Wir sind nun schon fünf Tage hier in Mombasa und ich kann noch nicht sagen, dass ich mich eingelebt habe. Es ist noch alles viel zu neu. Momentan sind wir noch in der Gruppe und hier in Old Town – direkt am Meer und bekommen jeden Vormittag einen Sprachkurs für fünf Stunden in Kiswaheli. Unser Lehrer ist ein echter Kenianer und richtig gut. Wir lernen und lachen jeden Tag mit ihm sehr viel und konnten die ersten Worte schon in der Öffentlichkeit anwenden. Wenn man auf dem Markt ein paar einheimische Worte sprechen kann wird man auch nur halb so viel über den Tisch gezogen, weil die Leute merken, dass man kein Tourist ist.
Ab um 1 können wir unseren Tag selbst frei gestalten und das ist gar nicht so einfach in einem völlig fremden Land. Außerdem muss man sagen, dass Kenias Küstenzone sehr muslimisch geprägt ist und seit diesem Donnerstag – also seit unserem zweiten Tag – ist Ramadan. Das bedeutet, dass die meisten Menschen hier fasten und dazu zählen auch die Leute, die sich eigentlich ernährsungstechnisch um uns kümmern. Wir versorgen uns also selbst mit Essen und das hieß bis jetzt meistens für 2 Euro im Restaurant sich den Bauch vollhaun oder Obst von der Straße kaufen. Hier isst man viele frittierte Teigsachen, scharfes gekochtes Gemüse, Chapati (Fladenbrot) und natürlich Reis und außerdem isst man gerne mit der (rechten!) Hand.
Nachmittags gehen wir meistens durch die Straßen oder auf den Markt und gucken uns die Stadt an.
Wenn wir auf den Straßen lang laufen und die Menschen, den Verkehr und alles betrachten bin ich jedes Mal wieder wahnsinnig beeindruckt. Das Leben hier ist wirklich anders und ich kann viele Situationen noch nicht einschätzen. Zum Beispiel ist es immer wieder traurig, den bettelnden Menschen „Hapana.“ (nein) oder „Ninataka.“(ich will nicht) sagen zu müssen. Am schlimmsten ist es bei jungen Frauen, die mit ihren Kleinkindern oder Babys auf den Straßen leben. Ich frage mich oft, wie die Menschen von ihrem Miniobststand leben können und damit am Ende noch eine Familie ernähren. Oft sitzen die Menschen auch mit ihren Stühlen an der Straße und gucken einfach nur. Außerdem wird man als Weißer oft angesprochen „we give you a good price“... Aber wenn ich dann die Kinder sehe, die in den engen Gassen und Innenhöfen spielen, und wie die meisten Menschen ganz einfach und simpel leben können denke ich mir oft, dass ich froh bin, hier zu sein.
Gestern sind wir zum ersten Mal an den richtigen Badestrand gefahren und haben uns dazu in die sogenannten Matatus gesetzt. Das sind Kleinbusse, ursprünglich ausgelegt für 9 Mann, die umgebaut wurden. Wenn die Sitzplätze belegt sind, setzt man sich eben bei jemand Anderem auf den Schoß und dann passen auch mal mehr als 20 Leute rein, alles kein Problem. Dafür bezahlt man dann eben auch nur 30 Schillinge (30Cent) und kommt quer durch die gesamte Stadt.
Das Wetter ist noch sehr erträglich mit seinen 30 Grad und es hat auch sogar schon mehrmals geregnet. Es ist eben Winter in Kenia.
Ich hoffe, es geht euch auch gut!?
Schöne grüße aus Afrika, die Ruth
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen