ich hab ihnen vorgeschlagen, vorher die Portionen zu zaehlen
und dann zu kalkulieren, so dass es aufgeht. 
Das haben sie nicht so ganz verstanden - Kenianer haben es oft nicht so mit planen,
selbst, wenn es sich nur um ein paar Minuten handelt...